Für Florian Wirtz war der Fall klar. „Ich war sicher, dass es Abseits war. Deshalb habe ich nicht mal gejubelt“, sagte der Fußball-Nationalspieler über seinen zweiten Treffer im Trikot des FC Liverpool zum zwischenzeitlichen 1:1 beim 2:2 (0:1) beim FC Fulham. Und Wirtz war mit seiner Meinung nicht alleine.
Verwirrung um Wirtz-Tor
Verwirrung um Wirtz-Tor
„Mir ging es genau so, vielen Leuten im Stadion ging es so“, sagte Fulhams Teammanager Marco Silva. Liverpool-Legende Jamie Carragher meinte noch nach dem Spiel: „Ich verstehe immer noch nicht, warum das kein Abseits ist.“
Tatsächlich legten die TV-Bilder eine Abseitsstellung nahe - und in der Bundesliga hätte das Tor von Wirtz so auch nicht gezählt. Dass es in der Premier League nach VAR-Prüfung Anerkennung fand, lag an einer etwas anderen Handhabung des halbautomatischen Systems.
Während die höchsten Spielklassen in Deutschland, Spanien und Italien bei Abseits millimetergenau entscheiden, hielt die Premier League bei Einführung des Systems eine gewisse Toleranz bei. Diese wird im Zweifel zugunsten des Angreifers ausgelegt. Grund dafür sind Restzweifel daran, ob die Technologie fehlerfrei ist.
Wirtz profitierte davon und durfte seine aufsteigende Form unterstreichen. Im Liverpool Echo erhielt er die Note 7 von 10. Zum Sieg reichte es für die Reds dennoch nicht. Nach dem Führungstreffer von Cody Gakpo (90.+4) traf Harrison Reed (90.+7) spät zum Ausgleich für Fulham. Wirtz saß da bereits auf der Bank, er wurde in der 76. Minute ausgewechselt.