Ein irrwitziger Höhenflug

Dieser Ex-BVB-Star "übertrifft alle Erwartungen"
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Dieser Ex-BVB-Star "übertrifft alle Erwartungen"

Sprechchöre im Stadion und Lobeshymnen in der italienischen Presse: Bei der AS Rom blüht Donyell Malen aktuell richtig auf. Dabei verläuft der Weg des ehemaligen Dortmunders zum gefeierten Torjäger alles andere als geradlinig.

Gerade einmal 26 Minuten hat Donyell Malen benötigt, um sich in die Herzen der Roma-Fans zu schießen. Es ist das Debüt, von dem jeder Profi-Fußballer träumt, es selbst erlebt zu haben.

Am 18. Januar 2026 gastierte die AS Rom beim FC Turin. Malen, der erst zwei Tage zuvor per Leihe von Aston Villa in die italienische Hauptstadt gewechselt war, stand direkt in der römischen Startelf und erzielte prompt sein erstes Tor für die Giallorossi. Ein Erfolgserlebnis für den Niederländer, der bei Aston Villa keine einfache Zeit erlebte. Doch wer im Januar dachte, dass Malen in Rom nur eine Eintagsfliege werden sollte, sollte sich gewaltig täuschen.

Seit Jahresbeginn traf in Europas Top-5-Ligen niemand häufiger als Malen. Der Niederländer erzielte 2026 bereits 19 Serie-A-Tore und lässt damit sogar Bayern-Stürmer Harry Kane hinter sich, der im selben Zeitraum auf 17 Bundesliga-Treffer kommt. Den ersten Spieltag der laufenden Serie-A-Saison eröffnete Malen gleich mit einem Dreierpack.

Auch am Donnerstagabend beim 1:1 in Istanbul drückte Malen bei Roms erstem Champions-League-Spiel seit 2019 mit einem Assist dem Offensivspiel seinen Stempel auf. Donyell Malen liefert ab – dabei war sein derzeitiger Höhenflug vor gut einem Jahr noch kaum abzusehen.

Beim BVB suchte Malen vergeblich seine Rolle

Im Sommer 2021 wechselte der Rechtsfuß für rund 30 Millionen Euro von der PSV Eindhoven zu Borussia Dortmund. Die Erwartungen waren entsprechend hoch – der schnelle und technisch starke Mittelstürmer sollte bei den Dortmundern die nächste Entwicklungsstufe nehmen.

Konstante Leistungen konnte Malen jedoch nicht abliefern. Auf starke Phasen folgten immer wieder Partien, in denen er kaum Einfluss auf das Offensivspiel des BVB nehmen konnte. Malen kam sowohl auf dem Flügel als auch im Sturmzentrum zum Einsatz. Sein Potenzial blitzte regelmäßig auf, dauerhaft abrufen konnte er es jedoch zu selten.

DEINE MEINUNG

Nach dreieinhalb Jahren war beim BVB Schluss. Der Niederländer wechselte im Januar 2025 zu Aston Villa in die Premier League. Doch auch in Birmingham kam Malen nie wirklich an und konnte sich unter Trainer Unai Emery nicht aus der Rolle des Einwechselspielers herausspielen. In seinen wettbewerbsübergreifenden 46 Pflichtspielen stand er nur 14-mal von Beginn an in der Startelf.

In Rom gelingt der Durchbruch

Dann der sportliche Wendepunkt: Im Januar 2026 wechselte Malen per Leihe zur AS Rom und erarbeitete sich auf Anhieb einen Stammplatz. Der Niederländer zahlte das Vertrauen mit Toren und einem Leistungssprung zurück.

In der Rückrunde erzielte Malen 14 Tore für die Römer. Das bedeutete Liga-Rekord: Nie traf ein Winterneuzugang häufiger. Der Niederländer steuerte maßgeblich dazu bei, dass die Mannschaft von Trainer Gian Piero Gasperini die Saison auf Rang drei beendete und erstmals seit der Saison 2018/19 wieder in die Champions League einzog.

Im Sommer zogen die Verantwortlichen die Kaufoption; rund 25 Millionen Euro Ablöse flossen an Aston Villa. Malen unterschrieb einen Vertrag bis 2030 – eine Investition, die sich für die Italiener auszahlen sollte.

Malens Torrausch geht weiter

Denn der 27-Jährige knüpfte nach der Sommerpause nahtlos dort an, wo er aufgehört hatte. Beim 4:0-Saisonauftakt gegen die AC Florenz schnürte Malen direkt einen Dreierpack. „Das ist ein Witz. Der Typ ist der absolute Hammer“, feierte DAZN-Kommentator Mario Rieker den Niederländer.

Als der Offensivspieler in der 68. Minute den Platz verließ, erhoben sich die Roma-Fans im Stadio Olimpico von ihren Sitzen und feierten den ehemaligen Dortmunder mit Sprechchören für seinen Auftritt.

Eine Woche später benötigte er im Spiel gegen US Lecce keine 25 Minuten für seinen nächsten Doppelpack. „Malen wirkt wie ein Außerirdischer, der auf der Via del Mare gelandet ist“, titelte die Gazzetta dello Sport. „Wie aus einem Videospiel für die Playstation“, schrieb sie weiter.

Das Traumduo Malen und Dybala

Dass Malen derart aufblüht, hängt auch mit der Performance von Sturm-Partner Paulo Dybala zusammen. Der Argentinier übernimmt im Offensivspiel der Roma häufig die kreative Rolle, Malen ergänzt ihn mit seinen Läufen hinter die letzte Abwehrreihe. Mit seinem Tempo attackiert der Niederländer konsequent die Tiefe und schafft damit Räume, die Dybala bespielen kann.

Beim 4:0 gegen Florenz war diese Verbindung besonders deutlich zu sehen. Malen traf dreimal – Dybala bereitete alle drei Treffer vor. „Wenn sie in Form sind, machen sie den Unterschied“, schwärmte Roma-Kapitän Bryan Cristante nach dem Auftaktsieg bei DAZN. Insgesamt legte Dybala seinem Sturmpartner bereits sechs Tore auf.

Das neue Traumduo? Paulo Dybala legte Malen bereits sechs Tore auf
Das neue Traumduo? Paulo Dybala legte Malen bereits sechs Tore aufDas neue Traumduo? Paulo Dybala legte Malen bereits sechs Tore auf© IMAGO/ABACAPRESS

Als Mittelstürmer kaum zu stoppen

Und Malen selbst? Der scheint von seinem eigenen Lauf fast ein wenig überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so gut starten würde“, sagte Malen Anfang September italienischen Journalisten. „Ich glaube, das ist mein bester Start bisher.“

Die Zahlen unterstreichen das: Für 19 Tore in der Serie A benötigte Malen gerade einmal 21 Spiele. Seit Beginn der Datenerfassung in der Saison 1994/95 hatte kein Roma-Spieler nach so wenigen Ligaspielen häufiger getroffen. Nicht einmal Legende Gabriel Batistuta.

Der Corriere della Sera stellte eine spannende Frage: Warum hat zuvor eigentlich niemand konsequent auf Malen als Mittelstürmer gesetzt? Die Antwort darauf dürfte inzwischen auch seine früheren Klubs interessieren. Denn ausgerechnet der Spieler, der beim BVB nie dauerhaft den Durchbruch schaffte und bei Aston Villa nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinauskam, ist inzwischen einer der gefährlichsten Angreifer Europas.

Malen mit Vorlage in der Champions-League

Am Donnerstagabend trafen die Römer im ersten Spiel der neuen Champions-League-Saison auf Fenerbahce Istanbul. Gegen die Türken, die erstmals seit 18 Jahren wieder die Luft der Königsklasse schnupperten, stand nach umkämpften 90 Minuten ein 1:1-Unentschieden.

Malen bewies dennoch erneut, warum er aus dem Offensivkonstrukt der AS Rom nicht mehr wegzudenken ist. In der 39. Minute stach der Niederländer auf der linken Seite durch die erste gegnerische Abwehrreihe und zog entlang der Strafraumgrenze Richtung Mitte, ehe er auf Kapitän Bryan Cristante ablegte. Der Italiener verwandelte Malens erste Saisonvorlage per Distanzschuss zum 1:0-Führungstreffer. Auch wenn der Roma anschließend kein weiterer Treffer gelang, blieb Malen einer der auffälligsten Offensivspieler. Mit seinen Tempoläufen stellte er die Abwehr der Türken immer wieder vor Probleme und war an den meisten gefährlichen Aktionen der AS Rom beteiligt.

Es ist die bemerkenswerte Entwicklung eines Spielers, bei dem lange die Frage im Raum stand, wo er eigentlich am besten aufgehoben ist. In Dortmund pendelte Malen zwischen Außenbahn und Sturmzentrum. In Rom scheint man die Antwort gefunden zu haben. Im Sturmzentrum kann er vor allem seine Stärken im Spiel ohne Ball ausnutzen: mit Tempo in die Tiefe starten, sich hinter der gegnerischen Abwehrkette lösen und immer wieder in Abschlusspositionen kommen.

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