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Die deutsche Leichtathletik-Heldin von Olympia in Paris erfindet sich neu

Deutsche Heldin erfindet sich neu

Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye hat für die neue Saison Feinheiten in ihrer Technik justiert. Die Drehstoßtechnik funktioniert schon vor der Hallen-DM überraschend gut.
Yemisi Ogunleye hofft mit ihrer neuen Technik auf weitere Erfolge
Yemisi Ogunleye hofft mit ihrer neuen Technik auf weitere Erfolge
© IMAGO/camera4+
Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye hat für die neue Saison Feinheiten in ihrer Technik justiert. Die Drehstoßtechnik funktioniert schon vor der Hallen-DM überraschend gut.

Neue Technik, neue Power: Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye hat nach einer verkorksten WM den Dreh wieder raus – und geht mit vollem Elan ihre anstehenden Aufgaben an.

„Wir haben nicht viel verändert, aber das, was wir verändert haben, braucht einfach ein bisschen Zeit. Und dass es jetzt schon so früh gefruchtet hat, ist natürlich sehr, sehr gut“, sagte die Kugel-Olympiasiegerin vor ihrem Auftritt bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund: „Und ein Fingerzeig dahin, wo wir hinwollen.“

Ogunleye nach hartem Jahr wieder auf Kurs

Nach einem schwierigen Jahr im Anschluss an ihren olympischen Gold-Coup sieht sich Ogunleye auf einem guten Weg zu alter Stärke. Auch dank einer gezielten Umstellung ihrer Drehstoßtechnik.

„Ziel ist es, die Schnelligkeit auf die Kugel zu bekommen. Die größte Baustelle ist das Warten, bis ich die Kugel ausstoßen darf“, sagte sie: „Das ist wie eine Choreo, die ich immer wieder abspielen muss.“

Ihre drei Wettkämpfe in diesem Jahr hat Ogunleye alle gewonnen, mit 19,86 m präsentierte sie sich Ende Januar bereits in vielversprechender Form. In Dortmund peilt die 27-Jährige die erfolgreiche Titelverteidigung an. Es winkt der insgesamt dritte Triumph auf der DM-Bühne in Folge.

Olympiasieg war unvorbereitet und herausfordernd

Das Jahr nach Paris war für sie persönlich eine Herausforderung. „Auf so einen Sieg kann man keinen Athleten vorbereiten“, sagte Ogunleye. Alles, was außerhalb des Kugelstoß-Rings auf sie einprasselte, sei „erstmal überwältigend“ gewesen. Zusätzliche Termine hätten Trainingszeit gekostet.

„Dieses Gleichgewicht zu halten, von dem Leben in der Öffentlichkeit, aber gleichzeitig auch weiterhin dieses Leistungsniveau zu halten, das ist die große Herausforderung für jeden Athleten, der erstmal so einen Erfolg hat“, sagte sie.

Bei der vergangenen WM in Tokio hatte es mit 19,33 m nur zu Rang sechs gereicht. Eine Saison ohne Olympische Spiele oder Freiluft-WM sei nun „ideal“ für technische Anpassungen. „Wenn man etwas verändern will, dann in diesem Jahr“, sagte die Hallen-Vizeweltmeisterin. Es gehe nun darum, die neue Bewegung zu „stabilisieren, und dann bin ich mir sicher, dass es noch ein bisschen weiter gehen kann“.

Ogunleye hofft auf eine Wiederholung von 2024

Im Sommer steht als Saisonhöhepunkt die Europameisterschaft in Birmingham (10. bis 16. August) an. Bei der Hallen-WM im polnischen Torun (20. bis 22. März), dem Highlight der Wintersaison, hofft Ogunleye auf eine Wiederholung von 2024.

„Wenn ich an Torun denke, muss ich so ein bisschen an Glasgow denken“, sagte sie schmunzelnd mit Blick auf ihre Silbermedaille von vor zwei Jahren.

Der Kampf um Medaillen sei „immer da. Das ist nie ausgeschlossen. Aber wir sind weltweit aktuell so gut, so viele, die jetzt aktuell über 20 Meter schon gestoßen haben“, sagte Ogunleye und ergänzte: „Ich will natürlich 20 Meter anbieten. Das ist immer der Anspruch an mich selbst bei den internationalen Meisterschaften.“