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Gina Lückenkemper mit markiger WM-Ansage: "Mein Körper hat sich toll angefühlt"

Lückenkemper mit WM-Ansage

Bei den deutschen Meisterschaften ist Gina Lückenkemper nicht aufzuhalten. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft kann sie sich Großes vorstellen.
Gina Lückenkemper feiert einmal mehr den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Im Interview mit SPORT1 spricht sie über ihren Erfolg über 100 Meter und über die Standing Ovations für sie.
Bei den deutschen Meisterschaften ist Gina Lückenkemper nicht aufzuhalten. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft kann sie sich Großes vorstellen.

Sprinterin Gina Lückenkemper (Berlin) blickt nach ihrer erfolgreichen Titelverteidigung bei den deutschen Meisterschaften zuversichtlich auf die heißen Wochen des WM-Jahres.

„Ich spüre, dass da etwas Ordentliches in der Pipeline ist. Da ist was Gutes auf dem Weg. Es geht nun darum, den Körper gesund zu halten - und ich glaube, dann geht es ordentlich ab“, sagte die Europameisterin mit Blick auf die WM in Budapest (19. bis 27. August).

„Bis zu den Weltmeisterschaften sind es immer noch sechs Wochen, ich renne jetzt im Juli nochmal relativ viel“, fügte sie bei SPORT1 hinzu: „Dann schauen wir von Rennen zu Rennen, wie sich das weiterentwickelt und versuchen darauf aufzubauen. Und hoffen, dass die richtig schnellen Zeiten kommen. Aber ich glaube, das sind wir auf einem sehr guten Weg.“

Lückenkemper: „Meim Körper hat sich toll angefühlt“

Lückenkemper setzte sich am Samstag im Auestadion in Kassel mühelos über die 100 m durch. „Ich habe mich echt sehr, sehr gut gefühlt. Mein Körper hat sich toll angefühlt. Ich hab das sehr, sehr genossen“, erklärte sie: „Die Stimmung im Stadion war wirklich sehr gut. Die Temperaturen sind für mich etwas sehr Angenehmes, die Kälte ist einfach überhaupt nicht so mein Ding. Gnadenlos gute Bedingungen.“

In 11,03 Sekunden schrammte Deutschlands Sportlerin des Jahres allerdings haarscharf an der 11-Sekunden-Schallmauer, die sie bei regulären Bedingungen zuletzt bei ihrem EM-Coup im vergangenen Jahr in München unterboten hatte, vorbei.

"Ich wäre gern ein wenig schneller gerannt", gab Lückenkemper im Anschluss zu und ergänzte angesichts der lediglich 0,3 Sekunden Rückenwind: "Es wäre schön gewesen, wenn da ein Meter Rückenwind gewesen wäre. Dann wäre ein bisschen was anderes gegangen." Letztlich sei sie aber "trotzdem zufrieden".

Lückenkemper will bei der WM angreifen

Dies liegt auch an der Konstanz, die Lückenkemper sechs Wochen vor der WM erneut unter Beweis stellte. Zeiten unter 11,20 Sekunden sind bei der 26-Jährigen längst zum Standard geworden.

Schon in den nächsten Wochen auf dem Weg nach Budapest soll wieder eine „10″ vor dem Komma stehen - nur so, das weiß Lückenkemper, ist ihr erklärtes Ziel, in das WM-Finale einzuziehen, realistisch.

„Wir sind auf einer Reise. Am Ende ist der Saisonhöhepunkt erst Mitte August, das sind immer noch sechs Wochen Zeit. Da gilt es, richtig zu performen“, sagte die Athletin des SSC Berlin, die vor kurzem SPORT1 ein großes Interview gegeben hat. Ihr nächster Start ist beim Diamond-League-Meeting im polnischen Chorzow Ende kommender Woche geplant, dann soll zudem ihr Trainer Lance Brauman aus den USA einfliegen.

Kurios: Beim Diamond-League-Meeting in London (23. Juli) würde sich Lückenkemper in ihrer WM-Vorbereitung ebenfalls gern mit der Sprint-Elite messen.

Bislang erhielt Deutschlands Nummer eins von den Organisatoren allerdings keinen Platz für einen Einzelstart: „Und das als Europameisterin“, sagte Lückenkemper, die über die Hängepartie aber lachen kann: „Vielleicht überlegen sie sich es ja noch einmal.“

Gefeiert in Kassel

Dafür wurde sie bei der DM in Kassel frenetisch gefeiert. Schon als sie ins Stadion kam, gab es Standing Ovations.

„Ich find das immer so ein bisschen komisch, im ersten Moment. Weil ich mich frage: ‚Warum stehen die jetzt auf?‘ Dann stelle ich fest: ‚Oh krass, die jubeln jetzt gerade für mich!‘ Und dann freue ich mich immer total, weil es für mich eine wahnsinnig große Ehre ist, so viel Anerkennung von den Leuten zu bekommen“, sagte Lückenkemper SPORT1.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)