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Breite Unterstützung für "Unabhängiges Zentrum für Safe Sport"

Breite Unterstützung für "Unabhängiges Zentrum für Safe Sport"

Athleten Deutschland hat vor dem Sportausschuss des Bundestages breite Unterstützung für seine Idee einer Anlaufstelle für Missbrauchsopfer erhalten.
Die Idee von Athleten Deutschland erhält Unterstützung
Die Idee von Athleten Deutschland erhält Unterstützung
© ATHLETEN DEUTSCHLAND E.V./ATHLETEN DEUTSCHLAND E.V./ATHLETEN DEUTSCHLAND E.V.
SID
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von SID

Der Verein Athleten Deutschland hat vor dem Sportausschuss des Bundestages breite Unterstützung für seine Idee einer übergeordneten Anlaufstelle für Missbrauchsopfer im Sport erhalten. Sachverständige aus der Wissenschaft, der Praxis und den beiden großen Fachverbänden Turnen (DTB) und Schwimmen (DSV) plädierten für das von den Athleten vorgeschlagene "Unabhängige Zentrum für Safe Sport".

Über die Parteigrenzen hinweg hatten sich zuvor bereits zahlreiche Abgeordnete für die Umsetzung der Kontrollinstanz ausgesprochen. Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag lobte den Vorschlag als "ausgesprochen unterstützenswert. Mit dieser Initiative setzt Athleten Deutschland ein weiteres Ausrufungszeichen in die deutsche Sportlandschaft", sagte die SPD-Politikerin der FAZ.

Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist das Zentrum dagegen "nicht der Königsweg". Vize-Präsidentin Petra Tzschoppe mahnte an, dass "Sportverbände und -vereine selbst Verantwortung für den Schutz vor Gewalt im Sport übernehmen" müssen. Das im Dezember verabschiedete Stufenmodell des DOSB und der Deutschen Sportjugend (dsj) sei ein "geeignetes Instrument" für die Auseinandersetzung.

Die Debatte über den Umgang des organisierten Sports mit Fällen von physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt hat nach schockierenden Veröffentlichungen im Ausland auch in Deutschland an Fahrt gewonnen. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) und der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) mussten nach Missbrauchsvorwürfen gegen Trainer*innen reagieren. Auch eine wissenschaftliche Studie belegt den dringenden Handlungsbedarf.

Die Idee einer unabhängigen, dem Sport übergeordneten Instanz kommt aus dem Ausland. In Ländern wie den USA, Kanada, Australien oder auch in den Niederlanden gibt es inzwischen solche Anlaufstellen für Betroffene. Die Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung (BKSF) schlägt für Deutschland "einen regelmäßigen Austausch" zwischen einem unabhängigen und überregionalen Zentrum und "den Präventions- und Gewaltschutzbeauftragten in den Institutionen des organisierten Sports" vor.

Das Konzept der Athleten Deutschland sieht im Wesentlichen vier Kompetenz- und Handlungsfelder vor. Die Risikoanalyse, um "blinde Flecken" aufzuspüren; eine Art Monitoringsystem, um die tatsächliche Umsetzung von Präventionsmaßnahmen zu prüfen; eine unabhängige Anlauf- und Fallbearbeitungsstelle für die Intervention bei akuten Fällen; und eine unabhängige Begleitung bei der Aufarbeitung vergangener Fälle.

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