Die einstige Schwimm-Weltmeisterin Franziska van Almsick fordert angesichts rückläufiger Erfolge bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften einen grundlegenden Kurswechsel in der deutschen Sportförderung. „Es reicht nicht mehr, an einzelnen Stellschrauben zu drehen oder immer neue Ideen auf alte Strukturen zu setzen. Genau das machen wir aber seit Jahren“, sagte die 48-Jährige im Interview mit web.de.
Klare Worte: Van Almsick fordert Kurswechsel in Sportförderung
Van Almsick fordert Kurswechsel
„Deutschland hat starke Köpfe, gute Ideen und auch genügend Geld“, ergänzte van Almsick: „Das Problem ist nicht, dass uns die Möglichkeiten fehlen. Wir setzen sie nur nicht richtig ein.“
Van Almsick will Trainer stärken
Besonders die Trainerinnen und Trainer müssten gestärkt werden. „Wir sollten endlich anfangen, Trainer ernst zu nehmen. Es ist großartig, dass die Sporthilfe Athletinnen und Athleten unterstützt. Aber wenn Trainer sich von Einjahresvertrag zu Einjahresvertrag hangeln müssen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Top-Trainer in die Niederlande, nach Australien oder in andere Länder wechseln“, sagte van Almsick.
Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe moniert, dass viel Potenzial in „alten Strukturen“ versickere. „Ich glaube, dass dort unheimlich viel Geld gebunden wird, ohne am Ende dort anzukommen, wo es eigentlich gebraucht wird – nämlich bei den Menschen, die täglich Leistung ermöglichen. Da müssen wir uns anders aufstellen, wenn wir international wieder erfolgreicher sein wollen.“