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Ex-Chef: Schumi kein Teamplayer

Ex-Chef: Schumi kein Teamplayer

Für Eddie Jordan ist Michael Schumacher trotz aller WM-Triumphe keineswegs der beste Formel-1-Pilot aller Zeiten - wegen des Umgangs mit seinen Teamkollegen.
Als mehrfacher Formel1-Weltmeister hat er die Herzen der Fans im Sturm erobert: SPORT1 History blickt zurück auf eine bewegende Karriere.
. SPORT1
von SPORT1
am 21. Apr

Für viele Motorsport-Fans ist er der größte Formel-1-Fahrer aller Zeiten: Doch wenn es nach Eddie Jordan geht, fehlt Michael Schumacher dafür etwas ganz Entscheidendes - trotz sieben WM-Titeln.

Der frühere Besitzer des gleichnamigen Rennstalls, der Schumacher 1991 bei Jordan zum WM-Debüt verhalf, erklärte nun im Podcast Off The Ball: "Keine Frage, dass er ein unglaubliches Talent hatte, aber in einem Bereich hat er sich keinen Gefallen getan."

Benetton-Ford's team manager Flavio Briatore (R) hugs German driver Michael Schumacher after his victory in the Monaco Formula One Grand Prix on May 15, 1994. (Photo by Christophe SIMON / AFP)        (Photo credit should read CHRISTOPHE SIMON/AFP via Getty Images)
1991 feiert Schumi auf dem Circuit de Spa-Francorchamps sein Formel-1-Debüt im Jordan-Ford. Es sollte der Beginn einer einzigartigen Karriere werden
Die Unterbringung ist 1991 wenig luxoriös. Schumacher: "Die Geschichte, dass wir in einer Jugendherberge wohnten, ist bekannt. Ich habe mich auch etwas gewundert. Ich dachte, wir sind jetzt in der Formel 1, und das ist die Königsklasse. Willi (Weber, d. Red.) hat schon ein bisschen das Gesicht verzogen, als er die Zimmer sah"
Des einen Freud, des anderen Leid: Schumi verdankt seinen Einsatz der Tatsache, dass Stammpilot Bertrand Gachot im Gefängnis sitzt, weil er einen englischen Taxifahrer nach einem Streit um die Höhe der Rechnung mit Reizgas besprüht. Auf der Strecke haben die Fans ihren Protest gegen die Inhaftierung des Brasilianers niedergeschrieben
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Michael Schumacher: Seine Karriere in Bildern

Jordan: Schumacher kein Teamplayer

Weniger als Schumachers fahrerische Klasse stellt Jordan vielmehr menschliche Qualitäten infrage.

Konkret lautet der Vorwurf: Der Kerpener sei schlichtweg kein Teamplayer gewesen. Vor allem nicht, wenn es um die stallinterne Rangordnung und die entsprechenden Fahrerverträge der Teamkollegen ging.

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Brazilian Formula One driver Ayrton Senna (L) chats with French Alain Prost at his pits during the Belgian Grand Prix on August 28, 1988. (Photo by - / AFP)        (Photo credit should read -/AFP/Getty Images)
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SINGAPORE, SINGAPORE - SEPTEMBER 22: Charles Leclerc of Monaco and Ferrari prepares to drive on the grid before the F1 Grand Prix of Singapore at Marina Bay Street Circuit on September 22, 2019 in Singapore. (Photo by Lars Baron/Getty Images)
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Formel 1: Legendäre Duelle zwischen Teamkollegen

"Ob Eddie Irvine oder Rubens Barrichello, oder wer auch immer – sie alle hatten eine Klausel drin, dass sie die zweite Geige hinter Michael Schumacher spielen müssen", verrät Jordan, der seinen Rennstall 2005 verkaufte und heute als F1-Experte im britischen Fernsehen arbeitet.

Der 72-Jährige, einst selbst Rennfahrer, mag auf die Frage, wer denn nun der Beste war oder ist, keine verbindliche Antwort geben.

Übertrifft Hamilton am Ende alle?

Nur soviel: "Michael war unfassbar talentiert, aber das war Ayrton Senna auch. Ich komme am Schluss immer auf Alain Prost zurück."

Doch was die Zukunft betrifft, glaubt Jordan an Lewis Hamilton, immerhin bereits sechsmal Weltmeister: "Er hat alle Chancen, zum Größten aller Zeiten zu werden."