Anzeige

Wolff: "Gehen gerne vor Gericht"

Wolff: "Gehen gerne vor Gericht"

Toto Wolff sieht nach dem Racing-Point-Urteil bei seinem Team weiterhin keine Schuld. Der Mercedes-Teamchef scheut deshalb auch den Gang vor Gericht nicht.
In Silverstone verpasst Nico Hülkenberg mit Racing Point den erhofften ersten Podestplatz im 178. Rennen. Den starken dritten Startplatz kann er nicht halten.
. SPORT1
. SPORT1
von SPORT1

Die Kopier-Affäre rund um den Racing-Point-Rennstall und das Mercedes-Team erhitzt dieser Tage weiter die Gemüter in der Formel 1.

Auf der einen Seite Racing Point und Mercedes, die sich keiner Schuld bewusst sind. Auf der anderen Seite haben fünf der zehn Rennställe fristgerecht ihre Absicht bekundet, gegen das verhängte Strafmaß in Berufung zu gehen. Dies sind Ferrari, McLaren, Williams, Renault - aber auch Racing Point selbst, die sich mit einer Wiederaufnahme des Verfahrens einen Freispruch erhoffen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff stärkt Racing Point erneut den Rücken und scheut auch den Gang vor Gericht nicht.

"Wir gehen gerne vor Gericht"

"Ich glaube, wenn der Fall an das internationale Berufungsgericht geht, sind unsere Anwälte der festen Überzeugung, dass dies ein Fall ist, der sehr solide Säulen hat, und daher sind wir alle sehr zuversichtlich", erklärte der 48-Jährige bei der BBC: "Wenn jemand denkt, wir haben was falsch gemacht, sollen sie protestieren. Wir gehen gerne vor Gericht."

Wolff ist weiterhin der Meinung, dass sein Team und Racing Point keinerlei Schuld trifft: "Gegen uns wurde nicht protestiert, wir haben nichts falsch gemacht. Ich gehe fest davon aus, dass Racing Point auch nichts falsch gemacht hat."

Er fügte weiter hinzu, dass es nicht in der Verantwortung von Mercedes liege, zu überprüfen, wie und wo Racing Point die Teile verwendet habe.

"Ich weiß nicht, was wir denken sollen, was Racing Point macht, aber ich glaube, die Teile in 2020 zu benutzen war etwas, was nicht reguliert war", beklagt Wolff fehlende Regulierung seitens der FIA.

Nach dem Wechsel von Sebastian Vettel sind noch wenige Cockpits frei
Mercedes' Finnish driver Valtteri Bottas steers his car during the second practice session for the Formula One Styrian Grand Prix on July 10, 2020 in Spielberg, Austria. (Photo by Joe Klamar / various sources / AFP) (Photo by JOE KLAMAR/AFP via Getty Images)
Mercedes' British driver Lewis Hamilton steers his car during the second practice session for the Formula One Styrian Grand Prix on July 10, 2020 in Spielberg, Austria. (Photo by Joe Klamar / various sources / AFP) (Photo by JOE KLAMAR/AFP via Getty Images)
Ferrari's Monegasque driver Charles Leclerc addresses the drivers' press conference ahead of the Formula One Styrian Grand Prix on July 9, 2020 in Spielberg, Austria. (Photo by Bryn Lennon / POOL / AFP) (Photo by BRYN LENNON/POOL/AFP via Getty Images)
+20
Fahrerkarussell: Das Vettel-Beben und die Folgen

Thema noch lange nicht vom Tisch

Im Zentrum des Zoffs steht ein illegaler Designprozess der Bremsbelüftungen. Renault hatte zuvor nach drei Rennen jeweils Protest gegen die eingesetzten Boliden des britischen Rennstalls eingelegt.

Racing Point kauft bei Weltmeisterteam Mercedes viele Teile legal ein, darunter den Motor. Zu den sogenannten "non-listed parts" gehörten bis Ende 2019 auch die Bremsschächte, seit dem Jahreswechsel müssen sie aber von jedem Team selbst designt werden.

Der Verdacht, der im Raum steht: Mercedes hat dem pinken Partner Daten und eventuell auch Zeichnungen über sogenannte "listed Parts" (gelistete Teile) gegeben, um den Mercedes aus dem vergangenen Jahr so detailgetreu wie möglich nachzubauen.

Das Thema ist mit der Strafe für die "pinken Mercedes" jedenfalls noch lange nicht beendet. Bleiben die Teams bei ihrem Konfrontationskurs, droht eine langwierige juristische Auseinandersetzung.