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Wie Haug unter einer Rivalität litt

Wie Haug unter einer Rivalität litt

In der Formel-1-Saison 2007 bekämpfen sich die Teamkollegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso mit allen Mitteln. Der Ungarn-GP ist der Höhepunkt der Rivalität.
Die Beziehung zwischen Lewis Hamilton (l.) und Fernando Alonso war nur selten von Harmonie geprägt
Die Beziehung zwischen Lewis Hamilton (l.) und Fernando Alonso war nur selten von Harmonie geprägt
© Imago
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von SPORT1

Es gibt diese Tage, da denkt man sich, man wäre einfach lieber im Bett geblieben!

Das dürfte sich der ehemalige Mercedes-Motorsport-Vizepräsident Norbert Haug beim Qualifying zum Großen Preis von Ungarn in der Saison 2007 ebenfalls gedacht haben - zumindest, wenn man seinen Erzählungen im Podcast Beyond the Grid glauben darf. (Alles Wichtige zur Formel 1)

"Ich sah natürlich wie ein Idiot aus", erinnerte sich der 68-Jährige an die Pressekonferenz nach dem Qualifying und fügte noch hinzu: "Wie sollte ich so etwas erklären?"

Was war passiert?

Der damals noch unerfahrene Lewis Hamilton fuhr bei McLaren-Mercedes in seiner Rookie-Saison in der Formel 1 an der Seite des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso. Der Spanier war erst zu Saisonbeginn neu ins Team gekommen und sollte dem traditionsreichen Rennstall bei der Jagd nach dem WM-Titel helfen.

Hamilton und Alonso: Krieg der Sterne

Aber es kam alles anders: Am Ende siegte Kimi Räikkönen mit einem Punkt Vorsprung auf Hamilton und Alonso und die Saison von McLaren-Mercedes ging als "Krieg der Sterne" in die Geschichte ein.

Hauptgrund dafür war die Rivalität der beiden Hauptdarsteller. Weder Neuling Hamilton noch Platzhirsch Alonso wollten zurückstecken und so kam es auf und neben der Strecke regelmäßig zu Konflikten.

Ihren Tiefpunkt erlebte die Rivalität beim Qualifying zum Ungarn-GP. Der Engländer weigerte sich, Teamkollege Alonso auf der Strecke vorbeizulassen und fuhr selbst eine fliegende Runde. Der Spanier revanchierte sich dafür in der Boxengasse und verhinderte, dass Hamilton eine letzte schnelle Runde fahren konnte.

Mercedes' British driver Lewis Hamilton wins the Turkish Formula One Grand Prix at the Intercity Istanbul Park circuit in Istanbul on November 15, 2020. (Photo by TOLGA BOZOGLU / POOL / AFP) (Photo by TOLGA BOZOGLU/POOL/AFP via Getty Images)
ISTANBUL, TURKEY - NOVEMBER 15: Race winner Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes GP celebrates winning a 7th F1 World Drivers Championship on the podium during the F1 Grand Prix of Turkey at Intercity Istanbul Park on November 15, 2020 in Istanbul, Turkey. (Photo by Tolga Bozoglu - Pool/Getty Images)
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Die Rennkommissare bestraften Alonso, der mit der schnellsten Runde in Q3 auf die Pole gefahren war, dafür und belegten ihn mit einer Strafversetzung um fünf Plätze. Plötzlich startete doch Hamilton von Platz eins und Haug musste auf der Pressekonferenz erklären, wie es zu diesem Zoff der Teamgefährten kommen konnte.

Norbert Haug hat seine Lektion gelernt

"Damals habe ich sehr gelitten", gestand er, denn "normalerweise sollte man seine Konkurrenten schlagen und nicht sich selbst." Allerdings habe diese Episode auch etwas Lehrreiches gehabt. "Sich selbst zu schlagen ist auch eine Lektion, die ich gelernt habe. Das tut tausendmal mehr weh, wenn man sich selbst im Weg steht."

Dass der stallinterne Zoff auch noch dazu geführt hat, dass die Fahrer-Weltmeisterschaft um einen Punkt verloren ging, machte die ganze Saga noch schmerzvoller. "Wäre es ein Hollywood-Film, würde es keiner glauben", ist sich Haug sicher.