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Formel 1: Marc Surer erklärt, warum sich ein Einstieg von VW in die Formel 1 lohnt und auch klappen sollte

Surer: F1-Einstieg für VW perfekt

Der VW-Konzern stimmt über einen Einstieg in die Königsklasse des Motorsports ab. Der ehemalige BMW-Motorsportchef Marc Surer spricht bei SPORT1 über die Vorteile dieses Engagements und erklärt, warum es klappt.
Der VW-Konzern steht kurz vor einem Einstieg in die Formel 1. Demnach soll VW-Tochter Audi ab 2026 bei McLaren einsteigen.
Der VW-Konzern stimmt über einen Einstieg in die Königsklasse des Motorsports ab. Der ehemalige BMW-Motorsportchef Marc Surer spricht bei SPORT1 über die Vorteile dieses Engagements und erklärt, warum es klappt.

Ab Freitag dreht die Formel 1 in Melbourne seine Runden. (Das komplette Rennwochenende im SPORT1-Liveticker)

Aber einen Tag zuvor schaut die ganze F1-Welt nach Wolfsburg. Am Donnerstag will der VW-Konzern über ein zukünftiges Formel-1-Engagement entscheiden. Bereits seit Monaten halten sich die Gerüchte, dass der deutsche Automobil-Gigant in die Königsklasse des Motorsports will.

Ziel ist das Jahr 2026, wenn ein neues Motorreglement in Kraft tritt. Der Elektroanteil des Hybridsystems wird dann auf die Hälfte erhöht, der Verbrennungsmotor soll ausschließlich mit nachhaltigem Benzin befeuert werden.

Für den ehemaligen BMW-Motorsportchef Marc Surer ist das der perfekte Zeitpunkt für den Einstieg. Durch das neue Reglement haben alle Teams dieselben Voraussetzungen.

Auch den Einstieg mit gleich zwei Tochtermarken - Audi und Porsche - sieht der Schweizer nicht als Problem. Ganz im Gegenteil, durch die unterschiedliche Fangemeinde funktioniert das, wie andere Rennserien beweisen.

Dazu äußert sich Surer im Gespräch mit SPORT1 über den Ablauf eines Formel-1-Einstiegs und warum dieser auch finanziell ein lohnendes Engagement ist.

SPORT1: Marc Surer, die Entscheidung über einen Einstieg des VW-Konzerns in die Formel 1 naht. Im Raum steht derzeit ein Audi-Anteilskauf bei McLaren und eine Porsche-Motor-Kooperation mit Red Bull. Wie bewerten Sie das als ehemaliger BMW-Sportchef? Wie gehen diese internen Diskussionen vonstatten?

Marc Surer: Man nennt das Vorlage. Du musst beim Vorstand eine Vorlage präsentieren. Das ist bereits geschehen. Wir haben gehört, dass zwei Projekte, also das von Audi und das von Porsche, intern schon durch sind. Jetzt muss nur noch der Gesamtkonzern sagen: Ja, ihr dürft das machen! Aber das heißt auch, dass die Vorlagen intern bereits genehmigt worden sind. Der letzte Schritt ist jetzt eine Prinzipfrage. Dabei spielt die langfristige Planung eines Konzerns eine große Rolle.

Marc Surer: Audi und Porsche brauchen den Sport

SPORT1: Was spricht für einen Einstieg?

Surer: Es geht um zwei Volkswagen-Marken, die den Sport brauchen. Einen Audi hat man gekauft, weil es in der Rallye-WM den Audi quattro gab. Die leben immer noch von Walter Röhrls und von Michele Moutons Erfolgen. Und wenn Porsche keine Rennen fährt, was ist Porsche dann noch? Die beiden Marken müssen also Rennsport betreiben. Deswegen – glaube ich – wird das vom Konzern auch genehmigt werden. Und man muss ja auch sagen: Beide haben schon gute Partner ausgesucht. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

SPORT1: Inwiefern?

Surer: Wenn ich daran denke, dass Andreas Seidl jetzt als Teamchef bei McLaren sitzt und die deutsche Connection dann wieder funktionieren würde, muss ich einfach lächeln. Und auch Red Bull und Porsche haben ja eine große Nähe. Das passt einfach.

Darum lohnt sich ein Formel-1-Einstieg trotz Milliardenkosten

SPORT1: Trotzdem: Es geht um viel Geld. Bei Audi ist teilweise sogar von einer Milliarde Euro die Rede. Wie ist so etwas zu rechtfertigen?

Surer: Vielleicht könnte Norbert Haug etwas dazu sagen, denn er hat es ja damals geschafft, Mercedes zu überzeugen, ein eigenes Team zu kaufen – obwohl BMW gerade ausgestiegen war aus der Formel 1. Und wie hat er das gemacht? Er hat verglichen, welche Präsenz der Sport in den Medien bringt und was das kosten würde, wenn man das in Werbung investieren müsste. Genau das ist der Punkt. Über Werbung ist so eine Präsenz und Reichweite fast unbezahlbar. Mit der Formel 1 hast du sie einfach. Deshalb macht es Sinn.

SPORT1: Selbst, wenn man mit zwei Marken einsteigt und gegeneinander fährt? Volkswagen schafft es ja immer wieder Audi gegen Porsche ins Feld zu schicken.

Surer: Genau – damit greift man gleich zwei Zielgruppen ab: die Audi- und die Porsche-Fans. Weil beide ein sportliches Image haben, geht das. Porsche gegen Audi – das haben wir in Le Mans genossen und hoffentlich bald wieder in der Formel 1. Und dann gibt es noch den Störenfried aus Italien. Das wird spannend.

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SPORT1: Hinsichtlich des Marketingaspekts ist natürlich auch der Erfolg wichtig. Glauben Sie, VW kann 2026 gleich konkurrenzfähig sein?

Surer: Ja. Wir bekommen dann ja ein neues Reglement und damit haben alle die gleichen Voraussetzungen. Die beiden Marken haben Erfahrung aus Le Mans, wo sie auch mit Hybriden gefahren sind. E-Fuels sind für alle neu. Dazu setzen beide auf Chassis, hinter denen gute Leute stehen. Ob das McLaren ist oder Red Bull – die wissen, wie es geht. Deshalb können beide erfolgreich sein. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

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