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Formel 1: Skandal-Legende Nelson Piquet bewarf schon Ayrton Senna mit Dreck

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Formel 1: Skandal-Legende Nelson Piquet bewarf schon Ayrton Senna mit Dreck

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Piquet bewarf schon Senna mit Dreck

Piquet bewarf schon Senna mit Dreck

Formel-1-Legende Nelson Piquet schockiert mit rassistischen Äußerungen über Lewis Hamilton die Formel 1. Schon zu aktiven Zeiten leistete er sich üble Entgleisungen gegen seine großen Weggefährten,
Nelson Piquet (r.) und Ayrton Senna waren Intimfeinde
Nelson Piquet (r.) und Ayrton Senna waren Intimfeinde
© Imago
. SPORT1
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Die Aufregung in der Formel 1 ist groß.

Nelson Piquet hat Lewis Hamilton rassistisch beleidigt und dafür einen Shitstorm sondergleichen geerntet - der sich durch Piquets Entschuldigung und die relativierende Behauptung, Opfer eines Missverständnisses zu sein, nur bedingt legen dürfte.

„Nelson Piquet Senior widert mich an“, kommentierte vorher beispielsweise McLarens langjähriger Kommunikationsdirektor Matt Bishop, der heute in derselben Funktion für Aston Martin mit Sebastian Vettel arbeitet. Viele Fans weltweit sind schockiert über das Verhalten des Brasilianers, andere twittern mit Blick auf Piquets unrühmliche Vorgeschichte: „Er war schon immer ein Vollidiot.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Bei genauerer Betrachtung ist es tatsächlich keine große Überraschung, dass sich mit Piquet genau der Mann eine skandalöse Entgleisung leistet, dessen Liste an Anfeindungen und verbalen Verunglimpfungen in der Formel 1 sogar noch länger ist als die seiner unbestreitbar großen Erfolge (Weltmeister 1981, 1983 und 1987).

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Nelson Piquet beschimpfte Nigel Mansell vielfach übel

Um die Welt gehen 1982 die Bilder von Piquets Faustkampf gegen Eliseo Salazar nach einer Kollision in Hockenheim. Doch wirklich Prügel beziehen Piquets Rivalen meist, wenn der 23-fache Grand-Prix-Sieger auf die verbale Überholspur wechselt: Piquet gilt zu seiner aktiven Zeit als Mann, der unter die Gürtellinie geht.

Besonders oft Zielscheibe von Piquets Attacken: Ex-Teamkollege Nigel Mansell. Ab 1986 fahren beide gemeinsam für Williams, die Fehde wird dabei schnell persönlich und schmutzig: „Wenn meine Frau so hässlich wäre wie die von Mansell, würde ich jeden Tag einen Grand Prix fahren, um nicht daheim sein zu müssen“, ätzt Piquet in aller Öffentlichkeit und bezeichnet Mansell als „Idioten“ und „Arschloch“.

Legendär: Als Mansell beim Mexiko GP unter Montezumas Rache leidet, versteckt Piquet seinem Kollegen das Toilettenpapier und lacht: „Mansell hat nur simuliert, er wollte damit bereits die Ausreden für seine drohende Niederlage vorbereiten. Deshalb habe ich das Klopapier geklaut. Als er gemerkt hat, dass keines da ist, hat er gebrüllt wie ein Löwe (Mansells Spitzname; d. Red.).“

Nachdem Mansell wegen eines Unfalls im Saisonendspurt 1987 aussetzen muss und der WM-Titel deshalb kampflos an Piquet geht, spottet dieser: „Es gibt drei Unterschiede zwischen mir und Mansell: Erstens, er mag Golf und ich Tennis. Zweitens, er hat einen schlechten Geschmack bei Frauen und ich einen guten. Drittens, er hat drei Titel verloren und ich drei gewonnen.“

Auch Alain Prost traf es

Auch Alain Prost, der 1986 noch vom Hassduell der Williams-Fahrer profitiert und den WM-Titel abstaubt, bekommt vom Brasilianer sein Fett weg: „Dieser Typ hat die Ehen von drei Piloten beendet, die mit ihm befreundet waren: Didier Pironi, Gérard Larrousse und Jacques Laffite“, poltert Piquet: „Er ist ein Holzfäller, der in das Haus seiner Freunde geht und ihnen die Frau stiehlt. Nur so kann er etwas erreichen, weil er sehr hässlich ist.“

Als Casanova inszeniert sich Piquet, der sieben Kinder von vier verschiedenen Frauen hat (darunter Ex-F1-Pilot Nelson Piquet Jr. und Max Verstappens indirekt ebenfalls in den Wirbel verstrickte Freundin Kelly Piquet) dabei auch selbst: „Wenn ich so viele Kinder hätte, wie man sagt, wäre ich definitiv kein Pilot, sondern Pornodarsteller.“ Das Macho-Gehabe des Platzhirschen bekommt dann auch ein anderer Fahrer zu spüren: Ayrton Senna.

Die Rivalität von Ayrton Senna, Alain Prost, Nigel Mansell, und Nelson Piquet (v.l.) prägte die Formel 1 über viele Jahre
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Piquet diskreditierte Ayrton Senna - und tat unschuldig

Sein acht Jahre jüngerer Landsmann ist der neue aufstrebende Stern am Formel-1-Himmel und der Liebling aller Brasilianer. Piquets Reaktion: Er versucht Senna mit einem damals wie heute indiskutablen Übergriff in sein Privatleben zu diskreditieren, deutet öffentlich an, dass Senna homosexuell sei.

Dabei verweist er unter anderem auf Sennas kurze Ehe sowie dessen enge Freundschaft zu seinem Servicemann. Piquets Einlassungen sind gerade mit Blick auf gesellschaftliche Umfeld im katholisch-konservativen Brasilien der Achtziger niederträchtig. Hinter den Kulissen droht die Senna-Seite Piquet mit einer Verleumdungsklage, am Ende einigt man sich außergerichtlich.

Noch im Jahr 2020 fabuliert Piquet weiter öffentlich über Sennas Sexualleben und tut gleichzeitig, als wäre er ein Unschuldslamm: „Der einzige Satz, der aus meinem Mund kam, war: Geh und frag ihn, warum er keine Frauen mag“, blickt er auf das Gespräch mit dem Reporter zurück, das die Lawine ins Rollen gebracht hatte: „Und dann schrieb er eine große Geschichte, in der er sagte, ich hätte seine Sexualität thematisiert.“ Als hätte Piquet nicht genau das getan.

Nach Sennas Unfalltod 1994 schlug Piquet andere Töne an, sagte: „Ich garantiere, dass mich der Verlust von Senna auf eine Weise getroffen hat, die ich mir niemals hätte vorstellen können. Er war ein sehr harter Gegner und das größte Naturtalent, das ich je in der Formel 1 gesehen habe.“ Nur um in einem TV-Interview kurze Zeit später wieder ein Fettnäpfchen zu finden: „Ein Journalist hat mich mal gefragt, wer der Beste ist: Senna oder ich? Dazu sag ich nur: Ich lebe noch.“

Folgenschwerer Unfall 1987

Dabei hat Piquet ausgerechnet in Sennas Todeskurve Tamburello 1987 selbst einen schlimmen Unfall, von dessen Folgen er sich laut eigener Aussage nie ganz erholt. 1992 verunglückt Piquet auch beim Training zu den Indianapolis 500 schwer und zieht sich erhebliche Beinverletzungen zu. Danach ist seine sportliche Karriere mehr oder weniger beendet. Mit dem Verkauf von Ortungssystemen für Lastwagen, Autos und Schiffe verdient Piquet in seiner Heimat anschließend als Geschäftsmann ein Vermögen.

Die Schlagzeilen um den streitbaren Ex-Weltmeister reißen jedoch nicht ab: Selten positiv, weil er etwa ohne mit der Wimper zu zucken für die Behandlungskosten eines seiner alten BMW-Mechaniker aufkommt, der im Brasilien-Urlaub einen Herzinfarkt erleidet - meistens negativ, weil Piquet wegen diverser Verkehrsdelikte seinen Führerschein abgeben muss, er sich als glühender Fan von Brasiliens nicht minder kontroversen Präsidenten Jair Bolsonaro outet oder nun Lewis Hamilton über dessen Hautfarbe abwertet.

Nelson Piquet wird am 17. August 70 Jahre alt - und ist noch immer kein bisschen weise.

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