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Formel 1: F1-Comeback in Deutschland dank Audi-Einstieg? Hockenheimring-Chef im Interview

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Formel 1: F1-Comeback in Deutschland dank Audi-Einstieg? Hockenheimring-Chef im Interview

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F1-Comeback in Deutschland?

Werden Formel-1-Rennen in Zukunft auch wieder in Deutschland ausgetragen? SPORT1 spricht mit Jorn Teske, Geschäftsführer des Hockenheimrings, über den aktuellen Stand und mögliche Konzepte.
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Bianca Garloff
Bianca Garloff

Hat Deutschland die Chance auf ein Formel-1-Comeback? SPORT1 spricht mit Jorn Teske, Geschäftsführer des Hockenheimrings, über eine mögliche alternierende Austragung des Rennens ab 2026.

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SPORT1: Herr Teske, in der Szene wird spekuliert, dass ein Rotationsprinzip die Formel 1 wieder zurück nach Deutschland bringen könnte. Auch, weil Audi sich einen deutschen Grand Prix wünscht, wenn man 2026 in die Königsklasse einsteigt. Wie reagieren sie auf diese Gerüchte?

Jorn Teske: Wir freuen uns, wenn das Thema Formel 1 in Deutschland weiter diskutiert wird. Und wir freuen uns, dass durch den Audi-Einstieg eine neue Dynamik in die Diskussion kommt. Wir stehen natürlich immer wieder in Kontakt mit der Formel 1, haben den nie abreißen lassen. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es immer wieder auch etwas Neues zu berichten gibt. Wir wissen, dass sowohl die Formel 1 als auch wir ein großes Interesse haben, mittelfristig Wege zu finden, die eine regelmäßige Austragung der Formel 1 in Deutschland sicherstellen würden. Aber wir wissen auch, dass es nach wie vor nicht einfach ist. Wenn durch einen Global Player wie Audi neue Wege erwachsen, dann begrüßen wir das natürlich und sind sehr daran interessiert, uns mit allen Beteiligten auszutauschen.

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Formel 1 in Deutschland? „Wissen, wie wichtig die Königsklasse ist“

SPORT1: Wie stark ist der Wunsch des Hockenheimrings, wieder ein Formel-1-Rennen auszutragen?

Teske: Wir wünschen uns sehr, dass die Formel 1 zurück nach Deutschland kommt. Wir wissen, wie wichtig die Königsklasse des Motorsports für eine Rennstrecke auf der einen, aber auch für eine ganze Region auf der anderen Seite ist. Wir wissen, dass wir unseren weltweiten Ruf der Formel 1 zu verdanken haben und tun alles dafür, dass es ein Comeback gibt. Aber wir bleiben bei unserer Meinung, dass uns ein Formel-1-Rennen (finanziell; Anm. d. Red.) nicht ruinieren darf. Insofern muss man nach Wegen suchen, wie die verschiedenen Interessen unter einen Hut gebracht werden können.

SPORT1: Finanziell nicht ruinieren heißt, dass Sie mit der Formel 1 nicht ins Minus gehen wollen?

Teske: Genau. Wir haben ja auch in der Vergangenheit gesagt, dass es uns gar nicht darum geht, mit der Formel 1 immens viel Geld zu verdienen. Wir wollen mit ihr nur keine Verluste schreiben. Wenn wir gemeinsam Wege finden, wie man das sicherstellen könnte, oder uns jemand das Risiko abnehmen kann, dann spricht überhaupt nichts dagegen, weiter an den Details zu arbeiten. Aber wenn man wie in der Vergangenheit eine größere Antrittsgebühr bezahlt, die sich durch Tickets und Nebenverkäufe schon rein rechnerisch kaum refinanzieren lässt, dann halten wir das so nicht für realistisch.

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Abwechslung zwischen Hockenheimring und Nürburgring?

SPORT1: Selbst in Europa gibt es Regionen, in denen die Politik mithilft, die Formel 1 zu gewinnen. Warum ist das in Deutschland so schwierig?

Teske: Da müssen Sie die Politik fragen! Natürlich haben wir es immer wieder versucht – zunächst über Landes-, aber auch über Bundesebene - mit dem Thema vorstellig zu werden, aber das Interesse daran ist praktisch nicht besonders groß. Offensichtlich ist es politisch nicht opportun, sich für den Motorsport in Deutschland einzusetzen. Selbst wenn die Formel 1 in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle spielt, sind die Berührungsängste sehr groß. Dabei werden dann auch die regionalökonomischen Aspekte ganz offensichtlich ausgeblendet. Denn wenn man die Formel 1 vor Ort hat, wird der Tourismus angekurbelt und die Wertschöpfung in der Region steigt. Das sind Argumente, die bei anderen Sport- oder Kulturereignissen herangezogen werden, die aber bei der Diskussion rund um die Formel 1 nicht gehört werden.

SPORT1: Grundsätzlich zur Rotation: Wenn Sie nur alle zwei Jahre ein Rennen hätten, wäre das ein Problem?

Teske: Gar nicht. Ich halte es für eine sehr gute Idee, eine alternierende Lösung zu haben. Ich kann es nachvollziehen, dass die Formel 1 sich Abwechslung im Rennkalender wünscht. Auf der anderen Seite würden wir nur alle zwei Jahre die enormen Ressourcen binden, die nötig sind, um ein Formel-1-Rennen durchzuführen. Wir würden aber weiterhin das Image und den Status einer Formel-1-Rennstrecke behalten. Insofern ist das durchaus ideal. Wenn es dann eine Rotation der beiden deutschen Rennstrecken gäbe, sprich gemeinsam mit den Kollegen vom Nürburgring, wäre das den deutschen Fans bestimmt sehr recht und mir auch.