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Formel 1: Deutscher Modekonzern bald neuer Namenssponsor bei Red Bull

Deutscher Sponsor bald bei Red Bull

In der Formel 1 soll schon bald ein deutscher Modekonzern Namenssponsor werden. SPORT1 klärt über die Hintergründe auf.
Red Bull und der kleine Ableger AlphaTauri
Red Bull und der kleine Ableger AlphaTauri
© IMAGO/PanoramiC
In der Formel 1 soll schon bald ein deutscher Modekonzern Namenssponsor werden. SPORT1 klärt über die Hintergründe auf.

Der Große Preis von Italien war für Yuki Tsunoda zu Ende, bevor er begonnen hatte. Bereits in der Formationsrunde musste der Japaner seinen AlphaTauri mit rauchendem Heck am Streckenrand abstellen. Eine Enttäuschung, ausgerechnet beim Heimspiel des kleinen Red Bull-Teams. Liam Lawson erreichte im Autodromo Nazionale di Monza Rang elf und verfehlte knapp die Punkte.

Immerhin: Abgesehen von der sportlichen Niederlage sieht die Zukunft der Mannschaft aus Faenza rosig aus. Schon seit Wochen geistern Gerüchte durchs Fahrerlager, der deutsche Modekonzern Hugo Boss könnte das Red Bull-Label AlphaTauri als Namenssponsor ablösen. SPORT1 erfuhr am Rande des GP Italien: Der Deal steht kurz vorm Abschluss. Demnach soll das Label Hugo künftig in Kombination mit der Marke Red Bull den Namen des Juniorteams bilden.

Dazu passt auch: Wie Motorsport-Magazin berichtet, zieht sich die Hugo Boss aus der Formel E zurück. Da hatte man sechs Jahre lang den Emotions Club gesponsert, das VIP-Pendant zum Paddock-Club der Formel 1. Zudem war das Unternehmen aus Metzingen als Bekleidungspartner von Porsche in der Elektroformel unterwegs.

Hugo Boss statt AlphaTauri

Verantwortlich war dafür der damalige Vorstandsvorsitzende Mark Langer. Seine Philosphie erklärte er dem Focus so: „Natürlich ist die Formel 1 die Königsklasse im Rennsport, aber die Formel E ist innovativer und nachhaltiger.“

Der neue Marken-CEO Daniel Grieder sieht das offenbar anders. Das Motorsport-Magazin zitiert einen BOSS-Sprecher aktuell mit den Worten: „Hugo Boss richtet seine bestehenden Engagements im Sport neu aus und wir werden uns zukünftig nur auf die Formel 1 konzentrieren.“

Schon 2022 betonte Grieder bei der Nachrichtenagentur Reuters, warum die Königsklasse zurück in den Fokus wandert: „Die Formel 1 ist besser als je zuvor. Sie haben sich auch zu einer nachhaltigeren Welt und Rennen bekannt. Der Sport ist noch relevanter als je zuvor und die ganze Welt schaut zu.“

Entsprechend stieg man bereits im Vorjahr in eine Partnerschaft mit Aston Martin ein, die bis 2025 läuft – aber kaum sichtbar ist. In der neuen Kombination mit Red Bull soll das anders werden – auch zum Vorteil vom zweiten Team des Energydrink-Unternehmens aus Österreich.

Denn seit dem Tod von Firmengründer Dietrich Mateschitz ist klar: Die B-Mannschaft muss besser werden (vor allem nach WM-Rang neun 2022) und sich selbst finanzieren. „Wir müssen mehr Geld reinholen und die Ergebnisse verbessern“, bestätigt Marko.

Red-Bull-Ableger muss sich selbst finanzieren

Auf sportlicher Ebene ist deshalb eine engere Zusammenarbeit mit Red Bull in Milton Keynes geplant. Finanziell soll ein neuer Partner das Team in die Gewinnzone bringen. Zumal die Modemarke AlphaTauri kaum vom Formel-1-Hype profitiert. Ihre Kleidung wird nur in drei oder vier Ländern verkauft, in denen die Königsklasse fährt.

Mit Hugo Boss will die ehemals Toro Rosso genannte Mannschaft, in der Sebastian Vettel 2008 in Monza seinen ersten Sieg holte, eine neue Ära einläuten. Dazu passt: Der langjährige Teamchef Franz Tost (67) geht Ende 2023 in Rente. Seine Aufgabe teilen sich künftig Laurent Mekies (Sport) und Peter Beyer (Business). Ab 2026 fährt Noch-Alpha-Tauri genau wie Red Bull mit Ford-Triebwerken aus der hauseigenen Motorschmiede in Milton Keynes.

Für Hugo Boss wäre es ein Comeback auf großer Bühne. Die Marke kam 1982 über den deutschen Formel-1-Fahrer Jochen Mass in den Motorsport und war bis 2014 auf den McLaren-F1-Rennwagen von Alain Prost, Ayrton Senna oder Mika Häkkinen zu sehen. 2015 wechselte das Unternehmen zu Mercedes, zog sich Ende 2017 aber aus der Formel 1 zurück.