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Formel 1: Ein Debüt, das einem die Sprache verschlägt

Die Geburtsstunde eines neuen Stars

Arvid Lindblad begeistert beim Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne die Fachwelt. Der 18-Jährige hat einen rekordverdächtigen Aufstieg hinter sich.
Die Formel 1 gilt nach wie vor als die Königsklasse des Motorsports. Hier gibt es alle Informationen rund um die Saison 2026.
Arvid Lindblad begeistert beim Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne die Fachwelt. Der 18-Jährige hat einen rekordverdächtigen Aufstieg hinter sich.

Viel besser kann ein Debüt in der Formel 1 nicht ausfallen. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter von Racing Bulls nach dem Saisonauftakt in Melbourne Spalier vor der Hospitality des Teams standen, um dem neuen Fahrer Arvid Lindblad für seine außergewöhnliche Leistung zu huldigen.

Die Runde Applaus und Umarmungen hatte sich das erst 18 Jahre alte F1-Juwel redlich verdient. Mit unterlegenem Auto fuhr der Brite mit schwedischen und indischen Wurzeln auf Rang acht und lieferte sich beeindruckende Duelle mit den Superstars der Königsklasse wie Max Verstappen.

Lindblad selbst konnte danach kaum glauben, was ihm da gelungen ist, zumal er ziemlich nervös war. „Das ist der Moment, von dem ich mein ganzes Leben lang geträumt habe. Ich war das ganze Wochenende ziemlich aufgeregt. Ich habe versucht, jeden Moment zu genießen“, sagte er bei Sky.

„Lindblad grandios“, lautete auch das Fazit von Ex-F1-Pilot Ralf Schumacher zum ersten Renn-Auftritt des Youngsters in der Formel 1.

Formel 1: Lindblad auf Spuren von Verstappen

Der Racing-Bulls-Fahrer gilt als Supertalent und war bei seinem Debüt der viertjüngste Fahrer der F1-Geschichte. Der jüngste Debütant jemals ist übrigens Verstappen, der bei seinem Debüt 2015 Pech mit einem Motorschaden hatte und sich nun elf Jahre später einen tollen Zweikampf mit Lindblad lieferte.

Für den Rookie ist das eine fast schon surreale Erfahrung. „Es ist verrückt darüber nachzudenken, dass ich hier mit Jungs wie Lewis (Hamilton), Max und Lando (Norris) kämpfe. Vor allem Lewis, den ich lange im Fernsehen gesehen habe und wegen dem ich mich in diesen Sport verliebt habe“, sagte Lindblad, der angekündigt hat, unbedingt auch sein Idol Hamilton einmal schlagen zu wollen.

Hamilton, der bei seinem F1-Debüt bereits 22 Jahre alt war, verfolgt Lindblads Weg aufmerksam. Sein Rat an den Nachwuchspiloten lautet: „Er hat während der Wintertests bereits hervorragende Arbeit geleistet und es eindeutig verdient, hier zu sein. Ich freue mich darauf, seine Fortschritte zu sehen. Es wird aber auch schwierige Tage geben, lass‘ dich davon nicht unterkriegen.“

Zunächst einmal schwebt der Youngster aber sowieso auf Wolke 7. Bereits vor Rennstart kamen ihm fast die Tränen. „Ich bin während der Hymne emotional geworden. Ich habe runtergeschaut, sah das F1-Logo mit meinem Namen – da habe ich mich daran erinnert, wie ich als 4-Jähriger die Formel 1 schaute und davon geträumt habe, eines Tages dort zu sehen“, verriet Lindblad.

Aufstieg in rekordverdächtiger Geschwindigkeit

Sein Weg in die Formel 1 lief dabei in rekordverdächtiger Geschwindigkeit ab. Bereits als 13-Jähriger wurde er 2021 von Red Bull 2021 als „Generationstalent“ identifiziert und vom damaligen Motorsportberater und Nachwuchschef Dr. Helmut Marko in das Nachwuchsprogramm geholt.

Danach marschierte Lindblad durch die verschiedenen Formelserien, sammelte ohne viel Anlaufzeit Siege und Podien, wenngleich es „nur“ zu einem Titel reichte. Dennoch schrieb er 2025 Geschichte, als er mit 17 Jahren und 243 Tagen zum jüngsten Sieger eines Formel-2-Grand-Prix beim Sprintrennen in Jeddah wurde.

Seine Leistungen in dieser Rennserie sowie bei seinen drei Trainingseinsätzen in der Formel 1 reichten Red Bull und seinem Förderer Marko, um ihm für diese Saison ein F1-Cockpit bei den Racing Bulls anzubieten.

Kurios – auch wenn sich Lindblad in der Königsklasse des Motorsports nun mit den besten Fahrern der Welt duelliert, besitzt er noch nicht einmal einen Führerschein. Auch damit tritt er in Verstappens Fußstapfen, der bei seinem Formel-1-Debüt erst 17 Jahre alt war.

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„Lando, ich will, dass du dich an mich erinnerst“

Angst vor großen Namen kennt Lindblad sowieso nicht. Bereits als 14-Jähriger lief er zum heutigen Weltmeister Lando Norris und sagte diesem: „Lando, ich will, dass du dich an mich erinnerst. Wir sehen uns in fünf Jahren.“

Am Ende ging es sogar noch schneller und es dauerte nur vier Jahre, bis sich ihre Wege in der Formel 1 wieder kreuzen. „Ich wollte in die Formel 1 und ich glaubte daran, dass ich es schaffen könnte. Diesen Glauben hatte ich schon mit fünf Jahren. Ich hatte diesen Glauben mit 14, als ich Lando an diesem Tag sah“, blickt Lindblad inzwischen auf diesen speziellen Moment zurück.

Beim Australien-GP lag er anfangs sogar vor Norris, als er sich nach dem Start plötzlich auf Rang 3 wiederfand: „Es war ziemlich verrückt. Ich war vor dem Rennen ruhig und fokussierte mich auf die Startprozedur. Als die Lichter ausgegangen sind, nutzte ich jede Lücke, schoss überall rein und nutzte jede Gelegenheit, die sich bot.“

Red-Bull-Teamchef lobt Formel-1-Rookie

Seine Leistung brachte ihm auch Lob von Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies ein. „Arvid war das ganze Wochenende über fantastisch“, schwärmte er bei Canal+: „Was er leistet, ist unglaublich. Er ist 18 Jahre alt, steht bei seinem ersten Rennen unter enormem Druck und hat so wenig private Testfahrten absolviert.“

Für Lindblad soll dies aber nur der Anfang gewesen sein. „Ich freue mich auf (das nächste Rennen in) China, aber jetzt muss ich mich erstmal kneifen, dass das echt ist. (…) Es ist ein besonderer Tag und den möchte ich jetzt genießen.“

Doch er betonte auch: „Ich glaube, ich habe den Leuten ein wenig gezeigt, wozu ich hier bin.“

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