Lewis Hamilton wirkte nach dem Sprint-Qualifying von Montreal fast erleichtert. Zwar landete der Ferrari-Star „nur“ auf Rang fünf, doch selten in dieser Saison schien der siebenmalige Weltmeister so zufrieden mit seinem Auto gewesen zu sein wie am Freitagabend in Kanada.
"Komplett verwandelt"
Hamilton „komplett verwandelt“
„Es hat da draußen unfassbar viel Spaß gemacht“, sagte Hamilton nach der Session. Und genau das war ihm auf der Strecke auch anzusehen. Der Brite warf seinen Ferrari aggressiv über die Randsteine von Montreal und attackierte besonders die berüchtigte letzte Schikane kompromisslos.
Dass am Ende trotzdem noch die beiden McLaren-Piloten Lando Norris und Oscar Piastri vorbeizogen, konnte Hamilton selbst kaum erklären.
Formel 1: Bei Hamilton überwiegt Zufriedenheit
„Keine Ahnung, warum die anderen am Ende noch etwas mehr gefunden haben“, sagte der Ferrari-Star nach dem Qualifying. Trotzdem überwog bei ihm klar die Zufriedenheit. Vor allem deshalb, weil Hamilton nach schwierigen Monaten bei Ferrari erstmals wieder konstant um die Spitzenplätze kämpfen konnte.
Schon im Training hatte der Rekordweltmeister mit starken Zeiten überzeugt. Dort belegte Hamilton sogar Rang eins beziehungsweise zwei.
Interessant: Offenbar änderte Hamilton zuletzt auch seine Vorbereitung deutlich. Der Brite verriet, dass er sich bewusst vom Simulator ferngehalten habe. Genau das habe ihm geholfen, sich endlich wohler im Ferrari zu fühlen.
Statt endloser Simulatorarbeit konzentrierte sich Hamilton laut eigener Aussage stärker auf die echte Arbeit an der Strecke und auf die Analyse des Fahrverhaltens. Gemeinsam mit seinen Ingenieuren habe Ferrari Fahrstabilität, Balance und mechanisches Setup akribisch untersucht.
Hamilton: Auto „komplett verwandelt“
Das Resultat sei ein völlig neues Setup gewesen, „das wir so noch nie gefahren sind“, erklärte Hamilton. Genau diese Änderungen hätten sowohl ihn als auch das Auto „komplett verwandelt“.
Der Aufwärtstrend blieb auch teamintern nicht unbemerkt. Charles Leclerc sprach nach Platz sechs offen darüber, wie stark sein Teamkollege in Montreal unterwegs sei. „Lewis war an diesem Wochenende unglaublich schnell“, betonte der Monegasse.
Leclerc selbst kämpfte dagegen erneut mit Problemen an seinem Ferrari. Besonders beim Bremsen fühlte sich der Wagen laut eigener Aussage extrem schwierig an. Trotzdem landete er am Ende nur acht Hundertstelsekunden hinter Hamilton auf Rang sechs.
Auch Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur zeigte sich nach dem Sprint-Qualifying zufrieden mit beiden Fahrern. Ziel sei es nun, im Sprint Punkte mitzunehmen und gleichzeitig wichtige Erkenntnisse für das Hauptrennen am Sonntag zu sammeln.
Für Hamilton dürfte aber schon jetzt wichtig sein: Nach vielen schwierigen Monaten scheint er im Ferrari erstmals wirklich angekommen zu sein.