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Olympia: Anna Seidel dank Wildcard im Shorttrack am Start - Märchen nach Horror-Verletzung

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Olympia: Anna Seidel dank Wildcard im Shorttrack am Start - Märchen nach Horror-Verletzung

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Das deutsche Olympia-Märchen

Das deutsche Olympia-Märchen

Ein schwerer Trainingsunfall macht die Olympia-Pläne von Shorttrackerin Anna Seidel beinahe zunichte. Dank einer Wildcard kann sich die 23-Jährige ihren Traum nun doch noch erfüllen.
Die Ex-Biathletin Laura Dahlmeier spricht in der 1. Ausgabe von Viessmann - Start daheim über ihr Leben nach der Karriere und welchen Stellenwert Nachhaltigkeit beim Projekt Hausbau und ihrem Leben einnimmt.
Franziska Wendler
Franziska Wendler

Diese Geschichte ist ein wahr gewordenes Märchen noch vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking.

Rund ein Jahr ist es her, da stand Anna Seidel bei den Shorttrack-Europameisterschaften in Danzig gleich dreimal auf dem Podest. Über 1500 Meter und im Mehrkampf schnappte sich Deutschlands Top-Athletin die Silbermedaille, über die 1000 Meter glückte der Sprung auf Rang drei.

Die Zeichen in Richtung Olympia standen zweifelsfrei auf Erfolg. Doch dann passierte, was nicht passieren durfte: Vor den Weltmeisterschaften im niederländischen Dordrecht erlitt Seidel einen schweren Trainingsunfall.

Monatelange Pause nach schwerem Trainingsunfall

Die heute 23-Jährige zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu und musste in ihrer Heimatstadt Dresden operiert werden. Das Verpassen der WM-Wettbewerbe schmerzte die Top-Athletin, zumal ihre Medaillenchancen aufgrund der coronabedingten Absagen einigen Konkurrentinnen enorm gestiegen waren - die mit der Verletzung verbundene Pause schmerzte allerdings noch viel mehr.

Monatelang war nicht an Training zu denken, die Folgen für ihre mögliche Olympia-Teilnahme gravierend. Mehrfach verpasste Seidel, die sogar an ein Karriereende dachte, die Qualifikation nur haarscharf. Zwei Top-15-Plätze oder eine Platzierung unter den besten Acht wären nötig gewesen – die Shorttrackerin wurde dagegen einmal Neunte und landete zudem einmal auf Rang 16.

Knapper verpassen kann man ein Olympia-Ticket kaum.

Seidel psychisch und mental gefordert

„Es war ohnehin ein Rennen gegen die Zeit. Ich bin erst im September wieder ins Training mit der Nationalmannschaft eingestiegen“, erklärte Seidel im November dem MDR.

Doch die Olympia-Hoffnung blieb, da sich Seidel den deutschen Shorttrack-Quotenplatz holte. Die Entscheidung über eine Teilnahme lag nun in den Händen des Deutschen Olympischen Sportbundes und des zuständigen Verbandes, der Deutschen Eisschnellauf- und Shorttrack-Gemeinschaft.

„Psychisch und mental war es heftig, mit meine krasseste Verletzung. Es gab Momente, in denen ich gesagt habe, das wird nichts mehr“, führte Seidel ihr Leiden weiter aus: „Weil ich so viel investiert habe, hoffe ich, dass meine Story berücksichtigt wird. Dass mein Zurückkämpfen auch belohnt wird.“

Wildcard-Ticket für Olympia in Peking

Und die Hoffnungen wurden erfüllt. Mitte Januar wurde der 23-Jährigen das deutsche Wildcard-Ticket zugesprochen, Seidel darf in Peking die deutschen Farben repräsentieren.

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„Ich bin dem Team Deutschland unendlich dankbar, dass es an mich geglaubt hat und für die unglaubliche Unterstützung, die ich im letzten Monat von allen bekommen habe“, freute sich die Sportlerin auf ihrem Instagram-Account.

Und weiter: „Seit meiner Verletzung im März habe ich jeden Tag an die Olympischen Spiele gedacht, und ich bin sehr erleichtert, dass dieser Traum nun Wirklichkeit geworden ist. Vielen Dank an alle, die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Ich kann es kaum erwarten, zu zeigen, wie hart ich gearbeitet habe!“

Seidels letzte Olympia-Teilnahme

Die Chance dazu bekommt sie ab dem 5. Februar, dann starten in Peking die Shorttrack-Wettbewerbe. Für Seidel, die über die 1500 Meter an den Start geht, nach Sotschi 2014 und Pyeongchang 2018 die dritten Olympischen Spiele, die auch ihre letzten sein werden.

„Natürlich wird da jetzt ein bisschen Wehmut dabei sein“, meinte Seidel laut dpa bei einer virtuellen Medienrunde: „Aber in vier Jahren wäre da die gleiche Wehmut dabei, und mit fast 28 sehe ich mich nicht mehr im Kreis auf dem Eis laufen.“ Nach Olympia will sie noch zwei Jahre weiterlaufen und ein Management-Studium beginnen.

Doch zunächst gilt der volle Fokus den Winterspielen: „Ich wollte da unbedingt hin. Peking war mein Ziel - und das habe ich jetzt geschafft. Und ich will jetzt nicht in der ersten Runde rausfliegen, da wäre ich schon enttäuscht.“

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