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Olympia 2022: Skicross-Bronze nach Videobeweis - Daniela Maier droht Protest von Fanny Smith

Verliert Deutsche ihre Medaille?

Dank Videobeweis gewinnt die deutsche Skicrosserin Daniela Maier bei Olympia die Bronzemedaille. Die bestrafte Schweizerin will das aber noch nicht akzeptieren.
Daniela Maier muss Olympia-Bronze zurückgeben. Die deutsche Skicrosserin hatte in Peking mit ihrem Fairplay begeistert. Nun verliert sie ihre Medaille. Selbst die Nutznießerin hat Mitleid.
Dank Videobeweis gewinnt die deutsche Skicrosserin Daniela Maier bei Olympia die Bronzemedaille. Die bestrafte Schweizerin will das aber noch nicht akzeptieren.

Die Schweizer Skicrosserin Fanny Smith behält sich nach der umstrittenen Entscheidung im Skicross-Wettbewerb der Olympischen Spiele in Peking einen Protest vor.

Smith war nach dem Finale am Donnerstag zurückgestuft worden, weil sie aus Sicht der Wettkampfjury ihre deutsche Kontrahentin Daniela Maier auf der Piste behindert hatte. Maier erhielt nachträglich Bronze.

„Das ist sicherlich der härteste Tag meines Lebens. Ich kann die Entscheidung nicht akzeptieren“, schrieb Ex-Weltmeisterin Smith in der Nacht zu Freitag (Ortszeit) in einer Instagram-Story.

Skicross: Smith prüft Protest gegen Medaille von Daniela Maier

Zusammen mit dem Schweizer Verband wolle sie nun „alle Möglichkeiten prüfen“, die Wertung anzufechten. Direkt nach der Entscheidung hatte Smith bereits fassungslos in die TV-Kameras gerufen: „Das ist ein Witz! Kann der Judge Ski fahren!?“

Die deutsche Seite fürchtete am Freitagmittag kein Nachspiel. „Die Regel für Kontakt sieht weder eine Protestmöglichkeit vor noch ist die Juryentscheidung anfechtbar“, sagte der sportliche Leiter Heli Herdt auf einer Pressekonferenz: „Außerdem wurde sie einstimmig von einem Reviewboard bestätigt.“

Im packenden Finale war Smiths linker Ski nach der letzten Welle in die Fahrspur der aufkommenden Maier gedriftet - die Jury wertete dies als Behinderung. Die 25-Jährige aus Urach gewann dadurch die erste deutsche Skicross-Medaille der Olympia-Geschichte.

Skicross-Drama bei Olympia: Schweiz wittert Skandal

Bereits kurz nach dem Rennen hatte der Schweizer Nationaltrainer Ralph Pfäffli von einem „völligen Unsinn“ gesprochen und angekündigt, rechtliche Schritte prüfen zu wollen. „Jeder hier, vielleicht nicht die Deutschen, denkt, es war in Ordnung. Sie haben eine Bronzemedaille von uns gestohlen.“ Er befürchte allerdings, dass es sich um einen „Tatsachenentscheid“ handele, sagte er.

Auch Sanna Lüdi, die verletzt ausfällt und beim SRF als Co-Kommentatorin dabei war, nahm ihre Teamkollegin Smith in Schutz: „Sie hat das Einzige gemacht, das sie in diesem Moment tun konnte: Beine auseinander“, meinte sie und sprach von einem „Witz. Die FIS ist wohl schon lange nicht mehr Skicross gefahren.“ SRF-Kommentator Dani Kern bezeichnete die Entscheidung sogar als „Skandal“.

Der Weltverband verteidigt jedoch seine Entscheidung.

„Beim betreffenden Fall ist die Jury der Ansicht, dass Fanny Smith hätte gerade fahren können. Dann hat sie aber nach links gewechselt und hat nochmal einen großen Schritt nach links gemacht. Dadurch hat Dani das Gleichgewicht und dadurch den ganzen Schwung verloren. Durch diese Aktion wurde das Resultat beeinflusst, da Dani ohne den Kontakt vorbeigefahren wäre“, erklärte FIS-Renndirektor Klaus Waldner im ARD-Interview.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)