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"Mega-Skandal": Deutsche Ringerin um Olympia betrogen?

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"Mega-Skandal": Deutsche Ringerin um Olympia betrogen?

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„Mega-Skandal“ bei Olympia-Quali

Ringerin Annika Wendle verpasst die Olympia-Qualifikation, der entscheidende Kampf wird dabei von umstrittenen Entscheidungen überschattet. Der ehemalige deutsche Weltklasseringer Frank Stäbler rechnet bei SPORT1 mit dem Kampfrichtertrio ab.
Für Annika Wendle ist der Traum von den Olympischen Spielen in Paris geplatzt
Für Annika Wendle ist der Traum von den Olympischen Spielen in Paris geplatzt
© IMAGO/United World Wrestling
fkunkel
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Johannes Fischer
Johannes Fischer
Ringerin Annika Wendle verpasst die Olympia-Qualifikation, der entscheidende Kampf wird dabei von umstrittenen Entscheidungen überschattet. Der ehemalige deutsche Weltklasseringer Frank Stäbler rechnet bei SPORT1 mit dem Kampfrichtertrio ab.

Die verpasste Olympia-Qualifikation der deutschen Ringerin Annika Wendle hat für mächtig Wirbel gesorgt. Mehrere umstrittene Schiedsrichterentscheidungen beim Qualifikationsturnier in Istanbul vor einer Woche ließen den Verdacht aufkommen, dass die 26-Jährige um ihr Ticket für die Olympischen Spiele betrogen wurde.

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Nachdem Wendle ihren Kampf in der 53-kg-Klasse gegen Lokalmatadorin Zeynep Yetgil mit 2:3 verloren hatte, reagierte der Deutsche Ringer-Bund (DRB): In einer Mitteilung schrieb der Verband, dass die Niederlage „auf mehrere Fehlentscheidungen des Kampfrichtertrios“ zurückzuführen sei. Ein eingelegter Protest gegen die Wertung blieb allerdings erfolglos.

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Der Kampf in Istanbul war unter lautstarken Buhrufen des Publikums und mit bitteren Tränen von Wendle zu Ende gegangen. Auf Instagram schrieb die ehemalige U23-Europameisterin später unter anderem über „Ungerechtigkeit“ und „Unglauben“. Schon vor einem Monat hatte ihr beim Qualifikationsturnier in Baku nur ein Punkt für das Ticket nach Paris gefehlt.

Wirbel um Olympia-Qualifikation: „Es war skandalös“

Bei SPORT1 zeigt sich auch der ehemalige deutsche Weltklasseringer und Bronzemedaillen-Gewinner von Tokio, Frank Stäbler, fassungslos über den Verlauf der Ereignisse: „Es war skandalös. Es war sehr, sehr traurig. So etwas tut weh.“

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Der 34-Jährige, der als Mentaltrainer der deutschen Nationalmannschaft live vor Ort war, fuhr fort: „Wenn eine Fehlentscheidung in einem der wichtigsten Kämpfe der Karriere so ausschlaggebend ist, um den Traum zu beenden, tut es natürlich doppelt weh.“

Stäbler ist der Ansicht, dass Wendles Kontrahentin klar bevorteilt wurde: „Gerade in den letzten 45 Sekunden hätte es schon viel früher eine Verwarnung geben müssen. Die Gegnerin hatte schon drei Mal unerlaubt ins Trikot gegriffen und dran gezerrt. Das hätte schon Verwarnungspunkte geben müssen, die den Kampf dann für die ‚Richtige‘ entschieden hätten.“

Die letzten Momente des Kampfes bezeichnet Stäbler sogar als „Mega-Skandal“. Als Wendle beim Stand von 1:2 einen Angriff ausführte und Yetgil ins Straucheln brachte, forderte der Mattenpräsident ausgerechnet in diesem Moment eine Verwarnung für die Türkin. So erhielt Wendle zwar einen Punkt, doch die Verwarnung unterbrach ihren Angriff, der ihr eine Zweierwertung hätte einbringen können.

Ex-Ringer prangert Fehlentscheidungen an

Bundestrainer Patrick Loes legte eine Challenge gegen die Entscheidung ein, die jedoch abgewiesen wurde.

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„Sie haben die Punkte nicht gegeben, weil sie gesagt haben, die Challenge sei schon geschmissen und haben auf das Regelwerk verwiesen“, erklärt Stäbler den Beschluss der Unparteiischen. In der Konsequenz erhielt Yetgil einen weiteren Punkt und gewann mit 3:2.

Für Stäbler haben die Entscheidungen während des Kampfes insgesamt einen „extremen Beigeschmack“. Schließlich habe Wendle gegen eine Türkin in der Türkei gekämpft, bemerkt der mehrmalige Welt- und Europameister im griechisch-römischen Stil.

Frank Stäbler gewann 2021 in Tokio die Bronzemedaille
Frank Stäbler gewann 2021 in Tokio die Bronzemedaille

Stäbler erkennt generell einen besorgniserregenden Trend: „Der Ringsport - für mich der schönste Sport der Welt - leidet unter so etwas ganz extrem. Es war eine Zeit lang viel besser, doch jetzt sind viele solcher Fehlentscheidungen getroffen worden.“

„Einfach nur schade und traurig“: Wendle verpasst Paris

Das Schicksal von Wendle tut ihm leid: „Es ist einfach nur schwer zu verkraften. Ich kann es gar nicht nachvollziehen, wie beschissen sich das für Annika anfühlen muss, wenn dir der große Traum so ungerecht genommen wird.“

Stäblers abschließendes Fazit fällt eindeutig aus: „Kurz zusammengefasst ist es einfach nur schade und traurig. Ich kann nur hoffen, dass diese Schiedsrichter nie wieder pfeifen dürfen.“

Ob die glücklose Wendle in vier Jahren einen neuen Anlauf für die Olympischen Spiele in Los Angeles startet, ließ sie derweil im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse offen. Immerhin bekam die 26-Jährige nach dem verpassten Ticket für Paris Zuspruch von verschiedenen Seiten.

„Ich kann nicht glauben, was passiert ist, wie Kampfrichter Träume töten können“, kommentierte etwa die polnische Ringerin Katarzyna Krawczyk einen Instagram-Beitrag von Wendle. Tokio-Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken schrieb: „Sie können dich nicht brechen. Du bist viel mehr als das alles.“