Im Herzen fühlte sich Maxim Naumov seinen Eltern ganz nah. „Ich habe das Gefühl, dass sie mich heute geführt haben“, sagte der US-Eiskunstläufer nach einem emotionalen und bittersüßen Dienstagabend auf dem Olympia-Eis in Mailand: „Ich habe ihre Anwesenheit gespürt. Bei jedem Gleiten und jedem Schritt, den ich auf dem Eis gemacht habe.“
Eiskunstläufer Naumov würdigt verstorbene Eltern
Einer der emotionalsten Olympia-Momente
Naumov, Sohn von Jewgenia Schischkowa und Vadim Naumov, den Paarlauf-Weltmeistern von 1994, hatte seine Eltern bei einem tragischen Flugzeugunglück bei Washington D.C. im Januar 2025 verloren.
Unter den 67 Todesopfern befanden sich insgesamt 28 Mitglieder der US-Eiskunstlauffamilie. Sie waren auf dem Rückweg von den nationalen Meisterschaften.
Olympia: Naumov schafft es unter Tränen in Kürfinale
85,65 Punkte im Kurzprogramm, gelaufen zu Chopins eindringlicher, melancholischer „Nocturne Nr. 20“, bedeuteten für Naumov die Saisonbestleistung. Ein Platz im Kürfinale am Freitag ist ihm sicher.
Nach seiner Darbietung hielt Naumov ein Foto in die Höhe. Dort hält er die Hände seiner Eltern, als sie ihn im Alter von drei Jahren zum ersten Mal mit auf das Eis nahmen. „Ich trage es bei mir, damit ich es nie vergesse“, sagte der 24-Jährige: „Sie sind genau hier. Es ist buchstäblich hier auf meiner Brust, auf meinem Herzen.“
Am Ende seines Programms sank er auf die Knie, Tränen schossen Naumov in die Augen. Die Zuschauer jubelten, brachten so ihre Anteilnahme zum Ausdruck. „Ich wusste nicht, ob ich weinen, lächeln oder lachen sollte“, sagte Naumov: „Ich konnte nur aufblicken und sagen: ‚Schaut, was wir gerade geschafft haben.‘ Ich habe es auf Englisch und Russisch gesagt.“