Die Schweizer Ski-Freestylerin Mathilde Gremaud hat Chinas Megastar Eileen Gu erneut die Goldmedaille im Slopestyle-Wettbewerb weggeschnappt. Die Olympiasiegerin von 2022 und amtierende Weltmeisterin setzte sich in Livigno wie vor vier Jahren in Peking hauchdünn vor dem Topstar der Szene durch.
Olympia 2026: Gold verpasst! Drama um Megastar
Gold verpasst! Drama um Megastar
Gremaud und Gu trennten am Ende eines hochklassigen Duells winzige 0,38 Punkte. In Peking hatte sich Gremaud mit einem Vorsprung von 0,33 Zählern durchgesetzt. Bronze ging mit deutlichem Abstand an Megan Oldham aus Kanada. Oldham fehlten 10,50 Punkte zur Spitze.
Die gebürtige US-Amerikanerin Gu, die in Peking Gold im Big Air und in der Halfpipe gewonnen hatte, legte im ersten der drei Finalläufe mit einer Wertung von 86,58 vor und ging in Führung. Doch Gremaud konterte im zweiten Durchgang mit 86,96. Gu riskierte viel, kam jedoch sowohl im zweiten als auch im dritten Run zu Sturz.
Olympia: Experte jubelt mit Gremaud
Bereits beim ersten Lauf zeigte Gremaud etwas, was man so noch nie gesehen hatte, auch wenn es nicht zur Führung reichte. „Sie hat einen Run gemacht, den noch kein Girl auf dieser Welt gemacht hat“, sagte der Schweizer Chefcoach Dominik Furrer.
„Drei Doubles in einem Run – ich weiß nicht, ob das jemals in einem Wettkampf bei den Frauen vorgekommen ist. Sorry, dass ich das nicht auf Anhieb weiß. Aber wenn, dann auf jeden Fall nicht oft“, jubelte ARD-Experte David Zehentner während der Live-Übertragung bei Gremauds ersten Lauf mit, der noch nicht zur Führung reichte.
Als Gu im finalen Lauf stürzte, war Zehentner nicht weniger erstaunt. „Das habe ich so noch nie gesehen – wirklich noch nie von Eileen. Die wird stocksauer sein“, betonte er. „Das kennt man überhaupt nicht von Eileen. Aber es zeigt, dass auch sie nur ein Mensch ist. Manchmal war ich mir da nicht ganz so sicher.“
Scharfe Töne vor Olympia-Duell
Das Duell hatte im Vorfeld an Schärfe gewonnen, weil Gremauds Trainer Misra Noto wie schon vor Peking die Seiten gewechselt hatte und sich Gus Lager anschloss. Die Schweizer Boulevardzeitung Blick schrieb von „Verrat“.
Der Schweizer Chefcoach Dominik Furrer kommentierte den Wirbel in Italien um Superstar Gu am Rande des Wettkampfs in der ARD schnippisch: „Wir sind ja nicht wegen eines Heiratsantrags hier - sondern wegen des Skifahrens. Und da gibt’s nur eine Königin.“
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)