Auch Rodel-Rekorweltmeister Felix Loch hat für den Umgang des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit Skeletonsportler Wladyslaw Heraskewytsch kein Verständnis.
Olympia-Ärger: "Wahnsinn - eine sehr, sehr schlechte Entscheidung"
Heraskewytsch? Loch kritisiert IOC
„Es ist Wahnsinn“, sagte Loch im ZDF über die Disqualifikation seines Freundes bei den Winterspielen in Cortina: „Er möchte nichts Politisches bewirken, er möchte an seine Freunde erinnern. Das machen viele andere Sportler auch, da ist es kein Problem. Ich finde das nicht richtig, es ist eine sehr, sehr schlechte Entscheidung.“
Olympia: Ukrainer wegen Gedenk-Helm disqualifiziert
Der Ukrainer Heraskewytsch wollte im Wettkampf mit einem besonderen Helm an Athletinnen und Athleten erinnern, die im Krieg von russischen Soldaten getötet wurden.
Das IOC untersagte dies mit Verweis auf die Olympischen Charta, die Meinungsäußerungen unter anderem auf dem Spielfeld („field of play“) untersagt. Heraskewytsch wurde für die Rennen am Donnerstag und Freitag disqualifiziert.
IOC-Präsidentin Coventry? „Sie ist sich extrem unsicher“
Loch kritisierte, dass der Verband so lange mit seiner Entscheidung gewartet habe: „Das hat er ja schon lange vorgehabt und auch schon angefragt. Das ist unglaublich bitter. Ich kann es nicht ganz nachvollziehen – vor allem, dass man so lang gewartet hat und ihn erst kurz vor knapp aus dem Rennen genommen hat.“
Bei der Erklärung der Entscheidung am Donnerstagmorgen konnte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ihre Tränen nicht zurückhalten. „Sie ist sich extrem unsicher“, so nimmt es Loch wahr, „sie weiß, dass man da in einem Graubereich unterwegs ist.“
Loch appelliert an Heraskewytsch: „Er ist ein Kämpfer“
Die Regularien seien „nicht eindeutig“ - das Bild, welches das IOC abgegeben hat, sei „schwach“, die vergangenen Tage hätten „ein sehr ungutes Gefühl“ hinterlassen, sagte Loch.
Für den Sportler Heraskewytsch tue es ihm „unheimlich leid, ich weiß, was er für diese Spiele investiert hat“. Der Aktivist Heraskewytsch solle und werde indes „weitermachen. Er ist ein Kämpfer und weiß, was das für sein Land bedeutet. Das war ganz wichtig für ihn und ganz wichtig für die Ukraine. Es hat endlich mal wieder die Aufmerksamkeit gebracht, die dieses Land verdient“.
Loch verbindet eine private Freundschaft mit Heraskewytsch. Mit seiner Hilfsorganisation „Athletes for Ukraine“ setzt er sich seit Jahren für die Opfer des russischen Angriffskrieges ein.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)