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"Total unsportlich!" Unfaire Aktion bei Olympia endet für deutsches Ski-Ass verhängnisvoll

Deutsches Ski-Ass unfair ausgebremst

Florian Wilmsmann und Tim Hronek gehen im Skicross leer aus. Hronek wird im Halbfinale entscheidend behindert.
Daniel Maier feiert ihre Goldmedaille im Skicross feuchtfröhlich. Zwischen Jubelgesang und einer Champagnerdusche lässt es das Ski-Ass ordentlich krachen.
Florian Wilmsmann und Tim Hronek gehen im Skicross leer aus. Hronek wird im Halbfinale entscheidend behindert.

Tim Hronek war außer sich! Beim Zieleinlauf hob der deutsche Skicrosser wütend seinen Skistock und schimpfte Richtung Konkurrent Ryan Regez.

„Im Halbfinale war ich hinter dem Schweizer auf einer guten Position“, erklärte Hronek hinterher die Situation mit Regez. „Der macht vor mir einen Fehler, macht den Sprung zu kurz und ich mach den Fehler nicht. Ich wäre mit einem Überholmanöver vorbeigegangen, aber er hat mich total unsportlich festgehalten. Er hat mich komplett festgehalten und ausgebremst.“

Zwar wurde Regez im Nachhinein disqualifiziert, doch das half Hronek wenig. Denn der Japaner Satoshi Furuno profitierte von dem Gerangel der beiden und kam als Zweiter ins Ziel - als Dritter verpasste Hronek somit das Finale und eine Chance auf eine Medaille.

Deutsches Ski-Ass hadert mit verpasster Medaillenchance

„Ich möchte nicht sagen, dass es der Finaleinzug gewesen wäre, aber er wäre zumindest angerichtet gewesen. Es ist schon extrem bitter … Natürlich stellt man sich die Frage, wieso passiert es mir?“, haderte Hronek.

Die spätere Entschuldigung von Regez war für ihn ein schwacher Trost. „Der Kollege hat sich entschuldigt, aber darüber müssen wir noch ein bisschen Gras wachsen lassen“, sagte Hronek. „Ich muss es jetzt so nehmen, wie es ist. Ich habe trotzdem eine gute Leistung gebracht, bin Sechster geworden bei Olympia, aber am Ende des Tages, wenn man so nah dran ist, möchte man natürlich auch seine Medaille.“

Auch für Teamkollege Florian Wilmsmann war im Halbfinale Schluss. Im „kleinen Finale“ belegten die beiden Deutschen die Plätze sechs und sieben. Einen Tag nach dem umjubelten Olympiasieg von Daniela Maier verpassten die deutschen Skicrosser damit eine weitere Medaille.

Doppelsieg für Italien

Die Gastgeber feierten dafür einen Doppelsieg: Simone Deromedis, Weltmeister von 2023, siegte vor seinem überraschend starken Teamkollegen Federico Tomasoni. Bronze ging an Altmeister Alex Fiva: Der 40 Jahre alte Schweizer hatte vor vier Jahren in Peking hinter Landsmann Ryan Regez Silber gewonnen.

Wilmsmann hatte zunächst vom völlig überraschenden Ausscheiden des großen Goldfavoriten Reece Howden profitiert: Der im Weltcup in dieser Saison so dominante Kanadier, außerdem Schnellster im Platzierungslauf, schied in seinem Viertelfinale aus. Howden befand sich wie Wilmsmann in der oberen Hälfte des Tableaus.

Wilmsmann hat im Halbfinale klar das Nachsehen

Nach bis dahin überzeugenden Läufen belegte Wilmsmann in seinem Halbfinale bei stärker werdendem Schneefall allerdings nur den letzten Platz - hinter Deromedis, Tomasoni und dem Franzosen Terence Tchiknavorian, der anschließend auch im Kampf um die Plätze fünf bis acht der Schnellste war.

Alle vier gestarteten Deutschen hatten zunächst das Viertelfinale erreicht: Cornel Renn schied dort im selben Lauf wie Wilmsmann aus - ihm fehlten dabei nur 0,05 Sekunden zum Weiterkommen. Florian Fischer konnte sich in seinem Viertelfinale gegen Regez und Fiva durchsetzen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)