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Gold! Der Traum vom perfekten Ende wird wahr

Deutscher Gold-Traum wird wahr

Auch am finalen Wettkampftag der Olympischen Winterspiele bleibt der Eiskanal von Cortina d‘Ampezzo eine deutsche Medaillengrube. Im Viererbob holen die Athleten erneut Gold und Silber.
Die Olympiasieger im Bob, Johannes Lochner und Georg Fleischhauer, reagieren auf ihren Erfolg.
Auch am finalen Wettkampftag der Olympischen Winterspiele bleibt der Eiskanal von Cortina d‘Ampezzo eine deutsche Medaillengrube. Im Viererbob holen die Athleten erneut Gold und Silber.

Die deutschen Bob-Fahrer haben ihre sensationellen Leistungen bei den Olympischen Winterspielen 2026 einmal mehr gekrönt und am letzten Wettkampftag wieder zwei Medaillen abgeräumt - mit dem besten Ausgang für Johannes Lochner! Fünf Tage nach seinem Triumph im Zweier raste der 35-Jährige auch im Vierer zu Gold. Silber holte Francesco Friedrich, Bronze ging an den Schweizer Michael Vogt.

Im Vorfeld war ein Duell auf Augenhöhe prognostiziert worden. Doch schon in den ersten drei Läufen demonstrierte Johannes Lochner mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer seine Ausnahmestellung. Am Ende behauptete sich das Quartett mit einem Vorsprung von 57 Hundertstel vor dem langjährigen Rivalen Friedrich, der gemeinsam mit Felix Straub, Matthias Sommer und Alexander Schüller antrat.

„Es ist unglaublich, dass der Plan bei meiner letzten Fahrt tatsächlich so aufgegangen ist – ich werde wohl lange brauchen, um das zu begreifen“, sagte Lochner, der seine Karriere nach Olympia beendet, nach dem Goldgewinn sichtlich überwältigt: „Dieser Traum hat sich zwei Jahre lang in meinem Kopf abgespielt. Dass er nun Wirklichkeit geworden ist, ist unbeschreiblich. Das ist ein Moment für die Ewigkeit – ein perfekterer Abschluss ist kaum vorstellbar.“

Ammour nach Krimi völlig niedergeschlagen

Für Friedrich hatte aber auch Rang zwei historische Bedeutung: Mit nun vier Gold- und zwei Silbermedaillen ist er der erfolgreichste Bobpilot der olympischen Geschichte. Der Doppel-Olympiasieger von 2018 und 2022 übertraf damit die Bilanz von André Lange (viermal Gold, einmal Silber). Hinter dem Spitzenduo fiel der junge Herausforderer Adam Ammour mit Joshua Tasche, Alexander Schaller und seinem Bruder Issam Ammour im vierten Lauf noch vom Podest. Ihm fehlten vier Hundertstelsekunden auf Vogt.

„Es ist gerade eine echte Kack-Position, in der wir stecken. Vierter Platz ist sehr undankbar. Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß“, erzählte Ammour, der lange auf Medaillenkurs gelegen hatte und dann doch hauchdünn leer ausging: „Wir haben uns zu viele kleine Fehler geleistet – sei es beim Anschub, sei es beim Einstieg, sei es in der Bahn mit einigen Fahrfehlern. Es war nicht das, was wir zeigen wollten.“

Olympia: Eiskanal bleibt deutsches Erfolgsrevier

Dennoch erwies sich der Eiskanal von Cortina d’Ampezzo abermals als deutsches Erfolgsrevier. Lochner bescherte dem Team zum Abschluss der Winterspiele in Norditalien das achte Gold – das sechste allein im Eiskanal. Insgesamt entfielen 19 der 26 deutschen Medaillen auf die Kufen-Disziplinen Bob, Rodeln und Skeleton - das entspricht rund 73 Prozent. Am Samstag hatte Laura Nolte mit ihrem Olympiasieg im Zweier vor Teamkollegin Lisa Buckwitz ein goldenes Abschlusswochenende für das deutsche Bob-Team eingeleitet.

Durch den Doppelerfolg im Viererbob zog Deutschland im Medaillenspiegel noch an Frankreich vorbei und rangiert nun auf Platz fünf. Bei Olympia 2022 hatte die deutsche Mannschaft 27 Mal Edelmetall gewonnen. Die Goldbilanz fiel damals allerdings üppiger aus: In Peking standen zwölf erste Plätze zu Buche.