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Olympia 2026: Lückenkemper im Eiskanal? "Die Leute wollen Gina anscheinend im Bob sehen"

Bob-Wechsel? Das sagt Lückenkemper

Gina Lückenkemper im Bob? Im Doppel-Interview mit Pilotin Laura Nolte äußert sich die Olympia-Dritte von Paris zu dieser Möglichkeit - und lässt alles offen.
Sprint-Star Gina Lückenkemper und Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte denken laut über ein gemeinsames Abenteuer im Zweierbob nach! Im Gespräch verrät Lückenkemper, warum sie sich einen Ausflug in den Bobsport vorstellen kann.
Gina Lückenkemper im Bob? Im Doppel-Interview mit Pilotin Laura Nolte äußert sich die Olympia-Dritte von Paris zu dieser Möglichkeit - und lässt alles offen.

Gleich zu Beginn des Doppel-Interviews mit SPORT1 im Adidas-Haus in Cortina muss Gina Lückenkemper herzhaft lachen. Es geht um einen möglichen Wechsel von der Tartanbahn in den Eiskanal - wie ihn unter anderem schon Alexandra Burghardt vorgemacht hat, ihre Kollegin aus der Gold-Staffel der EM in München 2022.

Doch so amüsiert die 100-Meter-Läuferin über die Frage ist: Ganz ausschließen will sie diesen Karriereweg in der Folge nicht. Am besten natürlich gemeinsam mit ihrer Freundin und Pilotin Laura Nolte, die sich kurz vor ihren Olympia-Wettkämpfen angriffslustig gibt. Das Ziel: zwei Medaillen.

SPORT1: Frau Lückenkemper, Frau Nolte, sitzt hier das nächste deutsche Zweierbob-Duo vor uns?

Laura Nolte: (lachend) Wir hatten ja schonmal ein Bild zusammen gepostet und da kamen ganz viele Nachrichten, ob wir denn jetzt zusammenfahren würden.

Gina Lückenkemper: Ich war auch überrascht, wie viele Leute gesagt haben: „Endlich!“

Nolte: Die Leute wollen Gina anscheinend im Bob sehen.

Lückenkemper: Vielleicht fahre ich mal auf einer vorsichtigen Fahrt mit, aber hier definitiv nicht.

SPORT1: Sie sind aber noch nie runtergefahren, oder?

Lückenkemper: Nein, bin ich noch nicht.

Lückenkemper im Bob? „Dann gucken wir weiter“

SPORT1: Frau Nolte, würden Sie sie mitnehmen?

Nolte: Ja klar. Ich habe auch schon gesagt, Gina muss mal zum Anschubtraining mit dazukommen. Das ist auch für die Beschleunigung sehr gut. Das müssen wir auf jeden Fall mal machen.

Lückenkemper: Also ausprobieren würde ich es auf jeden Fall.

SPORT1: Aber ein ernsthaftes Thema ist es jetzt nicht? Die nächsten Olympischen Spiele sind ja noch vier Jahre hin ...

Lückenkemper: Meine Olympischen Spiele sind nicht vier Jahre hin, sondern zwei Jahre. Und dann gucken wir weiter.

SPORT1: Das ist kein Dementi.

Lückenkemper: Ich muss dann ja auch erstmal weitergucken, ob ich dann überhaupt noch sage, ich möchte gerne Sport weitermachen oder wie ich generell weitermachen möchte. Deswegen lasse ich das jetzt mal alles offen. Alles ist möglich.

SPORT1: Es gibt ja durchaus einige Vorbilder ...

Lückenkemper: Ja, ein Vorbild habe ich ja in meiner Staffel – Alexandra Burghardt.

Nolte: Zwei Medaillen als Ziel

SPORT1: Laura, wie ist bei Ihnen die Zielsetzung und das Gefühl, jetzt so kurz bevor es losgeht?

Nolte: Die Zielsetzung war eigentlich die ganze Saison schon, mit zwei Medaillen nach Hause zu fahren. In Peking war es eine, zwar eine Goldene, aber nur eine. Es wäre schon schön, jetzt auch im Monobob eine Medaille zu holen. Die gesamte Saison lief bisher einfach sehr gut. Vor allem im Zweierbob, aber auch im Mono. Ich bin erstmal positiv gestimmt, mir macht die Bahn voll Spaß und ich freue mich sehr.

SPORT1: Sie sind ja nicht nur Pilotin, sondern auch Team-Leaderin und damit auch für das gesamte Team verantwortlich. Wie viel ist da zu bedenken?

Nolte: Man hat schon sehr viel im Kopf. Klar: Ich bin im Bob erstmal die, die dafür verantwortlich ist, dass wir heile unten ankommen. Aber auch drumherum manage ich alles. Ich plane, wenn wir im Sommer Trainingslager machen, verhandle mit Sponsoren für mich und mein Team. Es ist schon immer sehr viel, die Anschieberinnen sind ja so gesehen auch bei mir unter Vertrag, deswegen hat man da auch eine gewisse Verantwortung - aber da wächst man auch rein über die Jahre.

Lückenkemper erklärt Bob-Begeisterung

SPORT1: Frau Lückenkemper, Sie waren gestern ja auch da, haben mitgejubelt beim Rodeln im Eiskanal – wo kommt die Affinität zum Bob her?

Lückenkemper: Der Grund für die Affinität zum Bob sitzt hier gerade zu meiner Linken. Dadurch, dass man aus der gleichen Region kommt (Lückenkemper aus Hamm, Nolte aus Unna), fiebert man da einfach nochmal anders mit. Die Berührungspunkte sind schon an so vielen Stellen dagewesen. Laura hat sich damals auch bei mir gemeldet, wegen des Studiums. Da hatte sie sich bei mir informiert, das war 2016. Von daher sind die Berührungspunkte schon so lange da und dadurch ist für mich so eine Begeisterung für den Bob entstanden. Und daher fiebert man nochmal ganz anders mit.

SPORT1: Und werden Sie bei den Rennen dann auch mit an der Strecke sein?

Lückenkemper: Nein, leider nicht. Ich habe eine Leichtathletiksaison, auf die ich mich vorbereiten muss. Deswegen kann ich leider nicht so lange bleiben. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, wäre ich natürlich gerne die ganze Zeit hier geblieben und hätte live mitgefiebert. So muss ich leider Gottes live vorm Fernseher mitfiebern, aber ich werde auf jeden Fall unser Wohnzimmer zusammenschreien und Laura ganz fest die Daumen drücken.

SPORT1: Wie sind die nächsten Schritte? Das große Ziel ist dann in zwei Jahren Olympia in Los Angeles, richtig?

Lückenkemper: Genau, wir haben jetzt in diesem Sommer die Europameisterschaften im August in Birmingham. Das ist das Highlight in diesem Jahr, worauf wir uns vorbereiten und hinarbeiten. Im kommenden Jahr sind dann nochmal die Weltmeisterschaften in Peking. Da bin ich schon 2015 für meine ersten Weltmeisterschaften gewesen, von daher freue ich mich darauf, dass ich da tatsächlich nochmal hinreisen darf. Wie viele Leute erleben das schon, dass sie während ihrer aktiven Karriere zweimal zu dem gleichen Ort für die Weltmeisterschaft reisen dürfen. Dann natürlich 2028 mit LA das große Ziel für die nächsten zwei Jahre.