Martin Uldal bekommt bei den Olympischen Winterspielen eine zweite Chance - nachdem er sich öffentlich beschwert hatte.
Olympia 2026: "Miserable Kommunikation" - Biathlon-Star stellt sich vor Uldal
Biathlet reagiert auf Olympia-Zoff
Der 26-Jährige steht im norwegischen Aufgebot für die 4x7,5-km-Staffel am Dienstag um 14.30 Uhr, wie aus der offiziellen Startliste hervorgeht. Damit reagiert der Titelverteidiger auf die jüngsten Turbulenzen im eigenen Team.
Uldal war für den Sprint nicht berücksichtigt worden und hatte seinem Verband danach öffentlich schwere Vorwürfe gemacht. Er fühle sich „betrogen“ und unfair behandelt, erklärte er in norwegischen Medien.
Heftige Diskussionen im norwegischen Team: „Dann muss die Führung Kritik aushalten“
Teamkollege Vetle Sjaastad Christiansen hatte sich anschließend demonstrativ vor den Olympia-Debütanten gestellt und ging mit der sportlichen Führung hart ins Gericht. „Er hat jedes Recht, sich hintergangen zu fühlen. Das war schlichtweg miserable Kommunikation“, kritisierte der Norweger beim NRK.
Besonders brisant: Laut Christiansen seien Uldal konkrete Resultatszenarien genannt worden, die eine Nominierung für Sprint und Verfolgung ermöglicht hätten - von diesem Vorgehen sei später abgewichen worden.
Nationalmannschafts-Chef Per Arne Botnan widersprach dieser Darstellung jedoch deutlich. Von vornherein seien die Kriterien klar kommuniziert worden. Sturla Holm Laegreid habe für eine Berücksichtigung „auf das Podium, vielleicht sogar auf Platz eins“ laufen müssen. Einige Athleten seien gesetzt gewesen, andere hätten liefern müssen - „so wie es früher auch gehandhabt wurde“, betonte Botnan.
Christiansen konterte mit bemerkenswerter Offenheit: „Wir müssen Kritik aushalten, wenn wir uns am Schießstand Fehler leisten. Dann muss die Führung auch Kritik aushalten, wenn kommunikativ etwas schiefläuft.“
Olympia-Form spricht für Norwegen
Uldal selbst zeigte sich nach seiner Nachnominierung für die Staffel versöhnlicher. Er habe zunächst einen Tag gebraucht, um die Enttäuschung über den verpassten Sprint und die Verfolgung zu verarbeiten. Inzwischen richte sich der Fokus voll auf die Teamentscheidung.
Ausschlaggebend für die Nachnominierung sind die Leistungen am Schießstand. Während Dale-Skjevdal im Sprint zweimal stehend patzte und Sechster wurde, präsentierte sich Uldal in dieser Saison wiederholt stabil. Schon beim Weltcup in Östersund stand er mit auf dem Podium.
Die norwegische Mannschaft reist mit breiter Brust zur Staffel. Im Sprint holten Christiansen Silber und Laegreid Bronze. Beide zählen auch in der Staffel zu den Fixpunkten.
Hinzu kommt Johan-Olav Botn, der im Einzel über 20 km mit fehlerfreiem Schießen Olympiagold gewann. Der 26-Jährige gehört in diesem Winter zu den konstantesten Athleten im Weltcup und liegt dort in Schlagdistanz zur Spitze.
„Ich habe wieder richtig Lust zu liefern - hoffentlich für eine Medaille, am liebsten Gold“, sagte der Norweger vor seinem Comeback.
Mit Uldal, Botn, Laegreid und Christiansen setzt Norwegen auf geballte Laufstärke und hohe Trefferquoten. Die Startreihenfolge ist noch offen, taktische Varianten sind möglich. Klar ist: Nach dem internen Zoff steht Uldal unter besonderer Beobachtung - sportlich wie emotional.