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"Habe im Zehn-Minuten-Takt geheult"

„Habe im Zehn-Minuten-Takt geheult“

Dajana Eitberger gewinnt zusammen mit Magdalena Matschina Olympia-Silber beim historischen Doppelsitzer-Wettbewerb. Im Nachgang berichtet die Deutsche von ihrem sehr emotionalen Tag.
Dajana Eitberger und Magdalena Matschina schreiben Geschichte und holen die erste Silber-Medaille im Rodel Doppelsitzer der Damen. Bei der Olympia-Premiere müssen sich die beiden nach einem kleinen Fehler nur dem italienischen Duo geschlagen geben.
Dajana Eitberger gewinnt zusammen mit Magdalena Matschina Olympia-Silber beim historischen Doppelsitzer-Wettbewerb. Im Nachgang berichtet die Deutsche von ihrem sehr emotionalen Tag.

Silber in der Tasche und das Karriereende vor Augen: Die deutsche Rodlerin Dajana Eitberger hat nach dem zweiten Platz bei der Doppelsitzer-Premiere der Frauen bei den Olympischen Winterspielen ein emotionales Geständnis abgegeben.

Zusammen mit Teamkollegin Magdalena Matschina durfte sich die 35-Jährige über die Silbermedaille freuen. Als die beiden zum Interview mit der ARD ankamen, fragte Reporter Claus Lufen verwundert: „Silber gewonnen bei Olympia - aber Dajana kommt um die Ecke und sagt: ‚Das war der schlimmste Tag in meinem Leben‘. Was soll das denn?“

Olympia: Silber-Rodlerin vermisste ihren Sohn

Eitberger antwortete: „Es ging schon mit dem Aufstehen los. Ich war heute sehr emotional, habe im Zehn-Minuten-Takt nur geheult und weiß gar nicht wieso.“

Bei Eurosport sagte sie ergänzend: „Es war heute gefühlt der schlimmste Tag. Ich habe seit heute Morgen um 7 Uhr nur geheult und meinen Sohn unfassbar vermisst. Ich habe ihn mehrfach angerufen.“

Karriereende nach der Saison

Die Mutter eines fünfjährigen Sohnes wird ihre erfolgreiche Karriere nach der Saison beenden. 2018 hatte sie bereits im Einsitzer Olympia-Silber gewonnen.

„Ich habe viel Revue passieren lassen. In den letzten acht Jahren hat sich in meinem Leben so viel verändert“, erklärte Eitberger in der ARD und richtete persönliche Worte an ihren Sohn: „Levi, heute habe ich dich besonders vermisst - ganz liebe Grüße, ich hab dich sehr lieb. Ich hoffe, du hast fleißig mit Oma und Opa Daumen gedrückt.“

Sie fügte hinzu: „Ich wusste 2022, dass die Reise bis 2026 weitergeht. Ich habe zu Chris, Levis Papa, gesagt: Gibst du mir nochmal vier Jahre? Ich hatte so ein Gefühl: Da kommt noch was Großes und ich sollte ein Stück weit recht behalten.“

Eitberger musste vom Doppelsitzer überzeugt werden

Eitberger meinte, dass sie damals bei der Entscheidung noch nicht an den Doppelsitzer gedacht habe. Zur Saison 2023/24 wechselte sie dann auf den Zweisitzer, bildet seit nun zwei Wintern ein Duo mit der 15 Jahre jüngeren Matschina.

„Der Leiti (Bundestrainer Patric Leitner, Anm. d. Red.) musste mich auf den Damen-Doppelsitzer regelrecht bebetteln, aber es war die richtige Entscheidung“, sagte die 35-Jährige und führte abschließend weiter aus: „Die ganze Arbeit, das Wiederaufstehen hat sich gelohnt. Dass ich mich nochmal im Teamsport finde, hätte ich nicht gedacht. Magdalena ist mir eine tolle Freundin geworden.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)