Deutschland verpasst dramatisch eine Medaille! Nach einem doppelten Sturz von Vinzenz Geiger wurde er gemeinsam mit Johannes Rydzek bei der Olympia-Premiere des Teamsprints in der Nordischen Kombination bittere Fünfte.
Olympia 2026: Sturz-Drama beendet deutschen Gold-Traum
Sturz-Drama um Deutschland!
„Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte. Meine Brille war zu, ich habe also nicht so viel gesehen und dann bin ich in ein Loch reingefahren und mit der Skispitze hängen geblieben. Dann bin ich schnell wieder aufgestanden und dann habe ich direkt schon wieder gelegen“, ärgerte sich Geiger nach dem Rennen in der ARD.
Das deutsche Team war nach einem überragenden Springen mit 13 Sekunden Vorsprung auf Norwegen, 21 Sekunden Vorsprung auf Japan, 27 Sekunden Vorsprung auf Finnland und 29 Sekunden Vorsprung auf Österreich in die Loipe gegangen. Doch bereits in der dritten Runde hatten alle Verfolger zu Deutschland aufgeschlossen.
Anschließend belauerte sich die Konkurrenz lange. In der Schlussphase des Rennens dann das Drama. Auf seiner vorletzten Runde geriert Geiger plötzlich ohne gegnerische Einwirkung ins Straucheln. Geiger rappelte sich schnell auf, strauchelte anschließend aber erneut.
„Es ging alles sehr schnell. Ich bin bisher noch in keinem Rennen gestürzt, an das ich mich erinnern kann. Es tut mir einfach richtig fett leid ans ganze Team. Es ist sehr, sehr schade. Wir haben die ganzen Monate so hart gekämpft und dann passiert so ein blöder Fehler. Das ist sehr, sehr bitter“, sagte Geiger zu seinem Sturz.
Olympia: Norwegen wird Olympiasieger
„Mir tut es mega leid für die Jungs. Die hätten sich das anders verdient gehabt. Das ist bitter. Sie haben es taktisch gut gemacht und auch Kräfte gespart. Mit dem Sturz ist das dann natürlich Pech. Das tut allen sehr weh“, zeigte sich Coletta Rydzek, Schwester von Johannes und Bronzemedaillen-Gewinnerin im Langlauf-Teamsprint, in der ARD geschockt.
Ihr Bruder zeigte sich trotz des bitteren Erlebnisses in seinem letzten Olympia-Rennen trotzdem versöhnlich: „Es waren unglaublich schwere Bedingungen und das es uns heute trifft ist sehr, sehr schade. Aber das kann passieren. Man gewinnt und man verliert zusammen. Heute haben wir leider verloren, aber das tun wir auch zusammen. Wir sind trotzdem ein Team und gehen erhobenen Hauptes raus. Wir haben all unser Herz auf der Strecke und auf der Schanze gelassen.“
Die Konkurrenten aus Norwegen, Finnland und Österreich erkannten die Situation direkt, zogen das Tempo an und setzten sich uneinholbar ab. Gold ging an Norwegen, Silber an Finnland und Bronze an Österreich.
Oftebro schrieb mit seinem Sieg ein Stück Olympia-Geschichte: Dreimal Gold in einem Jahr hatte zuvor nur der Finne Samppa Lajunen (2002) geschafft. Insgesamt steht der 25 Jahre alte Oftebro jetzt bei vier Goldmedaillen, damit stellte er den Rekord seines Landsmanns Jörgen Graabak (2014 bis 2022) ein.
Deutschland führte nach dem Springen
Sowohl Geiger (122,5 m) als auch Rydzek (123,0 m) zeigten auf der Großschanze von Predazzo am Vormittag im dichten Schneetreiben gute Flüge und sorgten so für die sehr gute Ausgangsposition.
Im Rennen sah es dann lange so aus, als wenn das deutsche Team zumindest die erste Medaille gewinnen könnte. Doch der Sturz von Geiger beendete alle Hoffnungen.
Für die Nordischen Kombinierer enden Olympische Spiele zum Vergessen. Schon in den beiden Einzelwettbewerben hatten die deutschen Athleten die angepeilten Medaillen deutlich verpasst.
Erstmals seit 1998 blieben die einstigen „Dominierer“ somit bei Winterspielen ohne Medaille. Geiger und Co. blicken nun voller Sorge in die Zukunft. Denn die Premiere des Teamsprints, der die klassische Staffel mit vier Startern pro Nation ersetzte, könnte der letzte Wettkampf in der langen Olympia-Geschichte der Sportart gewesen sein. Ob die Kombination auch 2030 zum Programm gehört, entscheidet sich im Mai.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)