Es sind nicht die glorreichsten Zeiten im deutschen Biathlon. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 hat das deutsche Team erst eine Medaille mit der Mixed-Staffel gewinnen können.
Olympia 2026: Biathlon-Boss reagiert auf Kritik
Biathlon-Boss reagiert auf Kritik
Nachdem nun auch die deutsche Biathlon-Staffel der Männer einen Podiumsplatz knapp verpasst hat, analysierte ARD-Experte Arnd Peiffer: „Wir haben keinen Läufer, der mal ein Zehn-Sekunden-Loch zulaufen kann.“
Kritik von Biathlon-Legende Peiffer
Der Biathlon-Olympiasieger von 2014 hob vor allem den Franzosen Emilien Jacquelin hervor, der „wahnsinnig schnell“ geschossen und die entscheidende „Lücke für Frankreich geschlossen hat“.
Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling wurde nach dem Rennen von SPORT1 auf die Peiffer-Kritik angesprochen und er skizzierte, welche Fähigkeit dem deutschen Team fehlen würde: „Jemand der eine Strafrunde einfach wegläuft, mit den anderen in die Schießanlage fährt und dann ein schnelles Schießen abfackelt. Das ist derzeit so, das müssen wir akzeptieren.“
„Weltklasse-Athleten fallen nicht vom Himmel“
Er gab ebenfalls zu, dass der Verband gute Läufer habe, „die in der Weltspitze mithalten können”, allerdings fehle in erster Linie der sogenannte „X-Faktor“.
Bitterling machte Hoffnung für eine erfolgreichere Zukunft und betonte, dass im Hintergrund intensiv an neuen Athleten gearbeitet werde. „Wir haben hoffnungsvolle Athleten. Weltklasse-Athleten fallen aber nicht vom Himmel“, so der 44-Jährige.
Biathlon-Boss wagt Blick in die Zukunft
Trotz der aussichtsreichen Entwicklung junger Athleten sprach der Sportdirektor von den zunehmenden Herausforderungen des Nachwuchssports.
Er fasste zusammen, „dass die Gruppe, die sich aktiv für Leistungssport entscheidet, kleiner wird“. Auch die winterlichen Bedingungen spielen laut Bitterling eine zentrale Rolle, da die Konkurrenz aus Skandinavien „deutlich früher auf dem Schnee“ trainieren könne als die jungen Talente aus Deutschland.
Trainer-Taskforce wurde ins Leben gerufen
Bitterling wagte einen Blick in die Zukunft: „Das ist ein Mix, der nicht leichter wird. Wir haben uns dessen angenommen und viele Schritte unternommen, die richtig sind, aber das dauert eben. Der wichtigste Schritt ist, dass wir eine Trainer-Taskforce haben.“ Der Verband habe eine „autarke Trainergruppe gebildet, die speziell mit den Stützpunkten arbeiten soll“.
Mit diesen aktiven Schritten wurde laut Bitterling vor zweieinhalb Jahren gestartet. „Meiner Meinung nach hätte es schon viel früher geschehen müssen“, so der Sportdirektor, der nach dieser Saison nach mehreren Jahren den Verband verlassen wird.
Olympia: Frauen-Staffel und Massenstarts stehen noch an
Die deutsche Biathlon-Mannschaft hat am Mittwoch die nächste Chance auf eine Medaille, wenn die Frauen-Staffel an den Start geht (ab 14.45 Uhr im LIVETICKER). Am Freitag steht dann der Massenstart der Männer auf dem Programm, ehe ein Tag später die Frauen den Massenstart absolvieren (jeweils ab 14.15 Uhr im LIVETICKER).