Biathletin Franziska Preuß hat bei den Olympischen Winterspielen im Sprint erneut die erhoffte Einzelmedaille verpasst. Die 31-Jährige leistete sich im Rennen über 7,5 km stehend einen Fehler und musste sich beim Überraschungssieg von Maren Kirkeeide aus Norwegen mit Rang sieben begnügen.
Olympia 2026: Preuß verpasst Podium - Kirkeeide furios
Preuß geht bei Kirkeeide-Sieg leer aus
„Ich bin ein Stück weit enttäuscht, aber es war schon ein gutes Rennen. Platz sieben muss man erstmal schaffen. Klar ärgert mich der eine Fehler. Ich habe schon gewusst, dass das nicht reicht, aber versucht, das beste daraus zu machen. Für morgen ist das eine gute Ausgangsposition“, erklärte sie auf Nachfrage von SPORT1.
Das Thema Medaille wolle sie im nächsten Rennen aber „komplett ausblenden“ und sich darum bemühen, ein für sich „perfektes Rennen“ zu machen.
Die Gesamtweltcupsiegerin liegt vor der Verfolgung am Sonntag (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport) über 10 km in Lauerstellung. Im Einzel war Verfolgungs-Weltmeisterin Preuß, die mit der deutschen Mixed-Staffel in Mailand und Cortina Bronze gewonnen hatte, Zehnte geworden.
Gold im Sprint ging an die in den Rennen zuvor enttäuschende Kirkeeide, die nach fehlerfreier Schießleistung im Schlussspurt noch die Französin Oceane Michelon (0/+3,8 Sekunden) verdrängte. Bronze holte sich deren Teamkollegin Lou Jeanmonnot (1/+23,7). Preuß lag 1:00,1 Minuten zurück.
Biathlon: Voigt verpasst Top 10 knapp
Vanessa Voigt, undankbare Vierte im Einzel, blieb fehlerfrei, war aber läuferisch nicht gut genug. Sie kam auf Rang zwölf. Die deutsche Top-Schützin musste zuletzt zwei Tage krank auf ihrem Zimmer verbringen und war demnach „stolz“ auf ihre Leistung.
Julia Tannheimer leistete sich bei ihrer Olympia-Premiere liegend zwei Fehler (+1:32,3) und wurde 20. „Es habe mich gut, aber nicht mega gefühlt. Ich hoffe, dass ich im Verfolger läuferisch noch ein bisschen was drauflegen kann. Das Liegendschießen war heute nicht gut. Da hoffe ich, dass ich zumindest nur mit einem Fehler rauskomme“, erklärte Tannheimer in einer Medienrunde mit SPORT1.
Selina Grotian enttäuschte mit drei Fehlern (2:22,6) und kam erneut nicht unter die ersten 50. „Ich bin nicht zufrieden, mit drei Fehlern ist man das nie. Mich ärgert es brutal, weil ich letztes Jahr hier auf dem Podium stand. Ich bin nicht die Athletin, die ich im letzten Jahr war“, haderte die junge Deutsche.
Grotian war kurzfristig für Janina Hettich-Walz eingesprungen. Die 29-Jährige, immerhin Achte im Einzel, musste wegen Magenproblemen passen und fehlt damit auch im Verfolger.
DSV-Skijägerinnen in der Verfolgung mit Chancen
Insbesondere Franziska Preuß und Vanessa Voigt haben sich eine ordentliche Ausgangsposition für den Verfolger gesichert. Ersterer fehlen nur 37 Sekunden auf das Podium.
Die deutschen Männer haben nach einem durchwachsenen Sprint hingegen in dieser kaum noch Chancen. Philipp Horn geht als Zehnter und bester DSV-Athlet mit schon über einer Minute Rückstand ins Rennen. David Zobel, Justus Strelow und Philipp Nawrath liegen noch weiter zurück.
„Das Paket ist sehr groß“, sagte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling in Bezug auf die Herren. Man könne sich aber „ein bisschen Selbstvertrauen zurückholen“, um dann nächste Woche in der Staffel „anzugreifen“.
Der Sprint der Damen zum Nachlesen:
+++ Kirkeeide, Michelon und Jeanmonnot dürfen jubeln - Preuß auf Platz sieben +++
Maren Kirkeeide hat sich von ihrer Energieleistung erholt und freut sich ausgelassen über ihren Coup. Oceane Michelon und Lou Jeanmonnot belegen im Ziel die Plätze zwei und drei und können sich auch so langsam entspannen. Ihre Medaillen sind nicht mehr in Gefahr. Der vierte Platz geht an Milena Todorova, die die zweite bulgarische Medaillen-Sensation nur um 16 Sekunden verpasst. Franziska Preuß und Vanessa Voigt belegen die Ränge sieben und zwölf und dürften diese auch bis zum Rennende behalten.
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+++ Kirkeeide setzt die Top-Zeit +++
Was für eine unfassbare Schlussrunde von Maren Kirkeeide. Die Norwegerin wird auf den letzten Kilometern immer schneller und verdrängt Ocean Michelon um 3,8 Sekunden vom Thron. Kirkeeide, die in der Mixed-Staffel mit zwei Strafrunden zur tragischen Figur wurde, sackt vor Freude und Erschöpfung auf dem Boden zusammen. Die Gold-Medaille ist ihr nicht mehr zu nehmen. Auf der Strecke befindet sich keine Athletin, die sich noch im Dunstkreis der Norwegerin befindet.
+++ Kampf um Gold spitzt sich zu +++
Die Finnin Suvi Minkkinen verliert auf der Schlussrunde mächtig an Boden und wird ohne Medaille bleiben. Damit kann sich Lou Jeanmonnot ziemlich sicher sein, die Bronze-Medaille zu gewinnen. Doch wer holt hier Gold? Kurz vor dem Eingang ins Stadion liegt Kirkeeide nur noch eine gute Sekunde hinter Michelon.
+++ Gold-Kampf zwischen Michelon und Kirkeeide +++
Was für eine Spannung auf der Schlussrunde! Lisa Vittozzi verpasst die Top-Zeit von Jeanmonnot knapp und reiht sich auf dem zweiten Platz vor Franziska Preuß ein. Wenig später begibt sich jedoch Oceane Michelon auf die Zielgeraden und stellt mit 20 Sekunden Vorsprung eine neue Bestzeit auf. Das könnte Gold sein. Nur Kirkeeide könnte das verhindern, jedoch hat diese bei der letzten Zwischenzeit 4,5 Sekunden Rückstand.
+++ Kirkeeide kämpft um den Sieg +++
Maren Kirkeeide kommt mit einer starken Zeit zum Schießstand und räumt alle Scheiben ab. Die Norwegerin reiht sich auf Platz zwei hinter Michelon und vor Minkkinen ein. Jeanmonnot und Vittozzi drohen leer auszugehen.
+++ Preuß mit guter Schlussrunde +++
Franziska Preuß gibt auf der Schlussrunde alles und kommt zunächst mit der Top-Zeit ins Ziel. Kurz darauf übertrumpft Lou Jeanmonnot die Deutsche jedoch um 36 Sekunden. Doch auch diese Marke wird nicht lange Bestand haben, weil Oceane Michelon ihren Vorsprung auf der Strecke deutlich ausbaut.
+++ Vittozzi und Michelon kämpfen um Medaillen +++
Die italienischen Fans jubeln! Lisa Vittozzi trifft auch im Stehendanschlag alle Scheiben und reiht sich hinter Lou Jeanmonnot auf Platz zwei ein. Kurz darauf bleibt auch Oceane Michelon fehlerfrei - und geht mit 17 Sekunden Vorsprung auf die Schlussrunde. Da winkt die Goldmedaille, selbst wenn noch einige schnelle Damen auf der Strecke sind.
+++ Simon mit zwei Fehlern +++
Julia Simon verfehlt stehend zwei Scheiben und wird heute nicht aufs Podium laufen können. Nach dem Stehendanschlag führt weiterhin ihre französische Landsfrau Lou Jeanmonnot. Dies bleibt auch fürs Erste so, weil sich Hanna Öberg mit zwei Fehlern ebenfalls aus den Medaillenrängen schießt. Derweil kommt Julia Tannheimer mit 23 Sekunden Rückstand auf Platz acht ins Ziel.
+++ Viele Top-Athletinnen liegend fehlerfrei +++
Zahlreiche Top-Athletinnen halten sich beim Liegendschießen schadlos. Darunter unter anderem Hanna und Elvira Öberg. Auch Ocean Michelon und Lisa Vittozzi haben alles getroffen. Derweil erreicht Vanessa Voigt vorläufig als zweite das Ziel.
+++ Preuß mit einem Fehler - Jeanmonnot deutlich schneller +++
Alle Augen auf Franziska Preuß! Die deutsche Hoffnungsträgerin räumt stehend die ersten beiden Scheiben ab, lässt dann aber die dritte stehen. Zwar bleibt es bei einem Fehler, jedoch signalisiert ihr Gesichtsausdruck, dass dieser eine Fehler zu viel für eine Medaille sein dürfte. Lou Jeanmonnot schießt ebenfalls einen Fehler, ist aber rund 30 Sekunden schneller als Preuß unterwegs.
+++ 10/10! Voigt kämpft um Top-Platz +++
Vanessa Voigt absolviert auch das Stehendschießen schnell und fehlerfrei und befindet sich auf Augenhöhe mit der Lea Meier, die aktuell nach dem zweiten Schießen führt. Julia Tannheimer lässt sich von ihren zwei Fehlern aus dem Liegendschießen nicht verunsichern und räumt im Stehendanschlag alle Scheiben weg. Das ist wichtig für die Verfolgung. Selina Grotian verfehlt auch Stehend eine Scheibe.
+++ Kuzmina lässt eine Scheibe stehen, Wierer patzt+++
Vor 16 Jahren hat Anastasiya Kuzmina olympisches Sprint-Gold vor Magdalena Neuner gewonnen und auch heute ist die 41-Jährige noch gut mit dabei. Nach einem fehlerfreien Liegendschießen lässt die Slowakin jedoch stehend eine Scheibe stehen. Kurz darauf erlebt Lokalmatadorin Dorothea Wierer einen bitteren Moment, indem sie zwei Scheiben verfehlt.
+++ Preuß nach fehlerfreier Einlage zunächst auf Platz zwei +++
Klasse Einlage von Franziska Preuß! Die Deutsche schießt forsch und konzentriert und räumt alle Scheiben ab. Damit reiht sie sich nach dem ersten Schießen auf Platz zwei hinter Anastasiya Kuzmina ein. Lea Meier aus der Schweiz kommt zum zweiten Mal fehlerfrei durch und geht fürs Erste in Führung.
+++ Voigt fehlerfrei, Tannheimer und Grotian müssen kreiseln +++
Vanessa Voigt schießt ungewöhnlich schnell und räumt alle Scheiben ab. Kurz darauf läuft es für Julia Tannheimer jedoch weniger gut. Die junge Deutsche verfehlt die erste und die dritte Scheibe und verliert ihre Chancen auf eine vordere Platzierung. Auch Selina Grotian muss zweimal in die Strafrunde.
+++ Lou Jeanmonnot geht ins Rennen +++
Mit Lou Jeanmonnot macht sich die Top-Favoritin auf die erste Runde. Julia Tannheimer und Selina Grotian haben die erste Zwischenzeit passiert und reihen sich auf den Positionen zehn und elf ein. Kurz danach erreicht Franziska Preuß die Marke und ist vorerst auf Platz zwölf gelistet. Viel Aussagekraft hat das aber noch nicht.
+++ Franziska Preuß auf der Strecke +++
Alle DSV-Skijägerinnen sind unterwegs. Während sich Vanessa Voigt bei der ersten Zwischenzeit auf Platz 20 einreiht, begibt sich Franziska Preuß auf die Strecke. Die Gesamtweltcup-Siegerin aus dem Vorjahr will ihre erste olympische Einzelmedaille.
+++ Voigt und Tannheimer unterwegs +++
Es wird laut in der Biathlon-Arena in Antholz. Vanessa Voigt nimmt fahrt auf und begibt sich mit kräftigen Doppelstock-Schüben auf ihre erste Runde. Kurz danach folgt auch schon Julia Tannheimer, die ihre ersten olympischen Meter absolviert. Der Youngster im DSV-Team gehört zu den ganz starken Läuferinnen und ist vielleicht für eine Überraschung gut. Derweil übernimmt Lucie Charvatova nach einem fehlerfreien Liegendschießen die Führung.
+++ Fialkova setzt ersten Richtwert für DSV-Athletinnen +++
Die bekanntermaßen schnelle Paulina Batovska Fialkova setzt auf der ersten Runde eine neue Bestmarke. Das Tempo der Slowakin dient als erster interessanter Richtwert für die deutschen Athletinnen, die allesamt in den kommenden fünf Minuten auf die Strecke gelassen werden. Im Starthaus macht sich bereits Vanessa Voigt bereit, die nach Platz vier im Einzel ein weiteres Top-Ergebnis einfahren möchte.
+++ Erste Athletinnen erreichen den Schießstand +++
In der Arena wird es erstmals lauter, als die Österreicherin Anna Juppe auf ihre erste Runde geht. Derweil erreicht Oleksandra Merkushyna als erste von 91 Athletinnen den Schießstand und räumt beim Liegendanschlag alle fünf Scheiben weg. Die Läuferinnen nach ihr müssen bis jetzt allesamt mindestens einmal in die Runde, weshalb die Führung zunächst Bestand hat.
+++ Nebel und Schneefall in Antholz +++
Das Biathlon-Mekka Antholz erstrahlt heute in Grau. Es herrscht leichter Schneefall und etwas Nebel. Für größere Probleme sollte das eigentlich nicht sorgen, jedoch könnten die ersten Athletinnen durch den Neuschnee einen leichten Nachteil auf der Strecke haben. Während die ersten zehn Athletinnen bereits auf der Strecke sind, machen sich die DSV-Läuferinnen noch warm. In gut zehn Minuten geht es für Vanessa Voigt los.
+++ Das Rennen läuft +++
Oleksandra Merkushyna (Ukraine) hat den olympischen Sprint der Damen soeben eröffnet. In der ersten Startgruppe sind keine absoluten Top-Favoritinnen mit dabei, jedoch einige ambitionierte Underdogs. Marketa Davidova ist mit der Startnummer 22 der erste größere Name. Mit der 25 folgt dann Lora Hristova, die im Einzel völlig überraschend Bronze gewinnen konnte.
+++ Deutsche Athletinnen starten dicht hintereinander +++
Die deutschen Biathletinnen machen Jagd auf die erste Einzelmedaille bei diesen Spielen. Vanessa Voigt (Startnummer 32) geht um 15.01 Uhr auf die Strecke. Eine Minute später feiert Julian Tannheimer (Nummer 34) ihr Olympia-Debüt. Ab 15.03 Uhr erhält Selina Grotian als Ersatz für die erkrankte Janina Hettich-Walz eine weitere Chance, ehe Franziska Preuß (Nummer 40) als letzte DSV-Starterin an der Reihe ist. Die Favoritinnen um Lou Jeanmonnot (42), Julia Simon (48) und Lisa Vittozzi (54) starten kurz nach dem DSV-Quartett.
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Janina Hettich-Walz kann indes nicht antreten. Die 29-Jährige sagte ihre Teilnahme am Sprint wegen Magenproblemen ab. Selina Grotian rückt nach.
Wichtig ist der Sprint vor allem im Hinblick auf die Verfolgung, die am Sonntag stattfindet.
Zu den Favoritinnen gehören neben Preuß und Vanessa Voigt, die im Einzel undankbare Vierte wurde, Olympiasiegerin Julia Simon und Lou Jeanmonnot aus Frankreich. Ob es wieder eine Überraschung gibt wie die Bronzemedaille der Bulgarin Lora Hristova?
Bei DSV-Sportdirektor Felix Bitterling überwog trotz „Blech“ für Voigt der Stolz.
„So abzuliefern beim Saisonhöhepunkt, das muss man erstmal machen“, sagte er. Das Team sei „auf einem guten Weg. Es gibt auch keinen Grund, irgendwie den Kopf jetzt in den Sand zu stecken.“
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)