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Olympia 2026: Skandal-Biathletin "möchte in Ruhe gelassen werden"

Biathlon-Star nennt Zukunftspläne

Nach dem Wirbel um ihre Person überzeugt Julia Simon sportlich bei Olympia. Zum Abschluss der Winterspiele blickt die Französin auf ihre Zukunft.
Die Kreditkartenaffäre um Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet hat das französische Biathlon erschüttert. Julia Simon wurde verurteilt, darf aber trotzdem weiter für Frankreich starten. Geht das gut?
Nach dem Wirbel um ihre Person überzeugt Julia Simon sportlich bei Olympia. Zum Abschluss der Winterspiele blickt die Französin auf ihre Zukunft.

Julia Simon hat die olympischen Biathlon-Wettbewerbe mit einer erfolgreichen Medaillenausbeute beendet. In fünf Rennen stand die 29-Jährige viermal auf dem Treppchen, davon dreimal ganz oben. Diese Sammlung wird durch ihren Silber-Triumph aus Peking ergänzt.

Zum Abschluss der Spiele in Norditalien zog Simon ein sehr positives Fazit zu ihren sportlichen Leistungen. „Es lief gut, ich war mir selbst treu und habe meinen Biathlon machen können“, analysierte die Französin im Gespräch mit L‘Équipe und führte zufrieden aus: „Das macht mich sehr glücklich. Ich gehe vollkommen zufrieden nach Hause.“

Simons Erfolge folgten auf für die Biathletin persönlich schwierige Monate: Ende Oktober war sie vom Strafgericht in Albertville wegen Diebstahls und Kreditkartenbetrugs zu drei Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt worden.

Die damaligen Opfer waren Simons Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet und eine Physiotherapeutin der französischen Nationalmannschaft. Bei Olympia 2026 waren jedoch nach außen hin keine Differenzen im Team zu erkennen: Mit der Mixed-Staffel und der Staffel gewann Simon jeweils Gold.

Olympia 2030? „Vier Jahre sind eine lange Zeit“

Ob sie auch bei den nächsten Olympischen Spielen, die 2030 in ihrem Heimatland stattfinden, starten wird, ließ Simon offen. „Vier Jahre sind eine lange Zeit, um dort zu mitzuwirken, wenn man den französischen Kader sieht, den wir haben“, meinte sie.

Die Schnelllebigkeit mache ihr zu schaffen und daher möchte sie erst einmal einfach in Ruhe gelassen werden, nach Hause gehen und es genießen“, meinte Simon lachend.

Sicher ist, dass die zehnfache Biathlon-Weltmeisterin nur so lange Biathlon ausübt, wie sie hundertprozentige Motivation empfindet. „Ich kann mir nicht vorstellen, ein Projekt mit 80 Prozent zu machen“, betonte Simon. Sie fügte hinzu, noch ein bis zwei Jahre weiterzumachen, „und dann sehen wir weiter“.