Als Biathlon-Star Julia Simon am Mittwochnachmittag über die Ziellinie gefahren war, blickte die Französin zur Seite und hielt den rechten Zeigefinger vor ihren Mund.
Olympia 2026: Was steckt hinter dieser Geste? Skandal-Biathletin erklärt sich
Olympiasiegerin erklärt Fingergeste
Kurz danach stand ihr Olympiasieg im Einzel über die 15 Kilometer fest, und die Französin brachte alle ihre Kritiker zum Schweigen. Nach dem Sieg mit der Mixed-Staffel am Sonntag ist es bereits das zweite Gold für Simon in Antholz.
Olympia: Biathlon-Star unzufrieden mit Berichterstattung
SPORT1 sprach die 29-Jährige anschließend auf der Pressekonferenz auf die Bedeutung ihrer Geste an. „Es war für eine Person, er weiß das”, antwortete die Französin: „Wir haben uns unterhalten. Ich möchte nichts mehr darüber sagen. Aber jetzt ist es vorbei.“
Wenig später ging der Biathlon-Star bei Aftonbladet mehr ins Detail und klärte auf: „Das war gegen einen französischen Journalisten. Ich habe am Dienstag einen Artikel gelesen. Er hat sehr schlechte Dinge über mich geschrieben und ich wollte ihm zeigen, dass ich gesehen habe, was er geschrieben hat. Dass er den Mund halten und stattdessen über Sport schreiben soll, denn dafür sind wir hier. Er weiß, dass ich ihn gemeint habe. Wenn er weiter sowas schreiben will, kann er gehen.“
Simon sorgte im Herbst für einen Skandal
Hintergrund der Kritik an Simon ist der Skandal, für den sie im vergangenen Herbst gesorgt hat. Ende Oktober wurde sie vom Strafgericht in Albertville wegen Diebstahls und Kreditkartenbetrugs zu drei Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt.
Die damaligen Opfer waren ihre Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet und eine Physiotherapeutin der französischen Nationalmannschaft.
Von ihrer Straftat möchte die Olympiasiegerin aber nichts mehr wissen und sich komplett auf den Sport konzentrieren. Bei Eurosport erklärte Simon: „Was ich mir jetzt wünsche, ist, dass man mich in Ruhe lässt, ganz ehrlich.“
Simon appelliert: „Hört bitte damit auf“
Sie betonte, dass sie unter Beweis gestellt habe, dass sie zu Recht einen Platz im französischen Biathlon-Kader habe. „Ich glaube, ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Das Kapitel ist innerhalb des Teams abgeschlossen, wir haben darüber gesprochen“, erklärte die 29-Jährige.
Sie verwies darauf, dass bei den Olympischen Spielen wären, um zu gewinnen, Medaillen zu holen und Biathlon zu betreiben. „Ich denke, das haben wir heute wieder gezeigt, also bitte, ob Medien oder andere Personen: Hört damit auf, das wäre wirklich für alle sehr angenehm“, richtete sich Simon an ihre Kritiker.
Beim norwegischen TV-Sender NRK verriet Simon zudem, dass sie in den vergangenen Tagen auch Hass-Kommentare im Internet bekommen habe. Dementsprechend sagte sie noch: „Das war für die Hater im Internet.“
Auf die Nachfrage, was für Hass sie erfahren habe, berichtete die Französin: „Überall, von allen. Von denen, die ich im Sport schlage. Das ist jetzt nicht wichtig, da ich heute Olympiasiegerin bin. Das ist die beste Antwort, die ich geben kann.“
Betrugsopfer Braisaz-Bouchet: „Sind keine besonders guten Freundinnen“
Justine Braisaz-Bouchet, die am Mittwoch hinter Simon die Silbermedaille gewann, wurde auf den Triumph sowie zum Verhältnis zu ihrer Teamkollegin angesprochen.
Sie meinte zurückhaltend: „Um ehrlich zu sein, sind wir keine besonders guten Freundinnen. Wir sind nur Teamkolleginnen, aber wir sind erwachsen. Wir kommen miteinander klar. Ich bin erwachsen. Ich kümmere mich um meine eigenen Angelegenheiten und sie kümmert sich um ihre.“