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Olympia: Männer-Staffel verpasst Medaille

„Die Enttäuschung ist sehr groß“

Die Biathlon-Staffel der Männer verpasst bei Olympia eine Medaille. Das Favoriten-Trio erweist sich als zu stark.
Mit Klängen von "Bella Napoli" und "We will rock you" werden die deutschen Skeleton-Profis im deutschen Haus bei Olympia empfangen. Man wolle es aber "erst morgen eskalieren lassen".
Die Biathlon-Staffel der Männer verpasst bei Olympia eine Medaille. Das Favoriten-Trio erweist sich als zu stark.

Die deutsche Biathlon-Staffel der Männer hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 die erhoffte Medaille verpasst. In der Arena von Antholz kam das DSV-Quartett über 4 x 7,5 Kilometer als undankbarer Vierter ins Ziel.

Olympiasieger wurde wie schon in der Mixed-Staffel Frankreich. Silber sicherte sich die norwegische Auswahl (+9,8 Sekunden), Bronze ging an Schweden (+57,5).

Olympia: „Die Enttäuschung ist sehr groß“

Justus Strelow (0+2), David Zobel (0+3), Philipp Nawrath (0+4) und Philipp Horn (0+3) leisteten sich insgesamt zwölf Nachlader. Das DSV-Quartett, bei der WM im vergangenen Jahr noch Dritter, kam mit 1:48,3 Minuten Rückstand ins Ziel.

„Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir wussten, dass es nicht einfach wird und wir Außenseiter sind. Wir hatten trotzdem große Hoffnungen“, sagte Horn in der ARD zerknirscht. Nach der „besten Traineransprache“ von Tobias Reiter sei das Team überzeugt gewesen, „wir rocken das Ding“.

Auch wenige Augenblicke später in der Mixed-Zone war Horn sehr geknickt und sagte zu den anwesenden Journalisten auf SPORT1-Nachfrage: „Ich habe euch vor zwei Tagen eine Kampfansage und jetzt stehe ich hier enttäuscht. Das war unsere größte Chance auf eine Medaille, aber wussten, dass viel zusammenpassen muss, um eine Chance zu haben. Es hat leider bei uns allen nicht alles gepasst.“

Biathlon-Sportdirektor hadert mit Schießfehlern

Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling haderte nach dem Rennen auf SPORT1-Nachfrage: „Es hilft nicht, wenn jeder auf sich guckt und schaut, was er hätte besser machen können. Wir hatten zwölf Nachlader und das ist viel zu viel verlorene Zeit. Es war kein super-schlechtes Rennen und auch kein Debakel.“

Er fügte hinzu: „In der Staffel haben wir den Anspruch auf das Podium zu laufen und das haben wir nicht geschafft, das muss man zu klar sagen.“

Zobel „war so unfassbar aufgeregt“

Zobel gestand im Nachgang: „Es ist mein erstes Staffelrennen bei einer großen Meisterschaft und dann direkt Olympia. Ich war so unfassbar aufgeregt.“

Während das DSV-Quartett frustriert aus dem Zielraum stapfte, gratulierte Klopp im Deutschland-Outfit den Medaillengewinnern. Für das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) setzten sich nach wenig erfreulichen Einzelrennen die Enttäuschungen dagegen fort.

Olympia: Nur eine Medaille im Biathlon

Bislang gab es in Antholz nur eine Medaille mit der Mixed-Staffel (Bronze). „Wir haben keinen Läufer, der mal ein Zehn-Sekunden-Loch zulaufen kann“, monierte ARD-Experte Arnd Peiffer.

Erst zum vierten Mal blieb eine deutsche Männerstaffel nach 1968, 2010 und 2022 bei Olympia damit ohne Medaille. Für die überragenden Franzosen war es dagegen schon das vierte Gold in Antholz, die neunte Medaille insgesamt.

SPORT1 hat die Staffel der Männer im Liveticker begleitet.

+++ Deutschland unglücklicher Vierter +++

Dann kommt auch Horn ins Ziel, am Ende ist es ein unglücklicher vierter Platz. Zu viele Schießfehler verhinderten ein besseres Ergebnis. Der Rückstand auf Sieger Frankreich beträgt 1:48 Minuten.

+++ Frankreich gewinnt Gold +++

Und dann ist es für die Franzosen geschafft, sie sind Olympiasieger. Unter großem Jubel überquert Perrot als Erster die Ziellinie und ist völlig verausgabt. Norwegen holt Silber, Schweden Bronze.

+++ Frankreich vor Olympiasieg +++

Perrot kann seinen Vorsprung nun sogar ausbauen, es sind etwa elf Sekunden. Frankreich fährt dem Olympiasieg entgegen.

+++ Perrot hält Abstand +++

Nach der ersten Zwischenzeit bleibt der Abstand Perrots von etwa acht Sekunden gleich. Folgt noch eine Attacke des Norwegers auf den Franzosen? Noch rund ein Kilometer ist zu absolvieren.

+++ Spannender Goldkampf bahnt sich an +++

Perrot muss zweimal nachladen, Christiansen bleibt perfekt und so bahnt sich hier doch nochmal ein Kampf um Gold an! Vor dem Schießen hatte Perrot noch 20 Sekunden Vorsprung, jetzt sind es nur noch rund acht. Auch Samuelsson bleibt ohne Fehler und wird den Schweden hier Bronze sichern. Zum Schluss bleibt auch Horn ohne Fehler und verteidigt den vierten Platz. Weder nach vorne noch nach hinten ist noch etwas möglich.

+++ Frankreich vergrößert Abstand +++

Perrot kann seinen Vorsprung weiter ausbauen. 15 Sekunden sind es nun auf Christiansen, 30 auf Samuelsson. Er kommt am Schießstand an, jetzt kann er alles entscheiden.

+++ Perrot als Einziger fehlerfrei +++

Das letzte Liegendschießen beginnt - und Perrot setzt sich ab! Als Einziger des Führungstrios bleibt er fehlerfrei und hat nun zehn Sekunden Vorsprung auf Christiansen. Weitere zehn Sekunden dahinter folgt Samuelsson, der zweimal nachladen musste. Horn kann die Patzer der Konkurrenz nicht nutzen und schießt selbst drei Fehler. Schade! Auf der Strecke hatte er Zeit gutmachen können, nun ist eine Medaille schon 52 Sekunden weg.

+++ Dreikampf um den Olympiasieg +++

Frankreich, Norwegen und Schweden werden den Olympiasieg nun vermutlich unter sich ausmachen. Fast zeitgleich gehen Eric Perrot, Vetle Sjaastad Christiansen und Sebastian Samuelsson auf die letzten 7,5 Kilometer. Nawrath hat auf der Strecke nochmal verloren und übergibt mit 50 Sekunden Rückstand an Schlussläufer Philipp Horn.

+++ Olympiasieger setzt sich leicht ab +++

Am Anstieg macht Verfolgungs-Olympiasieger Ponsiluoma richtig Tempo und kann einen kleinen Vorsprung von rund vier Sekunden herausfahren.

+++ Nawrath macht Fehler - Risiko bleibt unbestraft +++

Mit viel Risiko versucht Nawrath dem fehlerfreien Trio zu folgen, doch das wird im beinahe zum Verhängnis! Wie schon Zobel zuvor muss er er die letzten drei Scheibe alle treffen und vermeidet so die Strafrunde. Jetzt wird es richtig schwer, auf das Spitzentrio Fillon Maillet, Lägreid und Ponsiluoma hat er schon fast 40 Sekunden Rückstand. Er bleibt aber Vierter.

+++ Fillon Maillet weiter vorn +++

Der Sprint-Olympiasieger kann seinen Vorsprung von rund zehn Sekunden halten. Lägreid und Martin Ponsiluoma liegen aktuell noch vor Nawrath, der Abstand bleibt mit 16 Sekunden etwa gleich.

+++ Nawrath in Lauerstellung +++

Fillon Maillet drückt direkt aufs Tempo und reißt eine Lücke von rund zehn Sekunden auf seine Verfolger. Am Schießstand muss er allerdings einmal nachladen und verliert so auf den fehlerfreien Lägreid, der nun Zweiter ist. Nawrath bleibt als Fünfter in Lauerstellung, der Rückstand an die Spitze beträgt 26 Sekunden. Auf Bronze, wo aktuell Schweden liegt, allerdings nur 13 Sekunden. Da geht noch was!

+++ Dreikampf an der Spitze +++

Nach der Hälfte des Rennens übergibt Jacquelin nahezu zeitgleich mit Schweden und Finnland an Sprint-Olympiasieger Quentin Fillon Maillet. Norwegen folgt mit 16 Sekunden Rückstand, Sturla Holm Lägreid geht in die Loipe. Zobel hat auf der Runde kaum verloren und übergibt als Fünfter rund 30 Sekunden hinter der Spitze an Philipp Nawrath. Eine Medaille ist noch immer drin.

+++ Zobel entgeht Strafrunde haarscharf +++

Das war knapp für Zobel! Der Deutsche benötigt alle drei Nachlader, behält aber die Nerven und vermeidet so die Strafrunde. Trotzdem hat das natürlich viel Zeit gekostet. Als Sechster geht er vom Schießstand in die Runde, der Rückstand auf Frankreich an der Spitze beträgt rund 30 Sekunden.

+++ Jacquelin drückt aufs Tempo +++

Emilien Jacquelin zieht das Tempo an und geht in Führung. Nach einem fehlerfreien Schießen bringt der die Franzosen wieder in eine starke Ausgangsposition. Zobel fährt in einer vierköpfigen Vefolgergruppe rund zehn Sekunden hinter ihm.

+++ Zobel springt an die Spitze +++

Auch Zobel beginnt im Stehendschießen perfekt! In nur 27 Sekunden bleibt er fehlerfrei und setzt sich an die Spitze, direkt hinter ihm folgen Schweden und Finnland. Botn muss zweimal nachladen und braucht dafür über eine Minute. Der Norweger fällt auf Rang neun zurück, die Franzosen gehen wieder vorbei auf Platz fünf.

+++ Zobel in Verfolgergruppe +++

Bei der ersten Zwischenzeit hat Botn nun rund 17 Sekunden Vorsprung auf Zobel, der sich mit Tero Seppala aus Finnland, dem Schweizer Joscha Burkhalter und dem Schweden Jesper Nelin in der ersten Verfolgergruppe befindet.

+++ Norwegen übergibt als Erster +++

Martin Uldal übergibt als Erster an Einzel-Olympiasieger Johan-Olav Botn. Mit etwa 15 Sekunden Rückstand geht nun David Zobel in die Runde. Etwa zeitgleich folgen Finnland, Schweden und die Schweiz. Frankreich konnte sich nach der Strafrunde auf Rang 13 vorarbeiten, hat aber schon 50 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

+++ Strelow fällt etwas zurück - Strafrunde für Frankreich +++

Als Erster erreicht Strelow den Schießstand, muss die Führung aber einbüßen, da er sich zwei Nachlader erlaubt. Nutznießer sind Norwegen, Finnland und Schweden, die vorbeiziehen. Dennoch ein starker Beginn der deutschen Staffel. Ein Schieß-Albtraum erlebt der Franzose Fabien Claude. Er schafft es nicht, mit den drei Nachladern alle fünf Scheiben abzuräumen und muss als bisher einziger in die Strafrunde. Das kostet richtig Zeit, als 20. geht er auf die Strecke, kann aber läuferisch etwas aufholen.

+++ Strelow baut Vorsprung aus +++

Auch auf der Runde zeigt der deutsche Startläufer eine gute Vorstellung. Er kann seinen Vorsprung nach 3,7 Kilometern auf fast 15 Sekunden ausbauen. Was geht nun beim Schießen?

+++ Strelow beginnt stark! +++

Fehlerfrei und als Erster verlässt Strelow den Schießstand! Ein starker Auftritt des deutschen Startläufers. Schnell lässt er alle fünf Scheiben stehen und setzt sich mit rund sieben Sekunden Vorsprung an die Spitze. Norwegen musste zweimal, Frankreich einmal nachladen. Hinter Strelow folgen zunächst die Schweden und Finnen.

+++ Top-Nationen reißen erstes Loch +++

Die Top-Nationen drücken etwas aufs Tempo und fahren einen ersten kleinen Vorsprung heraus. Die Abstände sind allerdings noch sehr gering, beim ersten Schießen wird sich das vermutlich ändern.

+++ Der Startschuss ist gefallen +++

Und dann geht es im leichten Schneetreiben von Antholz los! Wie beim Massenstart beginnen die Läufer der insgesamt 20 Nationen gleichzeitig. Justus Strelow ist Deutschlands Startläufer. Für Frankreich beginnt Fabien Claude, Norwegen schickt Martin Uldal als ersten in die Loipe. Insgesamt wird jeder der vier Athleten drei Runden à 2,5 Kilometer laufen sowie einmal liegend und einmal stehen schießen.

+++ Das deutsche Staffel-Aufgebot +++

Für den DSV gehen heute in Antholz Justus Strelow, David Zobel, Philipp Nawarath und Philipp Horn in die Loipe. Strelow und Nawrath liefen bereits bei der Mixed-Staffel mit uns sicherten sich Bronze. Ob eine erneute Medaille klappt? Dafür bräuchten die Deutschen wohl ein fehlerfreies und herausragendes Rennen. Die beiden großen Top-Favoriten sind nämlich Norwegen und Frankreich, die alle Rennen der bisherigen Saison unter sich ausmachten und auch in Peking 2022 Gold (Norwegen) und Silber (Frankreich) gewannen.

Justus Strelow, David Zobel, Philipp Nawrath und Philipp Horn bilden bei den Olympischen Winterspielen in Antholz die Staffel der deutschen Biathleten.

In der Staffel wollen Deutschlands Biathleten Wiedergutmachung für die enttäuschenden Einzelrennen betreiben. Zuletzt hatten sie in der Verfolgung am Sonntag bei der Vergabe der Medaillen keine Rolle gespielt, Horn belegte als bester DSV-Athlet den elften Platz. Als Mutmacher soll die Mixed-Staffel zu Beginn der Wettbewerbe in Südtirol dienen, als sich Strelow und Nawrath zusammen mit Vanessa Voigt und Franziska Preuß Bronze gesichert haben.

Favoriten und deutsche Chancen

Traditionell gehören Norwegen und Frankreich zu den stärksten Nationen in Staffelrennen. Auch Österreich, Schweden und Italien schicken erfahrene Quartette ins Rennen. Deutschland will mit geschlossener Teamleistung und sauberem Schießen um eine Medaille mitkämpfen.

Im Staffelrennen kann bereits eine einzige Strafrunde die Chancen auf Edelmetall schmälern – gleichzeitig kann ein starker Auftritt beim Schießen ein Team weit nach vorne katapultieren. Spannung ist jedenfalls garantiert.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)