Eine Medaille war zum Greifen nah, doch Vanessa Voigt versagten im letzten Moment die Nerven.
Vanessa Voigt verpasst große Chance - und lässt dann im TV-Interview aufhorchen
Voigt patzt beim letzten Schuss
Die bis dahin fehlerfreie deutsche Biathletin kam beim Massenstart als Vierte zum letzten Stehendanschlag. Während auch die Konkurrenz nicht fehlerfrei blieb, ließ sich Voigt viel Zeit. Konzentriert traf sie dann die ersten vier Scheiben - doch der letzte Schuss ging daneben.
„Tatsächlich ging es gar nicht um Medaillen, sondern ich war einfach total ruhig und auch total bei mir. Ich habe eigentlich jeden Schuss bewusst setzen können“, sagte Voigt zu SPORT1.
„Cool, ich kann mit einen Gegnerinnen spielen“
Und habe dann habe sie Gefühl gehabt: „Cool, ich kann jetzt einfach spielen mit meinen Gegnerinnen. Ich habe dann bei meinem letzten Schuss vor meiner letzten Runde gedacht: Geil, ich bin in der Lage ganz vorne mitzuspielen. Ich bin heute auch läuferisch in der Position gewesen, dass es ganz gut ging. Darauf habe ich mich einen Schuss zu früh gefreut.“
In der ARD ergänzte sie: „Da war ich wirklich eine Sekunde überhaupt gar nicht bei mir bei mir“, sagte Voigt in der ARD: „Klar, es schmerzt. Es schmerzt sehr, dass es dann wirklich wegen einem Schuss ist.“
Somit hieß es: Strafrunde statt Medaillenchance! 29 Sekunden fehlten Voigt am Ende aufs Podest. Wie die Reaktion von Sportdirektor Felix Bitterling ausfiel? „Die war laut und zum Glück war ich im Wald”, sagte dieser.
Olympia 2030? Voigt lässt aufhorchen
Anschließend ließ die 28-Jährige aufhorchen, indem sie ihre Zukunft im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2030 offen ließ.
„Es war vielleicht sogar mein letztes olympisches Rennen, weil vier Jahre sind echt eine lange Zeit. Aber ich genieße einfach jeden Moment“, sagte Voigt.
Biathlon-Experte lobt Voigt
ARD-Experte Eric Lesser lobte Voigts Leistung trotz allem. „Sie hat sich über die Olympischen Spiele stetig gesteigert, sie zeigt ganz beständig Schießzeiten unter 30 Sekunden“, sagte der frühere Biathlon-Star. „Das sollte ihr Auftrieb geben.“
Als beste Deutsche landete Voigt am Ende auf Platz sieben. Gold holte die Französin Oceane Michelon. Dahinter landete ihre Landsfrau Julia Simon (1 Strafrunde/+6,6 Sekunden) vor der Überraschungs-Dritten Tereza Vobornikova (1/+7,4).
Franziska Preuß verpasste in ihrem letzten Karriererennen eine Medaille deutlich. Deutschlands Sportlerin des Jahres belegte im Massenstart über 12,5 Kilometer mit sieben Strafrunden Rang 28.