Am Sonntag erhielten die deutschen Biathleten in Antholz zwölf Jahre nach den Olympischen Spielen in Sotchi nachträglich die Goldmedaille. Die Russen, denen der Sieg wegen Dopings aberkannt wurde, wollen das Edelmetall nicht herausrücken.
Olympia: Russischer Biathlet will Goldmedaille nicht abgeben!
Russe will Olympia-Gold behalten
„Nein, wozu? Ich habe sie erkämpft. Sie ist meine, ich werde sie nicht zurückgeben“, sagte der damalige Schlussläufer Anton Shipulin beim russischen Sportfernsehsender Match TV.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte dem Team um Shipulin im September 2025 nach einem jahrelangen Verfahren Gold aberkannt. Evgeny Ustyugov war des Dopings überführt worden, all seine Ergebnisse zwischen August 2013 und April 2014 wurden in der Folge annulliert - darunter auch der Olympiasieg mit der Staffel.
Anschließend forderte das IOC eine Rückgabe der Medaillen - wie der Russe bestätigte jedoch offenbar ohne eine Reaktion der Staffel zu erhalten. Dies deutete auch Russlands Biathlon-Chef Viktor Maigurov an. Der Verband habe nicht „die rechtlichen Mittel, um die Athleten unter Druck zu setzen. Wir haben sie gefragt. Sie alle haben nur gesagt: Auf Wiedersehen.“
Olympia: Shipulin erhebt Vorwürfe
Shipulin schloss zumindest eine Rückgabe nicht vollständig aus. Auf Instagram postete er am Montagabend ein Video mit dem Zieleinlauf des damaligen Rennens.
Darunter machte er unter anderem dem IOC Vorwürfe, es habe die wichtigste Regel, dass Sport mit Politik nichts zu tun hat, verletzt. Russische und belarussische Athletinnen und Athleten dürfen bei diesen Winterspielen nur unter neutraler Flagge starten.
Shipulin zeigte sich offen für eine Medaillenrückgabe, unter der Bedingung, dass das IOC und internationale Verbände „wieder zu diesem Prinzip zurückkehren, unseren Sportlern ihre Flagge und Hymne zurückgeben und sie nicht mehr mit einem ‚neutralen Status‘ demütigen“. Dann sei er „bereit, alle meine Medaillen abzugeben“.