Zwölf Jahre nach ihrem größten Triumph bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver schockte Magdalena Neuner Wintersport-Deutschland mit einer brisanten Enthüllung.
Zwölf Jahre später enthüllte Biathlon-Ikone Magdalena Neuner Brisantes
Neuners späte Enthüllung
Das waren noch andere Zeiten, als die deutschen Biathleten bei den Olympischen Winterspielen reihenweise Medaillen abräumten. So auch bei Olympia im Jahr 2010 in Vancouver, als Magdalena Neuner zunächst in der Verfolgung und anschließend im Massenstart Gold für Deutschland holte. Zuvor hatte sie bereits Silber über die 7,5-km-Sprintstrecke gewonnen.
Olympia: Neuner verzichtet auf Staffel
Eine dritte Goldmedaille sollte für die deutsche Ausnahmebiathletin jedoch nicht mehr dazukommen. Denn für die Öffentlichkeit völlig überraschend verkündete die frisch gebackene Doppel-Olympiasiegerin vor dem abschließenden Staffel-Rennen der Frauen, dass sie nicht auf die Jagd nach dem dritten Gold gehen würde.
„Für mich sind die Olympischen Spiele heute beendet. Ich werde die Staffel nicht laufen“, sagte sie damals. Neuner begründete ihre Entscheidung damit, dass sie nach dem Trubel der vergangenen Tage nicht möchte, „dass die Mädels wegen mir keine Medaille holen“.
Dabei sprach sie von einer eigenen Entscheidung. „Es war meine Entscheidung, Bundestrainer Uwe Müssiggang hat es mir überlassen. Ich habe gemerkt, dass ich vom Kopf her doch ziemlich fertig bin. Jetzt hoffe ich, dass die anderen Vier ein gutes Rennen machen und ihre Medaille holen“, erklärte die damals 23-Jährige ihren Rückzug.
Zwölf Jahre später die Enthüllung
„Das hat es noch nie gegeben, dass eine zweimalige Olympiasiegerin auf einen Start in der Staffel verzichtet. Hut ab vor ihrer Entscheidung“, sagte Teamkollegin Simone Hauswald damals. Auch Müssiggang zeigte sich erfreut: „Sie hat mir damit natürlich eine schwere Entscheidung abgenommen.“
Das deutsche Quartett um Kati Wilhelm, Andrea Henkel, Martina Beck und jene Simone Hauswald holte im Anschluss Bronze. Für die Öffentlichkeit und Neuner schien das Thema damit abgehakt zu sein.
Doch zwölf Jahre später bekam die Geschichte des Neuner-Verzichts einen brisanten Twist. Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking packte Neuner gegenüber dem Magazin Peking.22 über die wahren Gründe des Nichtantritts aus.
„Es war damals schwierig in unserem Biathlon-Team. Es gab Athletinnen, die hatten keine Medaille, ich schon drei. Da wurde mir ans Herz gelegt, anderen den Vortritt zu lassen“, erzählte Neuner.
Biathlon: Fehlender Rückhalt im Team
Entgegen ihrer Aussage vor dem Staffel-Rennen damals fügte sie hinzu, dass „diese Entscheidung eben nicht so ganz von mir alleine getroffen wurde.“ Sie selbst wäre doch gerne in der Staffel gelaufen, verspürte damals aber keinen Rückhalt aus dem Team: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich in der Staffel gewünscht bin. Und ich wusste, dass es in der Staffel darum geht, gemeinsam zu kämpfen. Und wenn dieser Geist nicht da ist, ist es schwierig.“
Trotz der Umstände bereute Neuner ihre Entscheidung aber nicht. „Ab dem Zeitpunkt, als ich gespürt habe, dass mir die Rückendeckung im Team fehlt, wäre es mir sehr schwergefallen, einen richtig guten Wettkampf zu machen. Das hätte ich immer im Hinterkopf gehabt“, gab die ehemalige Biathletin zu.