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Olympia-Drama: "Als würde ich ersticken" - Biathlon-Star packt aus

„Ich konnte nicht normal atmen“

Tomasso Giacomel sorgte für eine der größten Schrecksekunden der Olympischen Winterspiele. Nun erklärt der Biathlon-Star erstmals, warum er beim Massenstart zusammenbrach.
Der Biathlon-Weltcup in Kontiolahti findet seinen Abschluss mit dem Massenstart der Männer. Im Kampf um den Sieg kommt es zu einem Showdown im letzten Schießen, die deutschen Athleten können dort allerdings nicht mitreden.
Tomasso Giacomel sorgte für eine der größten Schrecksekunden der Olympischen Winterspiele. Nun erklärt der Biathlon-Star erstmals, warum er beim Massenstart zusammenbrach.

Nach dem zweiten Schießen konnte Tomasso Giacomel einfach nicht mehr, sein Rennen war vorbei. Im olympischen Massenstart von Antholz hatte der 25-jährige Italiener für einen der größten Schreckmomente der Winterspiele gesorgt: In Führung liegend brach Giacomel das Rennen ab und sackte auf der Strecke zusammen – so erschöpft war er.

Nun hat sich das Biathlon-Ass erstmals zum Vorfall geäußert: „Mein Körper hat mir in vielen Rennen geholfen, aber im olympischen Massenstart hat er sich dazu entschieden, zu stoppen“, erklärte Giacomel im Gespräch mit NRK. Nach dem zweiten Durchgang am Schießstand habe der Italiener bemerkt, wie sein Herz „extrem schnell“ zu schlagen begann, und das nach dem eher ruhigen Schießen.

„Ich hatte Angst“: Biathlon-Star schildert Schrecksekunden

„Es fühlte sich an, als würde ich ersticken, weil ich nicht normal atmen konnte“, erinnerte sich Giacomel zurück. Er habe dem Ganzen gegensteuern wollen, indem er sein Lauftempo verlangsamte – doch es half nichts. Das Rennen war für den Italiener vorbei.

„Ich hatte Angst, als ich angehalten bin. Ich habe die Skier abgenommen und mich hingesetzt. Ich habe viele Leute um mich herum gesehen, die sehr große Angst hatten. Dann habe ich auch Angst bekommen. Es war eine neue Erfahrung“, sagte Giacomel.

Im Anschluss an den Zusammenbruch wurde beim Biathleten ein angeborener Herzfehler entdeckt, der zwar nicht lebensgefährlich ist, aber für den Leistungssport erhebliche Risiken birgt: „Der Arzt hat gesagt, dass ich ihn schon hatte, als ich geboren wurde, dies normalerweise aber erst erkannt wird, wenn man zwischen 25 und 29 Jahre alt ist“, erzählte Giacomel.

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Auf die Silbermedaille folgt das Saisonaus

Er unterzog sich anschließend einer Herz-OP, die glücklicherweise gut verlief. Die Saison ist für Giacomel seither aber beendet: Bei den verbleibenden Rennen im estnischen Otepää (12. bis 15. März) sowie zum Saisonabschluss am Holmenkollen in Oslo (19. bis 22. März) ist er nicht dabei.

Bei den Olympischen Winterspielen hatte Giacomel vor seinem Ausfall die Silbermedaille in der Mixed-Staffel gewonnen.