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Kritische Bilanz nach deutscher Olympia-Enttäuschung: "Suchen unsere Identität"

DEB-Boss mit kritischer Olympiabilanz

Der DEB-Sportvorstand findet nach dem enttäuschenden Auftritt von Leon Draisaitl und Co. kritische Worte.
Der deutsche Superstar, Leon Draisaitl, der Edmonton Oilers zieht nach den enttäuschenden Olympischen Spielen für die deutsche Mannschaft ein Fazit und analysiert Fehler und Ursachen.
Der DEB-Sportvorstand findet nach dem enttäuschenden Auftritt von Leon Draisaitl und Co. kritische Worte.

Nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Eishockeystars bei den Olympischen Spielen hat Christian Künast eine kritische Bilanz gezogen und Fehler zugegeben.

„Wir suchen im Moment unsere Identität“, stellte der Sportvorstand des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im Interview mit MagentaSport fest.

„Das deutsche Spiel ist immer noch dieses Wir-Gefühl, dieses mutige, dieses Für-Deutschland-Rausgehen, ohne dass es immer spielerisch ist“, meinte der ehemalige Nationaltorwart: „Stabilität in der Defensive kommt zuerst!“

DEB-Boss Künast schließt sich bei Kritik mit ein

Das sei bei den Winterspielen mit der vermeintlich besten Nationalmannschaft aller Zeiten um NHL-Star Leon Draisaitl vernachlässigt worden. „Hurra, jetzt fahren wir noch mal ein Forechecking, wo man sich vielleicht zurückziehen sollte. Diese kompakte Spielweise hätten wir besser vorbereiten können.“

Dabei nahm er sich selbst nicht von der Kritik aus: „Wir waren gut vorbereitet, aber wir waren nicht top vorbereitet. Das beginnt bei mir – weil ich der Vorstand Sport bin.“

Ein großer Nachteil sei in Mailand auch gewesen, dass die Trainer nicht im Olympischen Dorf wohnten. „Das war wirklich ein schwerer Punkt, wenn Teams – Frauen wie Männer – die Nähe von unseren Trainern gewohnt sind“, sagte Künast: „Dieser Kontakt hat irgendwo gefehlt – und das ist die größte Stärke von Harry Kreis! Der haben wir ihn irgendwo beraubt – auch ich, weil ich war mitentscheidend.“

Deutschland verpasst historische Chance bei Olympia

Die deutsche Mannschaft hatte zwar das Verbandsziel Viertelfinale erreicht, aber die womöglich historische Chance gegen die Slowakei, den leichtesten verbliebenen Gegner, beim enttäuschenden 2:6 nicht genutzt.

Insgesamt verlor das Team von Bundestrainer Harold Kreis drei seiner fünf Spiele, obwohl nur einmal ein absolutes Topteam der Gegner war - beim 1:5 in der Vorrunde gegen den späteren Olympiasieger USA.