Es war ein Schicksalsschlag, der für Ski-Superstar Mikaela Shiffrin alles veränderte: Am 2. Februar 2020 riss ein tödlicher Unfall ihren Vater Jeff aus dem Leben.
Die Tragödie um Mikaela Shiffrins Vater
Die Tragödie um Shiffrins Vater
Die damals 24-Jährige verlor einen Ankerpunkt ihres Lebens. Das Gedenken an ihren Vater begleitet sie seitdem durch alle Höhen und Tiefen. Auch nach dem Olympiasieg im Slalom am Mittwoch - ihrem dritten insgesamt und dem ersten seit dem Tod des Vaters - war die Erinnerung präsent.
Mikaela Shiffrin: Vater starb nach Sturz von Dach
„Der unerwartete Tod meines gutherzigen, liebevollen, fürsorglichen, geduldigen, wundervollen Vaters hat meiner kompletten Familie das Herz gebrochen“, hatte Mikaela Shiffrin vor sechs Jahren die traurige Nachricht via Social Media verkündet: „Er war das stabile Fundament unserer Familie und wir werden ihn schrecklich vermissen.“
Jeff Shiffrin war bei Handwerksarbeiten am Familienhaus in Edwards, Colorado, vom Dach gefallen und erlag am 2. Februar 2020 schweren Kopfverletzungen.
Mikaela Shiffrin und ihre Mutter Eileen waren zu diesem Zeitpunkt im Weltcup unterwegs, sie reisten dann in die Heimat, um die letzten Stunden mit dem Familienoberhaupt zu verbringen. Wie nahe sich Tochter und Vater waren, zeigte sich durch die Entscheidung, die Shiffrin danach traf: Die dreimalige Weltcup-Gesamtsiegerin brach ihre Saison ab und überließ der Konkurrenz das Feld, die Italienerin Federica Brignone holte den Gesamtsieg. Shiffrins Abonnement auf den Slalom wurde von der Slowakin Petra Vlhová beendet.
Shiffrins geplante Rückkehr beim letzten Saisonrennen im schwedischen Are platzte aufgrund der Coronakrise.
Jeff Shiffrin war selbst Skifahrer
Jeff Shiffrin - im Hauptberuf Anästhesist - war selbst passionierter Skifahrer, er fuhr am Dartmouth College im New Hampshire. Für die Karriere der Tochter war er ein ebenso wichtiger Wegbereiter wie Frau Eileen, die ebenfalls einen Ski-Hintergrund hat.
Die Gedanken der Ausnahmeathletin kreisten noch lange um den Schicksalsschlag: „Ich war wirklich dankbar, dass wir die Chance hatten, ihn in diesen letzten Momenten zu sehen. Er sah nicht wie er selbst aus, aber ich konnte ihn immer noch spüren“, sagte Shiffrin später im Videointerview mit Tränen in den Augen.
Ein Karriere-Ende kam dennoch nicht in Frage, da sie sich ihrem Vater auf dem Berg „nahe“ fühle, „manchmal so nahe, dass es weh tut“, sagte Shiffrin: „Ich dachte immer, ich bin ziemlich gut darin, die Perspektive auf das Wichtige zu behalten. Aber ich denke, das hat sich jetzt geändert. Und hoffentlich werde ich nie wieder etwas für selbstverständlich halten.“
„Vielleicht war heute der Tag, an dem ich es akzeptiert habe“
Auf der Pressekonferenz nach ihrem Olympiasieg wurde Shiffrin ein weiteres Mal emotional und erinnerte an ihren verstorbenen Papa. „Von diesem Moment habe ich geträumt, aber ich hatte auch Angst“, begann die 30-Jährige ihr emotionales Statement.
Sie führte weiter aus: „Immer wenn du jemanden in deinem Leben verlierst, den du liebst, ist es wie eine neue Erfahrung, als würde man neu geboren werden.“
Shiffrin sagte, dass sie es sich gar nicht vorstellen konnte, ohne ihren Vater zu leben und meinte, dass sich der Gewinn der Goldmedaille wie ein Neuanfang anfühle: „Vielleicht war heute der Tag, an dem ich es akzeptiert habe.“ Die US-Amerikanerin ergänzte, dass der Triumph für sie ein Moment des Schweigens sowie des Gedenkens an ihren Vater sei.