Was für eine bittere Enttäuschung für Lena Dürr! Die Münchnerin griff nach einer Medaille, am Ende aber stand sie wieder mit leeren Händen da.
Dürr weint bittere Tränen! Überraschende Medaille war zum Greifen nah
Emotionale Dürr gibt Tränen-Interview
Beim olympischen Riesenslalom in Cortina d‘Ampezzo war die 34-Jährige als sensationelle Zweite ins Finale gegangen, lag bei der letzten Zwischenzeit auch noch klar auf Medaillenkurs - und fiel auf den letzten Metern dann doch noch auf Rang neun zurück: 0,19 Sekunden fehlten zu einem Platz auf dem Podest.
Olympia: Tränen-Interview von Lena Dürr
Im Interview mit dem ZDF im Nachgang liefen Dürr noch die Tränen über die Wangen. „Es ist jetzt kein Spaß, hier durch die Reihen zu gehen. Aber es hilft nichts, das gehört dazu … (weint und schüttelt ungläubig den Kopf, Anm. d. Red.) … es tut schon weh”, gab Dürr einen Einblick in ihre Gefühlswelt: „Aber es muss eben alles passen, damit es reicht. Dann darf so ein Steher unten nicht sein. Ich war kurz vorm Umfallen, weil das Tempo komplett weg war.“
„Aber irgendwie bin ich trotzdem stolz“, fuhr die Münchnerin fort. „Weil: Die letzten Wochen waren ja wirklich kein gutes Skifahren und ich habe mich überhaupt nicht wohlgefühlt. Ich dachte: Wenn ich schon so anreisen muss, wird das hier kein Genuss.“
Dürr hadert nach Riesenslalom: „Tut weh“
Dass sie nach ihrer Form-Delle die Kurve bekam, sei „ein kleiner Sieg, zum Schluss aber noch mit einem großen Dämpfer, der dazugekommen ist“.
„Alles in allem bin ich schon stolz, dass ich es an so einem Tag, der nur alle vier Jahre kommt, wieder hingebracht habe“, sagte Dürr. „Aber so tut es jetzt erstmal ein bisschen weh. Das ist auch in Ordnung. Es wäre komisch, wenn nicht.“
Den Fokus lenkte sie bereits auf die nächste Aufgabe. „Jetzt versuche ich, das Gute mitzunehmen und dann freue ich mich auf den Slalom am Mittwoch”, betonte Dürr, die hervorhob. „Weil es ist wirklich ein Genuss, hier fahren zu dürfen.“
Ski Alpin: Experte Büchel leidet mit Dürr
„Sie trifft eine Entscheidung, die einfach falsch war. Sie hat, ich muss leider hart sein, Silber verschenkt. Sie hat es aus der Hand gegeben, bei der letzten Welle“, analysierte ZDF-Experte Marco Büchel.
„Hinter mir, da oben, da liegt die Silbermedaille. Sie kommt hin und in ihrem Adrenalinrausch hat sie gedacht ‚Jetzt muss ich Gas geben‘. Da fährt sie zu direkt und büßt alles ein. Mir persönlich tut es weh. Es wäre schon was gewesen. Mir geht das nahe“, ergänzte der Liechtensteiner ergriffen.
Brignone holt Gold im Riesenslalom
Zu Gold fuhr wie bereits im Super-G Weltmeisterin Federica Brignone aus Italien, die erst Mitte Januar ihr Comeback im Weltcup nach langer Verletzungspause gegeben hatte.
Silber wurde zweimal vergeben: An die zeitgleichen Sara Hector aus Schweden, Olympiasiegerin 2022 in Peking, und Thea Louise Stjernesund aus Norwegen (+0,62 Sekunden).
Kurios: Nach dem ersten Lauf hatten Hector, Stjernesund und die für Albanien startende Italienerin Lara Colturi zeitgleich auf Rang drei hinter Brignone und Dürr gelegen.
Dürr hatte bereits vor vier Jahren in Peking eine Einzelmedaille verpasst. Damals führte sie nach dem ersten Lauf des Slaloms, 0,47 Sekunden betrug ihr Vorsprung auf Rang vier. Doch ein Patzer im zweiten Lauf kostete ihr die sicher scheinende Platzierung auf dem Podest - sie verpasste es am Ende um 0,07 Sekunden.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)