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Olympia 2026: Neureuther leidet bei Drama: "Lasst doch den Buben in Ruhe!"

Neureuther leidet bei Ski-Drama

Skirennläufer Atle Lie McGrath erklärt seine Flucht in den Wald nach verpasstem Gold. Zu Beginn der Spiele hatte der Norweger bereits den Tod seines Großvaters verkraften müssen.
Atle Lie McGrath stapfte nach seinem Aus in Richtung des Waldes
Atle Lie McGrath stapfte nach seinem Aus in Richtung des Waldes
© IMAGO/Xinhua
Skirennläufer Atle Lie McGrath erklärt seine Flucht in den Wald nach verpasstem Gold. Zu Beginn der Spiele hatte der Norweger bereits den Tod seines Großvaters verkraften müssen.

Nachdem er seine Stöcke fortgeschleudert und die Skier abgeschnallt hatte, wollte Atle Lie McGrath nur noch weg. Allein sein. Also stapfte er los. Mitten über die Piste, vorbei an der Streckenbegrenzung, dann durch den Tiefschnee. Immer weiter Richtung Wald.

Dort angekommen, ließ sich der Norweger vor den Bäumen auf den Rücken plumpsen, zog sich noch die Handschuhe aus, und starrte dann völlig erschöpft ins Leere.

Es war ein kurioses Bild, das sich den Zuschauern nach dem Slalom auf der Stelvio in Bormio bot. Und eines mit traurigem Hintegrund. Als Führender war McGrath in den zweiten Durchgang gestartet, der 25-Jährige hatte Gold vor Augen. Dann fädelte er im Stangenwald ein. Der Traum vom Olympiaiseg war geplatzt.

Neureuther reagiert fassungslos auf Drama

„Ich war von meinen Emotionen überwältigt“, erklärte McGrath seine Flucht Richtung Wald, „ich wollte alleine sein. Leider haben mich Fotografen gefunden.“

Die bitteren Szenen ließen auch den ARD-Experten Felix Neureuther nicht kalt. Vor allem, als McGrath von den Fotografen verfolgt wurde, reagierte er emotional.

„Komm, lasst ihn halt einfach in Ruhe. Lasst ihn einfach in Ruhe. Lass doch den Buben einfach in Ruhe. Der will seine Ruhe haben, da brauchst jetzt nicht hingehen“, sagte der langjährige Ski-Star.

Schon direkt nach dem Aus des bis dahin Führenden litt Neureuther erkennbar: „Oh, tut mir das weh. Er ist komplett durch, Freunde. Der läuft jetzt Richtung Norwegen. Schnell in den Wald und schnell ganz alleine sein. Er läuft immer noch, er läuft irgendwie in den Wald. Das tragischste Bild dieser Olympischen Spiele.“

Olympia: Das denkbar bitterste Ende für McGrath

Für den aktuell besten Slalomfahrer der laufenden Weltcupsaison war es das denkbar bitterste Ende der Olympischen Spiele in Norditalien, an deren Anfang McGrath einen schweren persönlichen Schicksalsschlag hatte verkraften müssen. Am 6. Februar war sein Großvater während der Eröffnungsfeier gestorben.

In der Team-Kombination fuhr McGrath mit schwarzer Armbinde, beim Riesenslalom am Samstag belegte er Rang fünf - und schrieb danach auf Instagram vom „bei weitem härtesten Rennen meines Lebens, und vielleicht jenem, auf das ich am meisten stolz bin.“

Nach seinem einsamen Gang durch den Schnee wurde der WM-Zweite im Slalom von 2025 von einem Streckenposten in den Zielbereich gebracht.

„Ich habe genug Zeit im Wald verbracht. Jetzt möchte ich bei den Menschen sein, die ich liebe. Das ist alles, was ich brauche“, sagte McGrath und ergänzte: „Ich glaube, ich brauche eine Weile Zeit, um das zu verarbeiten. Es wird wirklich schwer werden.“

Neureuther meinte: „Der Groß-Papa ist gestorben... Menschenskinder, ach Atle, tut mir das leid für dich! So ein toller Skifahrer, so ein unfassbar sympathischer Mensch.“