Ski-Alpin-Dominator Marco Odermatt aus der Schweiz hat auch im dritten Anlauf Gold bei den Winterspielen von Mailand und Cortina verfehlt - auch bei einer seiner Spezialdisziplinen!
Olympia: Ski-Alpin-Dominator zum dritten Mal von Landsmann geschlagen!
Odermatt schon wieder geschlagen!
Zum Abschluss der Speed-Wettbewerbe der Männer auf der Stelvio in Bormio schnappte Landsmann Franjo von Allmen im Super-G dem Weltmeister und Weltcupführenden in der Disziplin erneut den Sieg weg. Odermatt wurde Dritter hinter Silber-Gewinner Ryan Cochran-Siegle aus den USA. Der 24 Jahre junge von Allmen ist derweil mit einer historischen Leistung in die Riege der Legenden seines Sports gerast.
Olympia: Odermatt nur auf Platz 3 im Super-G
Schon in der Abfahrt und im Teamwettbewerb hatte der Super-G-Gesamtführende im Weltcup jeweils von Allmen (in der Super-Kombi mit Tanguy Nef) den Vortritt lassen müssen.
Nun erreichte der viermalige Gesamtweltcupsieger Odermatt - 2022 in Peking Gold-Gewinner im Riesenslalom - wieder nicht sein Optimum.
Von Allmen verwies Cochran-Siegle, der bereits 2022 in Peking Silber gewonnen hatte, um 0,13 Sekunden auf Platz zwei, Odermatt lag 0,28 Sekunden zurück - und lag nur drei Hundertstel vor dem viertplatzierten Franzosen Nils Allègre. Mitfavorit Dominik Paris (Italien) verlor bei einem Schlag seinen rechten Ski und kam zu Fall, verhinderte aber einen schlimmeren Sturz.
Von Allmen schreibt mit Gold Geschichte
Stattdessen schrieb von Allmen Geschichte als erster Ski-Alpin-Fahrer des Jahrhunderts und seit 58 Jahren, der in einem Olympia-Jahr dreimal Gold holt. Zuvor war dies nur Toni Sailer (Cortina 1956) und Jean Claude Killy (Grenoble 1968) gelungen - zu einer Zeit, in der es auch nur drei Alpin-Wettbewerbe bei Olympia gegeben hatte.
„Es fühlt sich an wie im Traum, drei Mal, absoluter Wahnsinn“, bekannte von Allem in der ARD und betonte, es wären ja nur zwei statt nun drei Goldmedaillen geworden, wenn ihn in der Team-Kombination nicht der „Slalom-Typ“ gerettet hätte. Der Schweizer Blick jubelte sogleich über den „dritten Streich“ des „Gold-Giganten“.
Von Allmen vergaß auch nicht, all jenen zu danken, die seinen „absoluten Wahnsinn“ erst möglich gemacht hatten nach harten Zeiten. Als er 17 Jahre alt war, verstarb unerwartet sein Vater - das Geld, das nun für den Skirennsport fehlte, ergatterte er durch eine Crowdfunding-Kampagne. Dazwischen absolvierte er eine Ausbildung zum Zimmermann. Diese Medaillen, sagte er, „sind auch für alle die Leute, die hinter mir stehen“, sie seien „ein Dank für die ganze Arbeit und das ganze Umfeld, das ist wunderschön“.
Das deutsche Duo hatte in Italien erwartungsgemäß nichts zu tun mit der Medaillenentscheidung. Simon Jocher (+1,55) belegte Rang 17, Olympia-Debütant Anton Grammel (4,07) kam nicht in die Top 25.
Odermatt schwankt zwischen Enttäuschung und Erleichterung
„Man kann es immer anschauen, wie man will”, sagte ein geknickt wirkender Odermatt am Ende des Rennens in der ARD: „Ich wollte schon Gold heute, das ist klar. Das war natürlich das große Ziel. Aber man muss definitiv sehr zufrieden sein, wenn man drei Hundertstel vor Platz vier ist. Es muss immer sehr viel zusammenpassen.“
„Das reicht ihm nicht! Nein! Nein! Nein! Marco Odermatt ist wieder geschlagen“, hatte zuvor Wintersport-Experte Bernd Schmelzer in der ARD kommentiert: „Er ist völlig fassungslos jetzt. Das ist seine Disziplin. Da gibt es überhaupt keine zwei Meinungen dazu. Das ist sein Ding!“
Der Kommentatoren-Kollege von Felix Neureuther verdeutlichte die Tragweite der Situation: „Da kommst du hierher als Gesamtweltcupführender, als der überragende Skifahrer der Saison, der letzten Jahre. Und dann kommt der Franjo und steht - möglichweise - vor seiner dritten Olympischen Goldmedaille. Teamgeist hin oder her - aber das ist schon ein Schlag.“
-----
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)