Sie gaben alles, aber es war nicht genug: Simon Jocher und Linus Straßer haben bei der Olympia-Premiere der Team-Kombination ihre Mini-Chance auf eine Medaille nicht nutzen können. Nach Jochers solider Abfahrt konnte Straßer den Halbzeit-Rückstand von mehr als einer Sekunde auf das Podest nicht aufholen - dem Münchner gelang nur die elfte Slalom-Zeit. Am Ende fehlten dem DSV-Duo auf der Stelvio in Bormio 0,70 Sekunden zu Platz drei - es wurde Platz zehn.
Olympia: "Bin noch ein bisschen sprachlos, muss ich sagen!" DSV-Duo chancenlos – Schweizer furios
DSV-Duo chancenlos – Schweizer furios
Der packende Kampf um die Medaillen endete mit einer Überraschung: Gold gewann wie bei der WM vor zwölf Monaten Abfahrts-Weltmeister- und Olympiasieger Franjo von Allmen, diesmal allerdings nicht mit dem amtierenden Slalom-Weltmeister Loic Meillard, sondern mit Tanguy Nef. Der 29-Jährige, im Weltcup noch ohne Sieg, fuhr völlig unerwartet die beste Zeit im Slalom. Von Allmen hatte in der Abfahrt nur die vierte Zeit vorgelegt.
Insbesondere die Leistung des Technik-Spezialisten sorgte daher für großes Staunen. „Tanguy Nef – bist du narrisch, hat der abgeliefert“, sagte ARD-Experte Felix Neureuther nach dem Rennen. „Ich bin noch ein bisschen sprachlos, muss ich sagen. Viele haben vorher gesagt, dass die Situation nicht einfach ist. Aber dann im Slalom die Laufbestzeit zu fahren, ist bockstark. Das war Slalom vom Allerfeinsten.“
Olympia: Zweimal Silber in der Team-Kombination
Die Premieren-Olympiasieger hatten nach dem spannenden Finale einen gewaltigen Vorsprung auf gleich zwei Mannschaften: Silber ging an Österreich 1 mit Vincent Kriechmayr und Manuel Feller, dem im Slalom die zweitbeste Zeit gelang - und an das hochfavorisierte Team Schweiz 1 mit Marco Odermatt und Meillard, der den Slalom völlig verpatze.
Beide Teams lagen 0,99 Sekunden hinter den Olympiasiegern zurück, profitierten aber auch von einem völlig verkorksten Slalom von Alex Vinatzer. Der Südtiroler vergab die Halbzeit-Führung für Team Italien 1, für die Giovanni Franzoni, der Olympia-Zweite in der Abfahrt, gesorgt hatte. „Vinatzer ist am Boden zerstört. Er ist am Boden zerstört, darüber müssen wir doch gar nicht reden“, schilderte ARD-Kommentator Bernd Schmelzer den bitteren Moment des Italieners im Ziel.
Straßer sucht nicht nach Ausreden
„Ein gelungener Wettbewerb“, sagte Straßer nach dem Finale, in dem, wie er bekannte, „mehr drin gewesen wäre“ für das einzige deutsche Duo. Er selbst suchte nach seiner Fahrt nicht nach Ausreden: „Ich bin sehr gut reingekommen“, berichtete der WM-Dritte hinterher, doch als es in den flacheren Schlussteil gegangen sei, sei für ihn nichts mehr drin gewesen.
Straßer fuhr fort: „Da musst du alles voll am Limit fahren, clean sein – und Fehler wie meiner darfst du dir sowieso nicht erlauben. Sicher wäre hier und da mehr gegangen, dann wäre eine Medaille drin gewesen. Ich finde, dass wir trotzdem mit erhobenem Haupt aus dem Wettbewerb gehen können.“
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)