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Jury-Fehler zu Deutschlands Ungunsten? Experte Freund rätselt im ZDF

Jury-Fehler? Freund rätselt

Das deutsche Mixed-Team verpasst im Skispringen knapp eine Medaille. Der TV-Experte Severin Freund rätselt über eine Jury-Entscheidung.
Philipp Raimund holt sensationell Olympia-Gold auf der Normalschanze. Die Eurosport-Kommentatoren sind völlig aus dem Häuschen.
Das deutsche Mixed-Team verpasst im Skispringen knapp eine Medaille. Der TV-Experte Severin Freund rätselt über eine Jury-Entscheidung.

Nur 1,2 Punkte hat dem deutschen Mixed-Team im Skispringen gefehlt, um nach dem Gold-Coup von Philipp Raimund am Montagabend die nächste Medaille bei den Olympischen Winterspielen zu gewinnen.

Doch am Ende mussten sich die DSV-Adler mit dem bitteren vierten Platz zufrieden geben und Japan zu Bronze beglückwünschen. Während des letzten Durchgangs bis kurz nach dem Wettkampf gab es dabei Verwirrung um die Punktevergabe der Kampfrichter.

Experte von Punkte-Entscheidung verwundert

Nachdem Raimund den letzten Sprung des deutschen Teams absolviert hatte, war Ren Nikaido an der Reihe. Der Japaner musste eigentlich 101,5 Meter springen, um den Bonus von 4,5 Punkten zu erreichen und mit seinem Team an Deutschland vorbeiziehen zu können.

Doch er sprang nur 101 Meter, den Bonus bekam er dennoch. ZDF-Experte Severin Freund war darüber sehr verwundert und meinte direkt nach Nikaidos Sprung: „Er bekommt die Bonuspunkte nicht. Aber die sind jetzt im System schon drin, aber wenn ich mich nicht verrechnet habe, hätte er 101,5 Meter springen müssen und er springt 101.“

Freund rätselt nach dem Wettkampf weiter

Nach dem Wettkampf, bei welchem Slowenien Gold und Norwegen Silber gewann, ergänzte Freund: „Ich muss ehrlicherweise immer noch sagen: Also entweder ist im System ein Fehler, dass das etwas Falsches eingetragen ist, dass es ein Anzeigefehler ist oder Japan hat 4,5 Punkte zu viel bekommen oder es hat einen nachträglichen Jury-Entscheid gegeben, welcher nicht kommuniziert worden ist.“

Er fügte wenige Minuten später hinzu, dass es sich möglicherweise um einen Anzeigefehler handle, was aufgrund der komplett anderen Grafiken bei den Olympischen Winterspielen vorkommen könne.

Freund erklärte, dass Nikaido aus derselben Luke gestartet war wie Raimund und es möglicherweise eine Traineranfrage diesbezüglich gegeben habe.

„Wenn es eine Traineranfrage ist, dann muss Nikaido eine Mindestweite springen, um diese Extrapunkte zu bekommen. Diese Mindestweite hat er um einen halben Meter nicht erreicht. Die Punkte sind ihm aber gutgeschrieben worden“, meinte der ehemalige DSV-Adler.

Er fügte hinzu: „Jetzt weiß man nicht, ob die Jury nachträglich noch reagiert hat und ob nur unser System zu langsam war, oder ob es einen Fehler gab und er Punkte bekommen hat, die er nicht hätte bekommen sollen.“

Bundestrainer reagieren unaufgeregt auf Punkte-Verwirrung

Auf die Punkte-Verwirrung wurden die beiden Bundestrainer Stefan Horngacher und Heinz Kuttin im ZDF angesprochen. Beide machten aber kein großes Fass auf und gingen jeweils davon aus, dass kein Fehler im System vorliege, sondern die Jury alles richtig gemacht habe.

Wenige Augenblicke später wurde dann das Ergebnis offiziell bestätigt. Deutschland blieb damit auf dem bitteren vierten Platz.