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Olympia 2026: Schmerzen und ein bitteres Eingeständnis von Raimund

Raimund gesteht Schmerzen ein

Das deutsche Mixed-Team im Skispringen verpasst eine Medaille - was auch an Philipp Raimund liegt, wie dieser eingesteht.
Philipp Raimund reagiert nach seinem Olympiasieg im Skispringen auf die erhöhte Aufmerksamkeit um seine Person und auf die Bedeutung der Goldmedaille.
Das deutsche Mixed-Team im Skispringen verpasst eine Medaille - was auch an Philipp Raimund liegt, wie dieser eingesteht.

Überflieger Philipp Raimund hat bei den Olympischen Spielen seinen zweiten Skisprung-Coup verpasst. Keine 24 Stunden nach Einzel-Gold musste sich der Oberstdorfer an der Seite von Selina Freitag, Felix Hoffmann und Agnes Reisch im Mixed-Team nach einem Krimi mit Rang vier begnügen. Gold ging wie 2022 an Slowenien vor Norwegen und Japan.

Das deutsche Quartett kam nach zwei Durchgängen auf 1032,8 Punkte, zum Podest fehlten umgerechnet nur 60 Zentimeter. Auch im zweiten Mixed-Wettkampf der Olympiageschichte ging Deutschland somit leer aus, vor vier Jahren hatte eine Disqualifikation von Katharina Schmid alle Träume zerstört.

Nicht zu schlagen waren die neuen Olympiasieger Domen und Nika Prevc, Anze Lanisek und Nika Vodan (1069,2), die vom ersten bis zum letzten Durchgang in Führung lagen.

„Ich habe im ersten Sprung tatsächlich ein bisschen was liegengelassen“, gestand Raimund ein: „Ich bin ein bisschen zu früh gewesen. Ich habe mich auch heute nicht ganz so gut gefühlt wie gestern (bei seinem Gold-Triumph, Anm.). Gestern war ich einfach in Top-top-top-Form.“

Deutsche Skispringer hadern

Raimund zeigte sich durchaus selbstkritisch, auch wenn er ordentliche Sprünge abgeliefert hatte: „Man will nicht immer das ganze Team darunter leiden lassen, das passiert aber manchmal. Heute gab es drei bessere Teams würde ich sagen.“

Die fast 5000 Zuschauer an der Normalschanze, darunter erneut viele Deutsche sowie die nicht nominierten Andreas Wellinger und Fahnenträgerin Schmid als Edelfans, sahen einen von Beginn an spannenden Wettkampf. Schon nach dem ersten Durchgang lag das DSV-Team auf Rang vier, am Ende reichte es nicht zum erhofften Platz auf dem Podium.

„Wir haben gekämpft bis zum Ende, es ist nochmal knapp geworden. Das beweist auch, dass wir alles reingesteckt haben“, meinte Freitag. Reisch meinte: „Ich glaube, jeder von uns hätte die 1,2 Punkte noch irgendwie in seinem Sprung drin gehabt.“ Irgendjemand müsse aber vierter werden: „Es ist extrem bitter“.

Erneut in guter Form war Schlussspringer Raimund, der 25-Jährige flog auf 98,0 und 102,5 m - obwohl er Probleme hatte.

Raimund spürt die Folgen des Erfolgs

„Meine Nacht war eher bescheiden. Mein Kopf hat einfach keine Ruhe gegeben, mein Körper hat irgendwann angefangen, einfach nur noch weh zu tun. Die ganze Anspannung ist abgefallen, das ganze Adrenalin. Und dann hat der Körper auf einmal gesagt: Übrigens, ich wurde ganz schön strapaziert. Aber für eine Goldmedaille tausche ich das gerne jederzeit wieder ein“, sagte Raimund.

Im Mixed-Wettkampf habe er die Folgen aber gespürt. „Die Beine waren einfach wesentlich leerer als gestern. Das soll keine Ausrede sein - alle, die gestern Wettkampf hatten, haben logischerweise was hinter sich. Aber mit der fehlenden Erholung von gestern Abend sind mehrere Dinge zusammengekommen“, sagte der DSV-Adler.

Noch besser war aber Hoffmann (100,5 und 102,5 m), auch Reisch (95,5 und 96,0 m) überzeugte. Luft nach oben hatte dagegen die schon im Einzel leer ausgegangene Freitag, die mit mehr Anlauf auf 91,5 und 98,5 m kam.

Für die Skispringer steht nun der Wechsel auf die Großschanze an. Raimund und Co. bieten sich dort mit dem Einzel am Samstag und dem Super-Team am Montag noch zwei Chancen. Die Frauen ermitteln am Sonntag erstmals eine Olympiasiegerin vom großen Bakken, für die siebenmalige Weltmeisterin Schmid wird dies der letzte große Wettkampf ihrer Karriere.

----- mit Sport-Informations-Dienst