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Olympia 2026: Wellinger kritisiert mangelnde Aufarbeitung im Anzug-Skandal

Anzug-Skandal? Wellinger übt Kritik

Andreas Wellinger kritisiert die mangelnde Aufarbeitung im Anzug-Skandal. Er wünscht sich auch mehr Transparenz der Täter.
Der Skandal rund um das norwegische Team schlug hohe Wellen im Skispringen. Andreas Wellinger könnte durch die Disqualifikation eines Norwegers nun nachträglich zum Weltmeister erklärt werden - ein schwacher Trost.
Andreas Wellinger kritisiert die mangelnde Aufarbeitung im Anzug-Skandal. Er wünscht sich auch mehr Transparenz der Täter.

Im Skispringen steht bei den Olympischen Spielen für die DSV-Männer das erste Highlight an. Auf der Normalschanze (ab 19 Uhr im LIVETICKER) soll es im Optimalfall mit einer Medaille klappen.

Zu den Konkurrenten gehören dann auch ganz sicher wieder die norwegischen Springer und dabei unter anderem mit Marius Lindvik auch Athleten, die im vergangenen Winter mit manipulierten Anzügen für einen der größten Skisprungskandale der Geschichte gesorgt hatten.

Für den deutschen Olympia-Teilnehmer Andreas Wellinger wirkt der ganze Fall noch immer nach. „Ich finde nicht, dass der ganze Skandal ausreichend aufgearbeitet worden ist“, sagte Wellinger im Interview mit dem Spiegel.

„Es gab Geldstrafen, Disqualifikationen und auch ein paar Sperren. Aber sonst? Niemand weiß, wie viele Anzüge manipuliert worden sind. Niemand weiß, wie lange betrogen wurde“, bemängelt Wellinger.

Wellinger hätte sich Entschuldigung von Norwegern gewünscht

Der Olympiasieger von 2014 und 2018 machte zudem deutlich, dass er sich von den Übeltätern einen anderen Umgang mit den eigenen Fehlern gewünscht hätte.

„Wenn man sich hinstellt und sagt: Wir haben davon nichts gewusst, wir haben es nicht mit Absicht gemacht, dann finde ich, wird das der Tragweite nicht gerecht“, sagte Wellinger deutlich.

Aus seiner Sicht hätten die Norweger deutlicher zu ihren Fehlern stehen sollen: „Ich finde, die Norweger hätten sagen können: Leute, das war falsch. Wir hatten eine Heim‑WM, wir wollten erfolgreich sein, wir sind über das Ziel hinausgeschossen, wir haben einen Fehler gemacht. Es tut uns leid, wir lernen daraus. Das hätte zumindest Reue gezeigt.“

Stempel als Betrüger auf norwegischen Springern? „Definitiv“

Wellinger ist nicht der einzige, der zuletzt sein Unbehagen über die norwegischen Athleten geäußert hat.

Der österreichische Skispringer Stefan Kraft hatte gesagt, dass die Norweger definitiv „ein Stempel“ als Betrüger hätten.

Das sieht auch Wellinger so: „Definitiv. Jeder, der betrügt, hat einen Stempel. Das trifft auf gedopte Sportler genauso zu wie auf diejenigen, die ihr Material manipulieren. Deshalb wäre es ja auch so wichtig, dass Einsicht gezeigt wird.“