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Skispringen: Bitterer Abgang für Deutschlands Fahnenträgerin

Tränen bei Deutschlands Fahnenträgerin

Katharina Schmid verpasst in ihrem letzten großen Wettkampf den zweiten Durchgang. Der deutschen Fahnenträgerin kommen die Tränen. Die Enttäuschung ist groß.
Katharina Schmid hat die Ehre, Deutschland als Fahnenschwenkerin bei den Olympischen Spielen zu führen. Vor der Zeremonie sprach die 29-Jährige über den besonderen Moment und Co-Träger Leon Draisaitl.
Katharina Schmid verpasst in ihrem letzten großen Wettkampf den zweiten Durchgang. Der deutschen Fahnenträgerin kommen die Tränen. Die Enttäuschung ist groß.

Bitteres Ende für Skispringerin Katharina Schmid! Die 29-Jährige hat im letzten großen Wettkampf ihrer Karriere eine herbe Enttäuschung erlebt.

Die deutsche Fahnenträgerin flog auf der großen Olympiaschanze von Predazzo bei schwierigen Windverhältnissen nur auf 96,5 m und verpasste als 42. den zweiten Durchgang klar.

Olympia: Schmid weint nach letztem Sprung

TV-Bilder zeigten Schmid nach ihrem Sprung im Athletinnen-Bereich bitterlich weinen. Auch im ZDF-Interview kämpfte sie sichtlich mit ihren Emotionen und den Tränen.

„Ich wusste, es wird schwierig. Die Schanze liegt mir nicht. Aber das tut einfach nur weh“, gestand Schmid. Der nahende Abschied sei aber „gerade mein kleinstes Problem, dass es der letzte Sprung ist. Es tut einfach weh.“

Tröstend auf ihre große Karriere zurückblicken wollte sie in diesem bitteren Moment nicht. „Gerade überwiegt heute. Ich weiß, ich habe schon zwei olympische Medaillen. Aber dann hätte ich ja auch vorher aufhören können, wenn ich weiß, es geht so aus“, meinte Schmid.

„Ich dachte, ich schaffe es, vielleicht nochmal irgendwie ein bisschen weiter vorzukommen - auch in der Saison, die jetzt schon recht schwierig war für mich. Aber das ist schon hart jetzt. Es tut vielleicht noch eine Weile weh, aber auch das vergeht“, richtete sie dann aber doch den Blick nach vorne.

Olympia: Hannawald leidet mit Schmid

TV-Experte Sven Hannawald litt sichtlich mit Schmid. „Jetzt Pech mit den Bedingungen. Sie hat jetzt auch noch das Pech - wie es immer so ist - ich habe es nie verstanden, dass wenn man schon schlechte Form hat, man irgendwie noch schlechte Bedingungen anzieht“, beschrieb er im ZDF-Stream ihre schwierige Lage.

„Im Mittelteil Rot. 3,5 Meter Rückenwind. Das kannst du vergessen. Das ist Wahnsinn. Ich habe es noch nie verstanden. Du brauchst ja ein bisschen Unterstützung. Wenn du eh schon keine Form hast. Warum kommt dann noch dieser hässliche Rückenwind dazu. Das tut mir unheimlich leid. Es ist der Wahnsinn.“

Auch Severin Freund meinte direkt nach dem Sprung: „Nee der war leider gar nichts. Man hat es in der Anfahrt schon gesehen, dass sie zu fest ist und nicht das Gefühl für die Schanze bekommt. Das sind die ganz bitteren Momente – wenn du die grüne Linie vor dir siehst und weißt: Da komme ich nicht mehr hin.“

Doppelsieg für Norwegen - Prevc holt Medaille

Ström, die schon auf der Normalschanze triumphiert hatte, setzte sich mit Sprüngen auf 130,5 und 132,0 m (284,8 Punkte) knapp vor ihrer Landsfrau Maria Eirin Kvandal (282,7) durch, die nach dem ersten Durchgang geführt hatte. Topfavoritin Nika Prevc (Slowenien) verpasste 24 Stunden nach dem Triumph ihres Bruders Domen erneut den erhofften Einzelsieg und wurde Dritte (271,5).

Vizeweltmeisterin Selina Freitag war bereits im ersten Durchgang chancenlos zurückgefallen und landete nach einem soliden zweiten Sprung letztlich auf Platz 17. „Ich muss irgendwie versuchen, das hinzunehmen“, sagte Freitag: „Es ist wirklich hart, nach solchen Vorleistungen ohne Medaille nach Hause zu fahren.“ Juliane Seyfarth, nach dem ersten Durchgang noch als Neunte aussichtsreichste Deutsche, wurde auf Platz 23 durchgereicht.

Die deutschen Springerinnen hatten zuvor bei allen ihren Olympia-Reisen Medaillen gewonnen. Bei der Premiere 2014 hatte Carina Vogt überraschend Gold geholt, 2018 und 2022 gab es Silber für Katharina Schmid. Zuvor hatte nur bei einem Großereignis - der WM 2011 - keine deutsche Springerin eine Medaille eingefahren.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)