Für die Medaillen gefährdet er sogar seine Gesundheit. Para-Schwimmer Josia Topf konnte bereits einige große Erfolge feiern – riskiert dafür aber bleibende Schäden.
Schwimmer riskiert Schäden für Traum
Der 21-Jährige kam mit einem Gen-Defekt, dem TAR-Syndrom, auf die Welt. Topf hat keine Arme, keine Kniegelenke und Hände mit einem schweren Knorpeldefekt. Zudem sind seine beiden Beine versteift.
Para-Schwimmer: „Steht fest, dass es gesundheitsschädlich ist“
Kurz vor den Paralympics in Tokio 2021 wurde er in eine neue Leistungsklasse eingestuft und muss seitdem auch gegen Athleten antreten, die ihre Arme voll einsetzen können. Um den Nachteil auszugleichen und keine Zeit zu verlieren, greift der Deutsche zu einer drastischen Maßnahme: Er schwimmt am Ende jedes Rennens mit vollem Tempo mit dem Kopf gegen die Anschlagmatte.

Wie die Welt berichtet, hat der WM-Silbermedaillengewinner von 2022 im vergangenen Jahr eine Studie an der Deutschen Sporthochschule in Köln in Auftrag gegeben. „Es kam heraus, dass der Aufschlag für meinen Kopf sehr stark ist. Man wird leider erst später erfahren, welche Auswirkungen das für mein Leben haben wird. Es steht definitiv fest, dass es gesundheitsschädlich ist“, fasst Topf die beunruhigenden Ergebnisse zusammen.
Auch seine Trainerin leidet mit. „Ich mache meistens die Augen zu, wenn Josia anschlägt, weil es mir einfach weh tut“, verriet diese in der Vergangenheit dem ZDF.
Maßnahmen, die die Kraft des Aufschlags verringern könnten, wie eine Badekappe mit Neopreneinsatz oder eine Polsterung an der Beckenwand, erlaubt das Internationale Paralympische Komitee (IPC) nicht.
Paralympics 2024: Topf möchte um die Medaillen schwimmen
Nach den Paralympischen Spielen in Tokio wollte sich der Jura-Student einer anderen Klasse zuordnen lassen – ohne Erfolg. Auch in Paris geht er in der Leistungsklasse S3 an den Start.

Über den Nachteil sagte Topf: „Man sagt, im Schwimmen arbeitest du 80 Prozent mit den Armen und 20 Prozent mit den Beinen.
Das heißt, ich muss mit 20 Prozent Beinen, die mir ja auch nicht komplett zur Verfügung stehen, gegen fast 80 Prozent Arme ankämpfen. Da hast du fast keine Chance.“ Und trotzdem: Der Para-Schwimmer ist so stark, dass er auch so in Paris durchaus die Möglichkeit hat, eine Medaille zu gewinnen.