Topf hofft auf Schub dank Heim-Paralympics

von SID
Topf hofft auf Schub dank Heim-Paralympics

München geht als Bewerber für Deutschland ins Rennen. Mit dem Wunsch auf den Zuschlag verbinden sich auch große Hoffnungen für den Behindertensport.

Schwimmer Josia Topf sieht die Aussicht auf Spiele im eigenen Land als große Chance für den Para-Sport hierzulande. „In Deutschland sind wir sehr, sehr ehrgeizig“, sagte der Paralympics-Sieger von Paris dem SID: „Wenn wir die Spiele haben, bin ich davon überzeugt, dass wir natürlich auch mit dem besten Team aller Zeiten die Spiele bestreiten möchten und ich glaube, da werden jetzt oder wurden in einigen Bundesländern schon Stellschrauben gedreht, dass der Parasport sich noch besser entwickeln kann.“

Zugleich könnten Spiele in der frisch gekürten deutschen Bewerberstadt München wie schon in Paris zum Katalysator beim Thema Inklusion werden. „Ich glaube, dass man damit in Berührung kommen muss, weil ansonsten kann man sich nicht vorstellen, wie es für einen Menschen mit Behinderung ist, wie ein Mensch mit Behinderung Sport treiben kann und auch generell, wie man Menschen mit Behinderung integrieren kann.“ Zudem glaube er, dass es „gesellschaftlich die Menschen mit Behinderung nochmal pushen wird, weil es danach eine andere Akzeptanz geben wird“.

„Wollen perfekt vorbereitet sein“

Die Münchner Bewerbung habe vor allem auch mit ihrer großen Gewichtung der Paralympics gepunktet. Man habe in der bayerischen Landeshauptstadt „ganz klar gesehen, dass ihnen bewusst ist, dass danach auch die Paralympics kommen, und dass sie nicht nur für Olympia, wenn dann die ganz, ganz große Show nach München kommt, perfekt vorbereitet sein wollen“, führte Topf aus: „Sie möchten auch die gleiche Atmosphäre, die gleichen Bedingungen für Menschen mit Behinderung schaffen.“

Er sei „positiv überrascht“ vom Status Quo: „München ist zwar eine Großstadt, aber ist an einigen Stellen doch barrierefreier als gedacht. Sie müssen gar nicht mal so viel Neues machen.“ Dennoch werde es Verbesserungen brauchen. Derzeit fehle es meist an finanziellen Mitteln, um Bauvorhaben möglichst barrierefrei voranzutreiben. „Aber mit dem zusätzlichen Geld, was natürlich vom IOC und von anderen Verbänden kommen wird, glaube ich, könnte man einige Dinge nochmal relativ einfach angehen“, erklärte der 23-Jährige.