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Jan Ullrich: "Sie hätten ihn in jedem Fall zerstört" - Lance Armstrong über Doping-Frage

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Jan Ullrich: "Sie hätten ihn in jedem Fall zerstört" - Lance Armstrong über Doping-Frage

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„Sie hätten Ullrich zerstört“

„Sie hätten Ullrich zerstört“

Als Radgrößen wie Bert Dietz, Erik Zabel oder Rolf Aldag 2007 ihre Verwicklung in Doping-Praktiken zugaben, schwieg Jan Ullrich. Geholfen habe es ihm wenig, sagt Lance Armstrong.
Jan Ullrich war der gefeierte Star der Radsport-Szene. SPORT1 blickt zurück auf die Karriere des einstigen Tour-Siegers.
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von SPORT1

Ab Mai 2007 ist der deutsche Radsport von einem Doping-Geständnis nach dem anderen überrollt worden. Zahlreiche Athleten und Mediziner gaben damals zu, in unerlaubte Praktiken verwickelt gewesen zu sein. Aber Jan Ullrich schwieg.

Ausgerechnet der größte Fahrer mit dem größten Namen im deutschen Radsport wollte sich nicht äußern, beharrte auf seine Unschuld. Erst Jahre später gab Ullrich - dessen Tour-de-France-Sieg von 1997 mittlerweile 25 Jahre her ist - Blutdoping zu. Andere Dopingmethoden wollte er nicht verwendet haben. Aber zu diesem Zeitpunkt war der einst gefeierte Sportheld längst tief gefallen. (Ullrich: Ich war fast tot)

War das Schweigen ein Fehler? Geht es nach Ullrichs langjährigem Weggefährten Lance Armstrong, selbst überführter Doping-Sünder, hätte auch ein Geständnis nichts an Ullrichs späteren Problemen geändert.

„Jan Ullrich hätte sagen können, was er will - sie hätten ihn auf jedem Fall zerstört. Ich denke nicht, dass das richtig war. Es hat ihm eine sehr schwere Last auferlegt“, sagte der US-Amerikaner im vierten Teil der ARD-Dokumentation „Being Jan Ullrich“.

„Die Probleme im Kopf wurden immer größer“

Ullrich war nach seinen Erfolgen als Sportler auf Abwege geraten, kämpfte mit der Sucht, sorgte immer wieder für Alkohol- und Drogen-Eskapaden und produzierte viele negative Schlagzeilen.

In den wirklich dunklen Momenten, erklärte Armstrong, komme es dann auf das Umfeld des Betroffenen an. Doch allein Familie und Freunde konnten Ullrich irgendwann auch kaum noch helfen.

„Irgendwann habe ich gesagt, ich muss in die Kur gehen. Ob es bei mir ein Burnout war, das weiß ich nicht. Die Probleme im Kopf wurden immer größer, weil man die nicht mehr verarbeiten konnte.“, meinte Ullrich in Teil fünf der Doku selbst. (Meldung: Armstrong berichtet von Ullrich-Besuch in Entzugsklinik)

Armstrongs Wunsch für Ullrich

„Man konnte mit keinem reden, die Frau konnte es auch nicht mehr hören. Das war alles zu lang. Das Thema war unabgeschlossen und das mag ich nicht“, erzählte er weiter.

Mittlerweile sei Ullrich wieder „stabil“, findet Armstrong. Der einstige Tour-Dominator äußerte zum Abschluss der Doku einen frommen Wunsch: „Jan hat Kinder. Seine Kinder wollen stolz darauf sein, Jan Ullrichs Kinder zu sein.“

Ullrich befinde sich auf dem richtigen Weg, „er sieht gut aus.“ Aber: „Ich glaube, es braucht viel Zeit.“

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