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Deutschlands neues Superpferd?

Deutschlands neues Superpferd?

Nach Arc-Sieger Torquator Tasso ruhen die Hoffnungen auf Tünnes. Seinen Namen verdankt er einer verrückten Auktion und der Schrulle seines Besitzers.
Auf Tünnes ruhen große Galopp-Hoffnungen
Auf Tünnes ruhen große Galopp-Hoffnungen
© Credit: Marc Rühl
Holger Luhmann
Holger Luhmann
von Holger Luhmann

Eine Ähnlichkeit gibt es nicht, sie wäre auch ein Wunder.

Der eine Tünnes ist die legendäre Figur aus dem Kölner Puppentheater, mit Knollennase und berüchtigt für eine gewisse Bauernschläue. (Alles zum Reiten)

Der andere Tünnes ist ein zwei Jahre altes Rennpferd – und eine der großen deutschen Galopp-Hoffnungen.

Dass der Hengst Tünnes als ein heißer Favorit für das Deutsche Derby im nächsten Jahr gehandelt wird, verdankt er gar nicht so sehr seinen ersten sportlichen Erfolgen - zuletzt gewann er mit dem Ratibor-Rennen in Krefeld eines der wichtigsten Prüfungen für den jungen Jahrgang. Vielmehr hat Tünnes einen äußerst prominenten Halbbruder: Torquator Tasso, der im Oktober das berühmteste Galopprennen der Welt gewann – den Prix de l‘Arc de Triomphe, noch dazu die Jubiläumsausgabe.

Adlerflugs tragischer Tod

In Paris hatte Torquator Tasso die Galoppwelt auf den Kopf gestellt. 72,5 Euro bei einem Einsatz von einen Euro betrug die Siegquote. Er war erst der dritte deutsche Arc-Sieger nach Star Appeal (1975) und Danedream (2011).

Sein Triumph war auch deshalb so emotional, weil Torquator Tassos Vater Adlerflug im April im Alter von 17 Jahren gestorben war. Adlerflug war nicht nur ein ebenso überragendes Rennpferd, sondern einer der besten Vererber der deutschen Zucht. Über 1,7 Millionen Euro hatten seine Nachkommen bis zu seinem Tod eingaloppiert. Kurz vor seinem Ableben hatte er noch eine Stute gedeckt. (BERICHT: Tod eines Multi-Millionen-Pferds)

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Doch zurück zu Tünnes. Dass der Hengst eben diesen Namen trägt, verdankt er einer kurios verlaufenden Auktion und der Schrulle seines neuen Besitzers Holger Renz.

Die irre Auktion um Tünnes

„Ich wollte nur bis 25.000 Euro gehen. Dann bin ich ausgestiegen. Ich habe dann telefoniert und plötzlich hatte ich bei 38.000 Euro wieder das Gebot. Weil ich ja vorher dran war, wurde mein Telefonieren wohl als Gebot gedeutet“, erläuterte Renz den Verlauf der Auktion gegenüber galopponline und fügte hinzu: „Dann habe ich mir gesagt: ok, blamier Dich jetzt nicht, lass laufen, da wird schon einer mehr bieten.“

Tat aber keiner. Nun hat Renz den Derby-Favoriten und Halbbruder des Arc-Siegers.

Seine erste Amtshandlung: Renz ließ den Hengst umtaufen. Denn alle seine Galopper tragen im Namen einen kölschen Bezug.

Wie Torquator Tasso stammt auch Tünnes aus der Zucht des Niederländers Paul Vandeberg. Doch es gibt auch Unterschiede. Während Torquator Tasso vom legendären Adlerflug abstammt, ist Tünnes‘ Vater der ebenfalls sehr erfolgreiche Deckhengst Guiliani.

Tünnes in Obhut von Erfolgsduo

Und: Torquator Tasso wird von Marcel Weiß trainiert, Tünnes von Peter Schiergen. Das muss alles andere als ein Nachteil sein. Schiergen ist einer der renommiertesten deutschen Trainer. Die Stute Danedream führte er ebenfalls zum Arc-Sieg, das Deutsche Derby gewann er als Trainer mehrmals. Ein zusätzliches Plus: Schiergens Stalljockey Bauyrzhan Murzabayev dominiert derzeit die deutsche Galoppszene.

Schiergen ist von Tünnes‘ Klasse überzeugt. „Er zählt natürlich zu den besseren Zweijährigen im Stall“, sagte der Coach nach dem jüngsten Erfolg: „Jetzt bereiten wir ihn in aller Ruhe auf das Derby im nächsten Jahr vor.“

Dann wird sich zeigen, ob Tünnes die großen Hoffnungen erfüllen kann.

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